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Der Vorstand der BAG UB
Angelika Thielicke Vorsitzende
Andreas Backhaus stellvertretender Vorsitzender
Stefan Höppner
Holger Mangold
Winfried Monz
Oliver Rodenhäuser
Angela Ulrich
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Angelika Thielicke |
Vorsitzende |
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Angelika Thielicke, Jahrgang 1954,
verheiratet, vier erwachsene Kinder. Studium in Germanistik,
Geschichte und Pädagogik, Referendariat für das Lehramt an
Gymnasien. Nach einer längeren Familienpause, die durch
ehrenamtliche soziale Arbeit in der Behindertenhilfe und der
Schule begleitet war, zwang mich die Schulentlassung meiner
ältesten behinderten Tochter im Bereich Arbeit für Menschen mit
Behinderung aktiv zu werden. Da sie nicht den üblichen
vorgegebenen Weg in eine WfbM gehen wollte, sondern gerne in
einem Altentagespflegehaus arbeiten wollte, wurde der Verein
spectrum e.V. in Marburg gegründet.
Spectrum e.V. ist ein Verein, der versucht, unabhängig von
der Art und Schwere der Behinderung Alternativen zur Arbeit in
einer Werkstatt aufzuzeigen und dabei aufgrund der knapper
werdenden öffentlichen Mittel neue Kooperationsformen zwischen
unterstütztem Arbeitnehmer, seinem sozialen Netzwerk
(Angehörige, Schule, Institutionen etc.), Sozialleistungsträgern
und Wirtschaftsunternehmen entwickelt, die jeweils dem
Einzelfall Rechnung tragen.
Mittlerweile arbeiten zwölf Menschen mit Behinderung an den von
ihnen gewünschten Arbeitsplätzen in regulären Betrieben des
allgemeinen Arbeitsmarktes, wobei nur eine Person den Status
eines regulären Arbeitnehmers erreichen konnte.
In der BAG UB arbeite ich mit, weil ich glaube, dass mit den
Integrationsfachdiensten zwar der erste Schritt in die richtige
Richtung getan wurde, dass aber erst dann, wenn grundsätzlich
jeder behinderte Mensch die Wahlmöglichkeit zwischen der Arbeit
in einer Werkstatt oder einer Tagesförderstätte und "einer
normalen Arbeit in einem normalen Betrieb" hat, von Integration
geredet werden kann. |
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Andreas Backhaus |
stellvertretender
Vorsitzender |
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Andreas Backhaus, Jahrgang 1963,
Geschäftsführer der IFD gGmbH in Nürnberg, gelernter Lehrer und
vor der Gründung der IFD gGmbH 2001 zehn Jahre in der
beruflichen Bildung tätig.
Seit 2003 im Vorstand der BAG UB, seit 2002 stv. Vors. der LAG
ifd Bayern e.V.
Die IFD gGmbH Nürnberg/Mittelfranken ist ein in jeder Hinsicht
rechtlich eigenständiger IFD mit 13 Gesellschaftern aus der
beruflichen Rehabilitation und Selbsthilfe.
Unser Selbstverständnis ist die lückenlose Erfüllung der
gesetzlich verankerten Aufgaben des Integrationsfachdienstes als
der kompetente Ansprechpartner für alle Bereiche der Teilhabe am
Arbeitsleben für Menschen mit jeglicher Behinderung.
In Zeiten größter regionaler Unterschiede in der Beauftragung
und Arbeitsweise der Integrationsfachdienste ist es für mich
besonders wichtig, das Wesentliche nicht aus den Augen zu
verlieren. Dies geschieht durch die Arbeit der BAG UB
kontinuierlich und im Rahmen der Möglichkeiten erfolgreich.
Auch wenn mir die Zeit kürzer vorkommt, sind es nun doch schon
neun Jahre, in denen ich im Vorstand der BAG UB mitarbeiten
darf. Es ist ein sehr gutes Miteinander auch und gerade mit dem
Geschäftsführer, bei dem alle an einem Strang ziehen und
trotzdem ihre beruflichen und persönlichen Besonderheiten
einbringen können.
Das ist einer der Hauptgründe für mich, dies auch in den
nächsten drei Jahren tun zu wollen.
Ein weiterer und politisch sicher wichtigerer Grund ist, dass
entgegen aller Zeittendenzen der Verkürzung von Argumenten zu
Floskeln bei der BAG UB immer noch im entscheidenden Maße auf
die Wirklichkeit geachtet und von dieser aus argumentiert wird.
Und gerade in der real existierenden Teilhabe am Arbeitsleben
für Menschen mit Behinderung gibt es trotz oder wegen häufiger
Schönrednerei noch einiges zu tun! |
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Stefan Höppner |
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Stefan Höppner, Jahrgang 1968,
Dipl. Behindertenpädagoge
Seit 2001 Mitarbeiter des IFD Bremen, seit 2005 Leiter des IFD
und ab 2007 Prokurist des gleichnamigen Trägers, der
Integrationsfachdienst Bremen GmbH. Wir sind eine gemeinnützige
Firma mit 30 MitarbeiterInnen, die für alle im SGB IX
verankerten IFD-Zielgruppen und Aufgaben Dienstleistungsangebote
bereitstellt.
Als langjähriges Mitglied der BAG-UB verfolge ich deren
Entwicklung seit den neunziger Jahren: vom
zielgruppenspezifischem Lobbyisten zur Interessenvertretung der
IFD und ab 2009 mit der flächendeckenden Einführung der
Unterstützten Beschäftigung zum nachgefragten kompetenten
Vertreter des Originalkonzepts der UB.
Im selben Zeitraum hat sich das Feld der Integrationsfachdienste
verändert. Teilhabeleistungen sind durch Personenzentrierung und
Sozialraumorientierung vielfältiger geworden und näher am
Menschen. Das persönliche Budget als Finanzierungsform und
öffentliche Ausschreibungen zur Vergabe von Rehamaßnahmen und
IFD-Beratungsleistungen sorgen für Wahlmöglichkeiten und
Wettbewerb. In dieser Landschaft werden sich IFDs weiterhin
positionieren und behaupten.
Im Vorstand der BAG-UB möchte ich mich dafür Einsetzen, dass der
Spagat der IFD zwischen gesetzlichem Auftrag und
Marktgesetzmäßigkeiten gelingt, um auch zukünftig Vielfalt und
Teilhabe im Arbeitsleben voranzubringen. |
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Holger Mangold |
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Holger Mangold, Diplom-Psychologe,
Jahrgang 1954, 2 erwachsene Kinder, seit 1991 im Bereich
berufliche Integrationsberatung tätig. Zuletzt 7 Jahre
stellvertretende Geschäftsführung bei ACCESS gGmbH "Arbeit für
Menschen mit Behinderung" in Erlangen. Tätigkeitsbereiche:
Integrationsberater für Menschen mit Körperbehinderung -
Implementierung der Methode „Job-Coaching“ für den Raum
Mittelfranken - Projektleitung des Projektes „Assistenz am
Arbeitsplatz“ bis 2003.
Ich bin seit Gründung 1994 im Vorstand der BAG UB, weil ich
„Unterstützte Beschäftigung“ für eine wesentliche Methode der
Begleitung in den offenen Arbeitsmarkt halte. Ob für geistig-
und lernbehinderte Menschen mit „Training on the Job“ oder durch
die Unterstützungsleistung eines Arbeitsassistenten für Menschen
mit schweren Körperbehinderungen, ebenso für die
Integrationsbegleitung für psychisch erkrankte Menschen im und
in den Betrieb.
Meine Ziele waren die Verbreitung und Umsetzung des Ansatzes
der „Unterstützten Beschäftigung“ als zusätzliche Methode um
Menschen mit verschiedenen, teils starken Beeinträchtigungen. in
den offenen Arbeitsmarkt zu integrieren, sowie die
Selbstvertretung dieses Personenkreises zu fördern. Ich bin
selbst Rollstuhlfahrer und sehe Betroffenenberatung als
wichtigen Bestandteil meiner Arbeit an.
Elementare Erfahrungen zur Umsetzung von Unterstützter
Beschäftigung konnte ich in den Jahren 1996 bis 2000 als
Mitglied in der Gruppe Nr. 10 „Supported Employment“ des
Programmes HELIOS machen, bei der ich an vielen Tagungen im
europäischen Raum mitgearbeitet habe und die Möglichkeiten der
Umsetzung in den verschiedenen Ländern kennen lernte. U.a.
entstand hier aus diesen Kontakten eine Zusammenarbeit mit den
Mitgliedern aus Irland bei der Entwicklung von
Ausbildungsmodulen zum Berufsbild des „Integrationsberaters“
durch die BAG UB.
Wenn es in den Anfangszeiten der BAG UB darum ging die
Methode „Unterstützte Beschäftigung“ bekannt zu machen und als
Wahlmöglichkeit bei der Integration in den Arbeitsmarkt zu
ermöglichen, sehe ich heute die Aufgabe und Chance der BAG UB
Kräfte aus verschiedenen Bereichen und Fachlichkeiten zu
bündeln, um Qualitätsmaßstäbe in der beruflichen Integration zu
erhalten und Wissen darüber in die Schnittstellen der
politischen und praktischen Umsetzung einzubringen.
Seit August 2005 bin ich bei MOBILE e.V. in Dortmund in dem
Projekt GO! Unlimited „Existenzgründung durch Menschen mit
Behinderung“ als Gründungsberater tätig. Seit 2010 Umsetzung
einer Schulungsreihe „Lotse/Lotsin für Menschen mit Behinderung“
zur Stärkung der Sozialrechtskompetenz von Menschen, die in der
Selbsthilfe tätig sind, im Auftrag des Ministeriums für Arbeit,
Soziales und Integration – NRW, bei MOBILE e.V. |
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Winfried Monz |
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Winfried Monz, Schulleiter der
Graf von Galen-Schule Heidelberg
Jahrgang 1954, 2 erwachsene Kinder
Studium der Sonderpädagogik in Heidelberg, Zivildienst in einer
WfbM, Referendariat in Karlsruhe, Lehrer an staatlichen und
privaten Schulen für Geistigbehinderte seit 1981
Schulleiter seit 1996Mitglied im Vorstand der Lebenshilfe
Heidelberg
Mitglied im Landesvorstand des Verbandes
Sonderpädagogik (vds) Baden-Württemberg
Lehraufträge an Seminaren und Hochschulen
Seit 2006 auch Landesinstitut für Schulentwicklung als ltd.
Mitglied von Bildungsplankommissionen
Meine beruflichen Schwerpunkte und Erfahrungen bezogen sich in
den ersten etwa 15 Berufsjahren überwiegend auf die Bereiche
Frühförderung und Grundstufe der Schule für Geistigbehinderte.
Dazu gehörten auch Erfahrungen im gemeinsamen Unterricht und die
damit verbundene konzeptionelle Arbeit mit einer gewissen
Pilotwirkung für unser Bundesland.
Erst als Schulleiter habe ich mich intensiv dem Arbeitsfeld
Übergang Schule-Beruf gewidmet und mit einem engagierten Team
der Schule bzw. Berufsschulstufe erfolgreiche Konzepte hierzu
entwickelt. Die nachhaltige Gestaltung von Übergängen aus der
Schule für Geistigbehinderte auf den allgemeinen Arbeitsmarkt
wurde nach einigen Jahren mit dem Innovationspreis Integration
als Leistung der gesamten Schule anerkannt. Dabei hat sich das
Konzept immer als Ergänzung zu vorhandenen Angeboten der
beruflichen Qualifizierung und Integration verstanden:
Kooperation, nicht Gegnerschaft mit der örtlichen WfbM.
Die Aktivitäten im Bereich Übergang Schule-Beruf erwiesen
sich schnell auch als Netzwerkaufgabe in einem Feld mit
bundesweit sehr unterschiedlichen und sich ständig verändernden
Rahmenbedingungen. Eine verlässliche, konzeptionell und
materiell stabile Ausstattung der Strukturen und Partner ist für
eine nachhaltig gelingende berufliche Qualifizierung und
Integration von Menschen mit Behinderungen aber unverzichtbar.
An dieser Schnittstelle möchte ich mich in der BAG UB
weiterhin engagieren. |
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Oliver Rodenhäuser |
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Oliver Rodenhäuser, Jahrgang 1966,
verheiratet, drei Kinder. Nach dem Studium der
Betriebswirtschaftslehre und den anschließenden Tätigkeiten als
Ausbilder in einer überbetrieblichen Ausbildungsstätte sowie als
Existenzgründungsberater bei der Industrie- und Handelskammer
habe ich bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für
behinderte Menschen die Themenfelder Arbeit, Wirtschaft und
Integration bearbeitet. In dieser Funktion entstanden auch die
Kontakte zu den verschiedenen Gremien der BAG UB. Nach meiner
Tätigkeit als Grundsatzreferent im Behinderten-Werk Main-Kinzig
e.V. bin ich seit dem 1. Juni 2008 als Referent für Betriebs-
und Finanzmanagement beim Paritätischen in Hessen beschäftigt
und dort unter anderem in Zusammenarbeit mit der Liga der Freien
Wohlfahrtspflege für die Verhandlungen der Entgelte auf
Bundeslandebene verantwortlich.
Die Fortentwicklung der Möglichkeiten zur Teilhabe am
Arbeitsleben, ohne jedoch die bewährten Strukturen und vor allem
die Rechtsansprüche von behinderten Menschen zu gefährden,
motiviert mich zur Mitarbeit im Vorstand der
Bundesarbeitsgemeinschaft. Im Besonderen stellt für mich der
Hessische Ansatz der Entwicklung einer „Agentur für angepasste
Arbeit“ ein passendes Konzept dar, um passgenaue,
dezentralisierte und vor allem durchlässige Strukturen
aufzubauen. Die Konzeptidee besteht in der kontinuierlichen
Entwicklung und Bereitstellung verschiedenster Angebotsformen,
die den unterschiedlichen rehabilitativen Bedürfnissen der
behinderten Menschen angepasst sind. Diese erstrecken sich über
die einfachsten Formen der Beschäftigung bis hin zum
unbegleiteten Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.
Ich halte daher die Vernetzung von Werkstätten mit anderen
Angeboten der beruflichen Teilhabe für einen notwendigen Aspekt,
individuelle Möglichkeiten für verschiedene Personenkreise
anzubieten. Dabei ist das Modell der Werkstatt für mich nicht
auf Gebäude bezogen. Als Systemansatz mit der rechtlichen
Absicherung des „Werkstattstatus“ stellt er gerade für
diejenigen Menschen eine Chance auf Teilhabe am Arbeitsleben
dar, die auf Grund ihrer Behinderung wahrscheinlich niemals
einen regulären Arbeitsvertrag erhalten werden. Dies auch
rechtlich abgesichert in Betrieben des allgemeinen
Arbeitsmarktes in Zusammenarbeit mit nicht behinderten Menschen
zu gewährleisten, ist aus meiner Sicht eine wichtige Aufgabe der
BAG UB. |
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Angela Ulrich |
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Angela Ulrich,
Jahrgang 1955, Geschäftsführerin der integra gGmbH in Lübeck.
Dipl. Sozialpädagogin und Erzieherin.
Seit 1991 bei der integra GmbH und deren Vorgängergesellschaft.
Zunächst im Bereich der Vermittlung vor allen Dingen psychisch
beeinträchtigter Menschen, später im Bereich der
Berufsbegleitung.
Seit 2001 im Vorstand der BAG UB, seit 2009 eine der drei
SprecherInnen der LAG UB/ IFD Schleswig Holstein.
Die integra gGmbH unterhält Angebote für (schwer-) behinderte
Menschen, die einen Arbeitsplatz auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt erlangen und/ oder behalten wollen. Seit 2001 sind
wir Träger des Integrationsfachdienstes (IFD) nach dem SGB IX
für den Bereich Lübeck und Ostholstein. Wir führen alle
gesetzlichen Aufträge der Vermittlung und der Begleitung im
Arbeitsleben (schwer-) behinderter Menschen durch. Seit 2008 ist
die integra gGmbH auch Maßnahmeträger der InbeQ/ Unterstützte
Beschäftigung.
Nach unserem Verständnis setzt Teilhabe am Leben in der
Gemeinschaft auch die Integration in die Arbeitswelt voraus. Ein
selbstbestimmtes und autonomes Leben sowie die Umsetzung eigener
Lebensentwürfe und Lebenspläne werden erst dadurch ermöglicht.
Die Arbeit der BAG UB möchte ich weiterhin unterstützen, weil
immer noch nicht ausreichend inklusive Arbeitsformen für
Menschen mit Behinderung vorhanden sind. Dies zeigt sich z.B. an
den immer noch höheren Arbeitslosenzahlen im Bereich dieser
Personengruppe. „Niemand darf wegen seiner Behinderung
benachteiligt werden.“ Dieser Leitgedanke des Grundgesetzes ist
eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die sich auch im
Lebensbereich Arbeit und Berufstätigkeit wiederfinden muss. |
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