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Der Vorstand der BAG UB

Angelika Thielicke Vorsitzende
Hanspeter Heinrichs stellv. Vorsitzender
Andreas Backhaus
Holger Mangold
Winfried Monz
Oliver Rodenhäuser
Angela Ulrich


Angelika Thielicke Vorsitzende
Foto: Angelika Thielicke Angelika Thielicke, Jahrgang 1954, verheiratet, vier erwachsene Kinder. Studium in Germanistik, Geschichte und Pädagogik, Referendariat für das Lehramt an Gymnasien.

Nach einer längeren Familienpause, die durch ehrenamtliche soziale Arbeit in der Behindertenhilfe und der Schule begleitet war, zwang mich die Schulentlassung meiner ältesten behinderten Tochter im Bereich Arbeit für Menschen mit Behinderung aktiv zu werden. Da sie nicht den üblichen vorgegebenen Weg in eine WfbM gehen wollte, sondern gerne in einem Altentagespflegehaus arbeiten wollte, wurde der Verein spectrum e.V. in Marburg gegründet.

Spectrum e.V. ist ein Verein, der versucht, unabhängig von der Art und Schwere der Behinderung Alternativen zur Arbeit in einer Werkstatt aufzuzeigen und dabei aufgrund der knapper werdenden öffentlichen Mittel neue Kooperationsformen zwischen unterstütztem Arbeitnehmer, seinem sozialen Netzwerk (Angehörige, Schule, Institutionen etc.), Sozialleistungsträgern und Wirtschaftsunternehmen entwickelt, die jeweils dem Einzelfall Rechnung tragen.
Mittlerweile arbeiten zwölf Menschen mit Behinderung an den von ihnen gewünschten Arbeitsplätzen in regulären Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes, wobei nur eine Person den Status eines regulären Arbeitnehmers erreichen konnte.

In der BAG UB arbeite ich mit, weil ich glaube, dass mit den Integrationsfachdiensten zwar der erste Schritt in die richtige Richtung getan wurde, dass aber erst dann, wenn grundsätzlich jeder behinderte Mensch die Wahlmöglichkeit zwischen der Arbeit in einer Werkstatt oder einer Tagesförderstätte und "einer normalen Arbeit in einem normalen Betrieb" hat, von Integration geredet werden kann.

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Hanspeter Heinrichs stellv. Vorsitzender
Foto: Hanspeter Heinrichs Hanspeter Heinrichs, Jahrgang 1954, verheiratet und drei (jetzt „selbstständige“) Kinder.

Nach einem Studium der Pädagogik an der RWTH Aachen mit dem Schwerpunkt Erwachsenenbildung, habe ich ab 1980 meine beruflichen Erfahrungen gesammelt.
Ganz im Gegensatz zu meinem Studienschwerpunkt begann ich als Gruppenerzieher in einer therapeutischen Einrichtung für verhaltensauffällige Kinder.
Nach siebenjähriger Tätigkeit dort wurde es Zeit für eine Neuorientierung und nach der bitteren Erfahrung einer 18-monatigen Zeit der Arbeitslosigkeit gelang mir der Wiedereinstieg als Weiterbildungspädagoge in einem Beschäftigungsprojekt.
Daran schloss sich die Tätigkeit als Fachberater für die Begleitung von gehör-losen Menschen im Arbeitsleben an.
Aus dieser Anstellung entwickelte sich meine jetzige Tätigkeit als Geschäftsführer der IFD Integrationsfachdienst gGmbH in Köln. Wir sind heute eine Einrichtung mit 39 MitarbeiterInnen, die das Leistungsspektrum eines IFD für den Raum Köln und im hörbehinderten Bereich für fünf weitere AfA - Bezirke anbietet. Wir sind „nur“ IFD, aber das richtig.
Ich habe die Entwicklung vom PSD über den BBD bis hin zum IFD aus unterschiedlichen Perspektiven verfolgt, erlebt und mit gestaltet. Seit Sommer 2002 bin ich Mitglied des Sprecherrates der IFD im Rheinland und seit 2003 stellvertretender Vorsitzender der BAG UB.
Auf der Mitgliederversammlung der BAG UB am 25.11.09 wurde ich erneut für drei weitere Jahre gewählt und ich freue mich auf diese sicherlich wieder aufregenden, arbeitsreichen und erkenntnisreichen 3 Jahre. Meine Hoffnung ist es, dass nach Ablauf dieser Jahre die Situation der IFD bundesweit einheitlicher und gesicherter ist und dadurch auch ein Baustein für das Konzept UB erhalten bleibt.

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Andreas Backhaus  
Foto: Andreas Backhaus Andreas Backhaus, Jahrgang 1963, Geschäftsführer der IFD gGmbH in Nürnberg, gelernter Lehrer und vor der Gründung der IFD gGmbH 2001 zehn Jahre in der beruflichen Bildung tätig.

Die IFD gGmbH ist ein in jeder Hinsicht rechtlich eigenständiger IFD mit mittlerweile elf Gesellschaftern aus der beruflichen Rehabilitation und Behindertenhilfe.
Unser Selbstverständnis ist die lückenlose Erfüllung der gesetzlich verankerten Aufgaben des Integrationsfachdienstes als der kompetente Ansprechpartner für alle Bereiche der Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Behinderung.

Die Arbeit der BAG UB hat in jeder Hinsicht zur Verbesserung der Rahmenbedingungen der Integrationsfachdienste in den letzten zehn Jahren beigetragen. Dies ist für mich umso schwerer zu gewichten, als gerade die fachlich fundierte Auseinandersetzung mit der beruflichen Teilhabe verstärkt einer um sich greifenden Polemik weichen musste. Die BAG UB ist diesen Weg nicht mitgegangen und darin versuche ich sie nach Kräften zu unterstützen.

Nach wie vor gilt aber, dass nur durch ein einheitliches Auftreten aller deutschen Integrationsfachdienste mit transparenter Leistungsbeschreibung und dazu gehöriger Verpreislichung die anspruchsvollen gesetzlichen Aufgaben der IFD unseren leider immer noch getrennt agierenden Auftraggebern deutlich gemacht werden können.

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Holger Mangold  
Holger Mangold, Diplom-Psychologe, Jahrgang 1954, 2 Kinder, seit 1991 im Bereich berufliche Integrationsberatung tätig. Zuletzt 7 Jahre
stellvertretende Geschäftsführung bei ACCESS gGmbH "Arbeit für Menschen mit Behinderung" in Erlangen. Tätigkeitsbereiche: Integrationsberater für Menschen mit Körperbehinderung - Implementierung der Methode „Job-Coaching“ für den Raum Mittelfranken - Projektleitung des Projektes „Assistenz am Arbeitsplatz“bis 2003.

Ich bin seit Gründung 1994 im Vorstand der BAG UB, weil ich „Unterstützte Beschäftigung“ für eine wesentliche Methode der Begleitung in den offenen Arbeitsmarkt halte. Ob für geistig- und lernbehinderte Menschen mit „Training on the Job“ oder durch die Unterstützungsleistung eines Arbeitsassistenten für Menschen mit schweren Körperbehinderungen, ebenso für die Integrationsbegleitung für psychisch erkrankte Menschen im und in den Betrieb.

Meine Ziele waren die Verbreitung und Umsetzung des Ansatzes der „Unterstützten Beschäftigung“ als zusätzliche Methode um Menschen mit verschiedenen, teils starken Beeinträchtigungen. in den offenen Arbeitsmarkt zu integrieren, sowie die Selbstvertretung dieses Personenkreises zu fördern. Ich bin selbst Rollstuhlfahrer und sehe Betroffenenberatung als wichtigen Bestandteil meiner Arbeit an.

Elementare Erfahrungen zur Umsetzung von Unterstützter Beschäftigung konnte ich in den Jahren 1996 bis 2000 als Mitglied in der Gruppe Nr. 10 „Supported Employment“ des Programmes HELIOS machen, bei der ich an vielen Tagungen im europäischen Raum mitgearbeitet habe und die Möglichkeiten der Umsetzung in den verschiedenen Ländern kennen lernte. U.a. entstand hier aus diesen Kontakten eine Zusammenarbeit mit den Mitgliedern aus Irland bei der Entwicklung von Ausbildungsmodulen zum Berufsbild des „Integrationsberaters“ durch die BAG UB.

Wenn es in den Anfangszeiten der BAG UB darum ging die Methode „Unterstützte Beschäftigung“ bekannt zu machen und als Wahlmöglichkeit bei der Integration in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen, sehe ich heute die Aufgabe und Chance der BAG UB Kräfte aus verschiedenen Bereichen und Fachlichkeiten zu bündeln, um Qualitätsmaßstäbe in der beruflichen Integration zu erhalten und Wissen darüber in die Schnittstellen der politischen und praktischen Umsetzung einzubringen.

Seit August 2005 bin ich bei MOBILE e.V. in Dortmund in dem Projekt GO! Unlimited „Existenzgründung durch Menschen mit Behinderung“ als Gründungsberater tätig.

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Winfried Monz  
Winfried Monz, Graf von Galen-Schule Heidelberg, Jahrgang 1954, verheiratet, 2 erwachsene Kinder, Studium Sonderpädagogik in Heidelberg, Zivildienst in einer WfbM,

Referendariat in Karlsruhe, Lehrer an staatlichen und privaten Schulen für Geistigbehinderte seit 1981, Schulleiter seit 1996

Mitglied im Vorstand der Lebenshilfe Heidelberg, Mitglied im Landesvorstand des Verbandes Sonderpädagogik (vds) Baden-Württemberg, Lehraufträge an Seminar und Hochschule,2006 bis 2009 leitendes Mitglied der Bildungsplankommission

Meine beruflichen Schwerpunkte und Erfahrungen bezogen sich in den ersten gut 10 Jahren überwiegend auf die Bereiche Frühförderung und Grundstufe der Schule für Geistigbehinderte. Dazu gehörten auch Erfahrungen im gemeinsamen Unterricht und die damit verbundene konzeptionelle Arbeit mit einer gewissen Pilotwirkung für unser Bundesland.
Erst als Schulleiter habe ich mich intensiv dem Arbeitsfeld Übergang Schule-Beruf gewidmet und mit einem hoch engagierten Team der Schule bzw. Berufsschulstufe erfolgreiche Konzepte hierzu entwickelt. Die nachhaltige und häufige Gestaltung von Übergängen aus der Schule für Geistigbehinderte auf den allgemeinen Arbeitsmarkt wurde nach einigen Jahren mit dem Innovationspreis Integration als Leistung der gesamten Schule anerkannt. Dabei hat sich das Konzept immer als Ergänzung zu vorhandenen Angeboten der beruflichen Qualifizierung und Integration verstanden: Kooperation, nicht Gegnerschaft mit der örtlichen WfbM.
Die Aktivitäten im Bereich Übergang Schule-Beruf erwiesen sich schnell auch als Netzwerkaufgabe in einem Feld mit bundesweit höchst unterschiedlichen, ständig sich verändernden und insgesamt wenig etablierten Rahmenbedingungen. Genau dies – eine verlässliche, konzeptionell und materiell stabile Ausstattung der Strukturen und Partner – ist für eine nachhaltig gelingende berufliche Qualifizierung und Integration von Menschen mit Behinderungen aber unverzichtbar. In der Nachfolge von Klaus-Peter Böhringer möchte ich mich in der BAG UB besonders an dieser Schnittstelle engagieren.

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Oliver Rodenhäuser  
Oliver Rodenhäuser, Jahrgang 1966, verheiratet, drei Kinder.

Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre und den anschließenden Tätigkeiten als Ausbilder in einer überbetrieblichen Ausbildungsstätte sowie als Existenzgründungsberater bei der Industrie- und Handelskammer habe ich bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen die Themenfelder Arbeit, Wirtschaft und Integration bearbeitet. In dieser Funktion entstanden auch die Kontakte zu den verschiedenen Gremien der BAG UB. Nach meiner Tätigkeit als Grundsatzreferent im Behinderten-Werk Main-Kinzig e.V. bin ich seit dem 1. Juni 2008 als Referent für Betriebs- und Finanzmanagement beim Paritätischen in Hessen beschäftigt und dort unter anderem in Zusammenarbeit mit der Liga der Freien Wohlfahrtspflege für die Verhandlungen der Entgelte auf Bundeslandebene verantwortlich.

Die Fortentwicklung der Möglichkeiten zur Teilhabe am Arbeitsleben, ohne jedoch die bewährten Strukturen und vor allem die Rechtsansprüche von behinderten Menschen zu gefährden, motiviert mich zur Mitarbeit im Vorstand der Bundesarbeitsgemeinschaft. Im Besonderen stellt für mich der Hessische Ansatz der Entwicklung einer „Agentur für angepasste Arbeit“ ein passendes Konzept dar, um passgenaue, dezentralisierte und vor allem durchlässige Strukturen aufzubauen. Die Konzeptidee besteht in der kontinuierlichen Entwicklung und Bereitstellung verschiedenster Angebotsformen, die den unterschiedlichen rehabilitativen Bedürfnissen der behinderten Menschen angepasst sind. Diese erstrecken sich über die einfachsten Formen der Beschäftigung bis hin zum unbegleiteten Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

Ich halte daher die Vernetzung von Werkstätten mit anderen Angeboten der beruflichen Teilhabe für einen notwendigen Aspekt, individuelle Möglichkeiten für verschiedene Personenkreise anzubieten. Dabei ist das Modell der Werkstatt für mich nicht auf Gebäude bezogen. Als Systemansatz mit der rechtlichen Absicherung des „Werkstattstatus“ stellt er gerade für diejenigen Menschen eine Chance auf Teilhabe am Arbeitsleben dar, die auf Grund ihrer Behinderung wahrscheinlich niemals einen regulären Arbeitsvertrag erhalten werden. Dies auch rechtlich abgesichert in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes in Zusammenarbeit mit nicht behinderten Menschen zu gewährleisten, ist aus meiner Sicht eine wichtige Aufgabe der BAG UB.

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Angela Ulrich  
Angela Ulrich, Jahrgang 1955, Dipl. Sozialpädagogin und Erzieherin, Geschäftsführerin der integra gGmbH

Seit 1977 bin ich in unterschiedlichen Feldern und Funktionen in der Arbeit mit beeinträchtigten Menschen tätig, immer auch im Zusammenhang mit dem Bereich Arbeit.

Seit 1991 arbeite ich bei der integra GmbH und deren Vorgängergesellschaft. Begonnen habe ich in der Vermittlung vor allen Dingen psychisch beeinträchtigter Menschen und wechselte dann in den Bereich der Berufsbegleitung. Seit 2002 leite ich u. a. den Integrationsfachdienst Lübeck und Ostholstein.

In der Arbeit der BAG UB vertrete ich die Interessen der Integrationsfachdienste. Meinen Schwerpunkt in der Vorstandsarbeit sehe ich in der Weiterentwicklung und Sicherung der beruflichen Begleitung in den IFD. Seit 12 Jahren nehme ich am Entwicklungsprozess der Berufsbegleitenden Dienste auch bundesweit teil und möchte die Erfahrungen und Einblicke in die aktuellen Diskussionen einbringen.

Andererseits möchte ich mich für die Weiterentwicklung und Stärkung des Übergangs aus der Schule in den Beruf und aus der WfbM von und für beeinträchtigte Jugendliche und Erwachsene einsetzen. Diesen Bereich begleite ich intensiv seit 1996 in verschiedenen Projekten. Auch mit einem hohen Unterstützungsbedarf müssen Menschen mit Behinderung ihr Recht auf Teilhabe an jeder (Arbeits-) Stelle umsetzen können.
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