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-> Fachtagung 2012 der BAG UB
in Bad Honnef
„Qualität hat ihren Preis!“
- Personenzentrierung in Zeiten der Kosteneinsparung -
ZEIT: 21. bis 23. November 2012
ORT: Seminaris Hotel Bad Honnef
4www.seminaris.de/kongresspark
„Qualität hat ihren Preis“ – oder gibt es die Zauberformel, alles
besser und gleichzeitig billiger zu machen? Verbirgt sich hinter dem
Konzept der „Personenzentrierung“ eine solche Zauberformel? Menschen mit
Behinderung machen die Erfahrung, dass eher der Preis als eine
lebensnahe Berücksichtigung ihrer Unterstützungsbedarfe Beachtung findet
und sie werden kaum in Entscheidungsprozesse der Kostenträger
eingebunden. Menschen mit Behinderungen haben individuelle
Lebensumstände und Hilfebedarfe. Ohne ihre Kenntnisse in eigener
Sache und ihre gleichberechtigte Einbeziehung geht es nicht.
Personenzentrierung und Inklusion bedeuten, dass Menschen mit
Behinderungen auf Augenhöhe zu Wort kommen und als ExpertInnen in
eigener Sache anerkannt werden.
Selbstverständlich hat es in den letzten Jahren auch positive
Entwicklungen gegeben. Es gibt eine Menge guter Praxisbeispiele.
Auch, was das Handeln einzelner Kostenträger betrifft. Die Bundesagentur
für Arbeit setzt das Persönliche Budget zur Teilhabe am Arbeitsleben
seit Jahren konsequent um, sogar als durch ein ausstehendes Rechtsurteil
erhebliche Verunsicherung in den örtlichen Arbeitsagenturen entstand.
Sie ist in diesem Bereich Vorbild. Dieses Bundessozialgerichtsurteil hat
Ende 2011 auch das Selbstbestimmungs- und Wahlrecht der Menschen mit
Behinderung gestärkt. Der Bundesbehindertenbeauftragte sowie das
Bundesministerium für Arbeit und Soziales haben darauf hingewiesen.
Viele Leistungen sind mit Inkrafttreten des SGB IX eingeführt oder
verbessert worden. Es gibt für Menschen mit Behinderung grundsätzlich
mehr Chancen, den Weg auf den allgemeinen Arbeitsmarkt mit Unterstützung
durch Fachdienste zu gehen. Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK)
hat einen weiteren Schub erzeugt und zu einer breiteren Diskussion in
der Gesellschaft geführt. Schulische und nachschulische Ressourcen
werden sinnvoll und langfristig kostensparend miteinander verknüpft,
wenn die zuständigen Leistungsträger und Leistungserbringer konstruktiv
zusammenarbeiten. Der Gewinn für alle ist da – das zeigen die
überproportionalen Übergänge auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.
Nachmachen ist ausdrücklich erlaubt!
Neben der guten Praxis gibt es jedoch auch die „schlechte Praxis“.
Nicht überall, wo „Personenzentrierung“ und „Qualität“ drauf steht, sind
sie auch drin. Überall dort, wo nicht der Mensch im Mittelpunkt steht,
entstehen systembedingte Barrieren, die auf grundsätzliche
(kostenintensive) Fehlsteuerungen durch Verwaltung und
Kostenträger hinweisen. Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen
benötigen fachkompetente und verlässliche Ansprechpartner in den sie
unterstützenden Fachdiensten. „Unternehmen brauchen mehr qualifizierte
Beratung – und nur einen Ansprechpartner“, ist die Forderung der
Betriebe, wie die Bundesvereinigung der Deutscher Arbeitgeberverbände
betont. Dies zu erfüllen ist schwierig genug; gibt es doch eine Vielzahl
von Diensten mit unterschiedlichen Aufgaben und Zielsetzungen. Es kommen
immer mehr Fachdienste auf Betriebe zu und fragen nach Qualifizierungs-,
Ausbildungs- und Arbeitsplätzen. Die öffentlichen Ausschreibungen von
Dienstleistungen verschärfen dieses Problem. So gibt es in manchen
Regionen mehrere wechselnde und miteinander konkurrierende Dienste
mit gleichen Zielsetzungen. Menschen mit Behinderung, Angehörige und
Schulen wissen nicht mehr, wer für sie wann und wofür zuständig ist. Es
fehlt an Beratung sowie an Kriterien, wonach die individuelle Auswahl am
besten zu treffen ist. Eine unabhängige Verbraucherberatung ist
Mangelware und so entsteht ein unübersichtlicher Dschungel. Dies wird
verstärkt, wenn mehrere Leistungsträger beteiligt sind, da diese eher
selten gut koordiniert zusammenarbeiten – trotz Verpflichtung im SGB IX.
Wer prüft eigentlich die adäquate Umsetzung der Gesetze? Ausreichende
Wahlmöglichkeiten und verlässliche Angebotsstruktur sind
auszubalancieren. Wer sorgt dafür und übernimmt die
Strukturverantwortung? Was gilt eigentlich – Wettbewerb oder
verlässliche Struktur- und Angebotsqualität zur nachhaltigen
Teilhabe im Sinne der UN-BRK? Lohndumping ist längst Teil der
Wirklichkeit und hat schon heute Fachkräftemangel in sozialen
Arbeitsfeldern zur Folge. Warum wird nichts dagegen unternommen? Besser,
mehr und billiger? Ausschreibungen sind alternativlos, heißt es. Warum
eigentlich? Die Qualität, nicht der Preis steht im Vordergrund, heißt
es. Die Realität sieht häufig anders aus. Gefragt sind
fachlich-inhaltliche Qualitätskriterien. Die Bewertung von
Qualität ist stärker in die Hände der Nutzer/innen, also der
Menschen mit Behinderung, zu legen.
Informationen, Anregungen und Austausch hierzu und Beispiele guter
Praxis sowie offene Diskussionen zu den oben aufgeworfenen
Fragestellungen finden Sie auf der diesjährigen Tagung der BAG UB in Bad
Honnef.
Wir wünschen Ihnen angenehme Begegnungen, neue Ideen und viel Spaß!
Team und Vorstand der BAG UB
Die Veranstaltung ist unterteilt in
Vorkonferenz (21.11.2012, ab 14.00 Uhr) und
Hauptkonferenz (22.-23.11.2012, ab 13.00 Uhr).
Am Vormittag des 22.11.2012 wird die Mitgliederversammlung der BAG UB
abgehalten.
Vorkonferenz Mittwoch
21.11.2012
Ab 12.30 Uhr: Mittagsimbiss 14.00 Uhr – 18.30 Uhr: Methodische Workshops mit Pause
- Workshop für unterstützte ArbeitnehmerInnen I / uA
In diesem Workshop wird es auch dieses Jahr wieder ein
inhaltliches Schwerpunktthema geben, aber auch die Möglichkeit, sich
mit Unterstützung durch ModeratorInnen nach Bedarf und Interesse mit
den Themen der Tagung zu beschäftigen. Zusätzliche Angebote sind ein
zweitägiger Film- und ein zweitägiger Theaterworkshop. Im
Filmworkshop soll mit den TeilnehmerInnen das Arbeitsfeld von
JournalistInnen erkundet und dann eine Nachrichtensendung zur Tagung
produziert werden. Der Theaterworkshop bietet die Chance,
spielerisch neue (Traum-)Rollen auszuprobieren. Dabei wird ein
Theaterstück gemeinsam erarbeitet, geprobt und am Freitag im
Abschlussforum präsentiert. Auch die Ergebnisse der anderen Gruppen
sollen hier eine Bühne bekommen. Wie immer sind Fachkräfte und
UnterstützerInnen von Menschen mit Behinderung herzlich eingeladen.
Doris Haake und Andrea Junginger (People First, Hamburg),
Unterstützer/innen: Angelika Thielicke (spectrum e.V./ BAG UB),
Claus Sasse (BAG UB), Sabrina Friess, Robert Kruschel (Universität
Halle-Wittenberg), Christoph Kaiser (Schauspieler u.
Theaterpädagoge), Eleonore Frölich (Comeniusschule Schwetzingen)
- Unterstützte Beschäftigung (UB) nach § 38a SGB IX mit
Menschen mit psychischen Erkrankungen - Erfahrungsaustausch und
Weiterentwicklung
ARINET bietet berufliche Rehabilitation für Menschen mit
psychischen Erkrankungen an und ist seit 2009 in der
Bietergemeinschaft Unterstützte Beschäftigung Hamburg für die
Begleitung der Teilnehmenden mit psychischen Beeinträchtigungen
zuständig. Je nach zugrunde liegender gesundheitlicher
Beeinträchtigung gestaltet sich die alltägliche UB-Arbeit
unterschiedlich und weist zielgruppenspezifische Besonderheiten auf.
Ziel des Workshops soll es deshalb zum einen sein, sich in einem
fachlichen Erfahrungsaustausch der Fragestellung „Wie ist UB mit
psychisch erkrankten Menschen umzusetzen, was ist daran besonders?“
anzunähern. Zum zweiten soll es aber auch darum gehen, aus den
Erfahrungen der „Alltagsarbeit“ heraus Ideen für die Zukunft zu
entwickeln und diese bspw. in Anregungen für die BAG UB, Forderungen
für zukünftige UB Ausschreibungen u.ä. einmünden zu lassen. Dieser
Workshop richtet sich deshalb insbesondere an KollegInnen, die in
ihrem Alltag mit Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen
arbeiten und an fachlichem Austausch und Weiterentwicklung mit Fokus
auf diese Zielgruppe interessiert sind.
Ulrike Haskamp u. Michaela Struve (ARINET GmbH Hamburg)
- Bin ich glücklich an meinem Arbeitsplatz? Wie können wir mit
dem Index für Inklusion Veränderungen anschieben? / uA
Was? Der Index für Inklusion ist eine Art Fragenkatalog. Mit
Hilfe dieser Fragen und kreativen Methoden, schauen wir, was wir an
unserem Arbeitsplatz verändern möchten, damit wir dort gut arbeiten
können.
Wer? Dieser Workshop ist sowohl für Fachkräfte aus der sozialen
Arbeit als auch unterstützte Arbeitnehmer/innen geplant, die etwas
verändern möchten und den Index für Inklusion kennenlernen wollen.
Wie? Mit verschiedenen Materialien werden wir Modelle bauen, die
unseren Prozess zum guten Arbeitsplatz aufzeigen.
Der Austausch mit den Team-Mitgliedern hilft jedem Einzelnen, neue
Positionen einnehmen zu können und kennenzulernen, um neue Schritte
gehen zu können.
Hinweis: Teilnehmer/innen-Anzahl begrenzt auf höchstens 20 Personen!
Marie-Luise Köhler und Anika Naß (Moderatorinnen für den Index
für Inklusion, Spectrum Arbeit und Leben Lüneburg)
- Unterstützte Beschäftigung – Einführung in Grundlagen,
Chancen und Methoden
Unterstützte Beschäftigung wurde als Konzept der beruflichen
Integration in den 90er Jahren aus den USA nach Europa importiert.
Ziel ist die Schaffung von Wahlmöglichkeiten und Selbstbestimmung
für alle Menschen mit Behinderungen in der beruflichen Integration.
Kernelemente sind die individuelle Zukunfts- und Berufsplanung, Job
Coaching, die Vernetzung beteiligter Personen und Institutionen
sowie bei Bedarf eine langfristige Unterstützung am Arbeitsplatz.
2009 wurde Unterstützte Beschäftigung als Maßnahme der beruflichen
Rehabilitation eingeführt (§ 38a SGB IX). Im Workshop werden sowohl
Grundlagen und Methoden des Konzeptes als auch der gesetzliche
Hintergrund und die bisherigen Erfahrungen mit der Maßnahme
vorgestellt. An konkreten Praxisbeispielen reflektieren und
diskutieren die Teilnehmenden Umsetzungsmöglichkeiten für die eigene
Arbeit.
Inhalte:
- Entwicklungen des Konzeptes
- Werte, Ziele und Prinzipien Unterstützter Beschäftigung
- Darstellung gesetzlicher Grundlagen und Förderstrukturen
- Bausteine und Methoden Unterstützter Beschäftigung
- Vorstellung konkreter Arbeits- und
Qualifizierungsmöglichkeiten
Kirsten Hohn und Birgit Nickel (BAG
UB)
- Nonverbale Kommunikation – (Betriebs-)kontakte
konstruktiv gestalten durch differenzierte Wahrnehmung und
bewussten Einsatz von Körpersprache
„Wer nur einen Hammer zur Verfügung hat, wird die Welt stets
als Nagel verstehen.“ - Konstruktive Kommunikation gelingt, wenn
wir guten „Rapport“ (vertrauensvollen Umgang) herstellen können.
Nonverbale Signale sind hier von größter Bedeutung. Zwei
Schlüssel zur Steigerung konstruktiver Kommunikationsfähigkeit
sind die Weiterentwicklung der (wertfreien) Wahrnehmung und der
bewusste Einsatz von „Pacing“ und „Leading“ für einen
vertrauensvollen Umgang mittels Körpersprache. Kurze Übungen,
Reflexion, Inputs und Austausch beleuchten Aspekte der
nonverbalen Kommunikation und können anregend wirken.
Jürgen Länge (Trainer für konstruktive Kommunikation +
professionelle Arbeitsplatzakquisition, 14 Jahre Berater im IFD)
- Nueva: Nutzerinnen und Nutzer evaluieren – Arbeitsplätze
in der Qualitätssicherung
Nueva evaluiert die Qualität von Dienstleistungen für
Menschen mit Behinderung aus Nutzerperspektive. Das Besondere
ist, dass alle Nueva-EvaluatorInnen selbst Lernschwierigkeiten
(so genannte geistige Behinderung / Lernbehinderung) haben und
zudem eine zweijährige Ausbildung absolviert haben. Als
ausgebildete Fachkräfte arbeiten sie,
sozialversicherungspflichtig angestellt, in inklusiven Teams.
Die Erfahrungen von Behinderung ist eine Grundvoraussetzung und
wesentliche Kompetenz, um als Evaluator/in arbeiten zu können.
In diesem Workshop stellen wir Ihnen das Nueva-Evaluationsmodell
und Erfahrungen aus der Nueva-Ausbildung in Berlin vor.
Gemeinsam möchten wir mit Ihnen diskutieren und erarbeiten,
welche Arbeits- bzw. Berufsfelder ent-/bestehen, wenn
Behinderung und Vielfalt als Kompetenz begriffen werden und
welche besonderen beruflichen Herausforderungen für
Assistenznehmer/innen und Assistenzgeber/innen entstehen.
Janna Harms, Paraskevas Evthimiou (NUEVA Ausbildungsprojekt -
Lebenshilfe Bildung gGmbH Berlin)
- Der Mensch im Mittelpunkt – Persönliche Zukunftsplanung /
uA
Unsere Erfahrungen aus der Schweiz und in Deutschland
zeigen, dass der ressourcenorientierende Ansatz der Persönlichen
Zukunftsplanung immer mehr in der Arbeit vor Ort in
Integrationsfachdiensten, Unterstützter Beschäftigung und
Schulen eingesetzt wird. Deshalb wird es dieses Angebot an allen
drei Tagen der Fachtagung geben. So können alle TeilnehmerInnen,
die es wollen, die Chance wahrnehmen, Persönliche
Zukunftsplanung kennenzulernen. Dieser Workshop ist sowohl für
Fachkräfte aus der sozialen Arbeit als auch für unterstützte
Arbeitnehmer/innen geplant. Persönliche Zukunftsplanung umfasst
eine Reihe von Methoden, um mit einer Person über sich, die
eigene Lebenssituation und die Zukunft nachzudenken. Es geht
darum, eine Vorstellung von einer guten Zukunft zu entwickeln,
Ziele zu setzen und diese mit anderen Menschen Schritt für
Schritt umzusetzen. Sie bietet sich besonders zur Planung von
Veränderungen, z.B. im Übergang von der Schule in den Beruf oder
bei der Suche nach einem passenden Arbeitsplatz an. Persönliche
Zukunftsplanung beruht auf einer wertschätzenden Grundhaltung.
Die Person steht im Mittelpunkt. Ausgangspunkt sind die Stärken,
Fähigkeiten und Möglichkeiten einer Person. Im Sinne des
Leitgedankens der Inklusion geht es im Kontext Persönlicher
Zukunftsplanung immer auch um die Schaffung von Möglichkeiten
zur Teilhabe im Gemeinwesen und um die Frage, welche Rolle(n)
eine Person einnehmen möchte.
Zeitstruktur und Inhalte der Workshops -
Mittwoch: Intensiv-Workshop, Vermittlung der Inhalte,
Methoden u. Ideen zur praktischen Umsetzung in der alltäglichen
Praxis. Donnerstag / Freitag: Einsteiger-Workshop, Vermittlung
der Inhalte u. einiger Methoden.
Ulla Sievers (Spectrum Arbeit und Leben Lüneburg, Trainerin der
Persönlichen Zukunftsplanung), Tobias Zahn (Dozent bei der
agogis FBB in der Schweiz, Trainer der Persönlichen
Zukunftsplanung)
- Mitmach-Workshop: Wir wollen doch nur spielen….
Eine Gruppe Erwachsener steht im Kreis, singt und wackelt
gleichzeitig mit verschiedenen Körperteilen. Sie finden das eher
unpassend und denken das geht hier zu wie im Kindergarten? Oder
gehören Sie zu denjenigen, die Spaß an solchen Aktionen haben
und gerne in Zukunft ihre Projekttage oder Bildungsangebote mit
Erwachsenen mit spielerischen Elementen (noch mehr) auflockern
wollen? Dann ist das genau der richtige Workshop für Sie: Wir
wenden uns an all jene, die den Nutzen von erlebnispädagogischen
Spielen in der Arbeit mit Gruppen zu schätzen wissen und die
gerne mit Humor und Bewegung arbeiten sowie Lust auf einen
Erfahrungsgewinn und -austausch haben. Die Moderatorinnen
bringen einen Koffer voll Kennenlern-, Kooperations-,
Auflockerungsspielen mit. Außerdem Spiele zur Gruppendynamik,
Kommunikation und vielem Mehr. Die Teilnehmer/innen sind
aufgefordert, sich aktiv am Workshop zu beteiligen. Wer sich zu
diesem Workshop anmeldet, muss als Eintrittskarte eine
Spielanleitung mitbringen und darf seine Entertainer-Qualitäten
direkt zum Einsatz bringen, in dem das Spiel mit den Anwesenden
ausprobiert und hinterher besprochen wird.
Hinweis: Teilnehmer/innen-Anzahl
begrenzt auf höchstens 20 Personen!
Katharina Idasiak und Nancy Schmidt (ACCESS-Integrationsbegleitung
Erlangen-Nürnberg)
ca. 19.30 Uhr: Abendessen
„Qualität hat ihren Preis!“
- Personenzentrierung in Zeiten der Kosteneinsparung -
BAG UB Fachtagung 2012 im
Seminaris Hotel Bad Honnef
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Hauptkonferenz Donnerstag
22.11.2012
9.00 – 12.00 Uhr: Mitgliederversammlung
der BAG UB ab 12.00 Uhr: Mittagsimbiss
13.00 Uhr: Tagungseröffnung
Begrüßung zur Fachtagung der BAG UB 2012
Angelika Thielicke (1. Vorsitzende der BAG UB)
13.10 Uhr: Standortbestimmung
„Initiative Inklusion – Erste Erfahrungen und
Ergebnisse“
Dr. Peter Mozet (Bundesministerium für Arbeit und
Soziales)
13.50 Uhr: Fachvortrag
„Qualitätsstandards in der Rehabilitation – zehn
Thesen zu einer zeitgemäßen Prüfkultur“
Dr. Stefan Ackermann (SocialCert GmbH München)
14.30 Uhr – 14.45 Uhr: Pause 14.45 Uhr: Offenes
Forum - Diskussion
„Die Quadratur des Kreises – Wie passen Fachqualität,
Vergaberecht, Personenzentrierung und Kosteneinsparung
zusammen?“
Dr. Helga Seel (Bundesarbeitsgemeinschaft für
Rehabilitation),
Dr. Peter Mozet (Bundesmi-nisterium für Arbeit und
Soziales),
Dr. Stefan Ackermann (SocialCert GmbH München),
Dr. Christian Braun (Braun & Rieske Rechtsanwälte, Leipzig)
Moderation: Jörg Bungart (BAG UB)
15.45 Uhr – 16.30 Uhr: Pause 16.30 Uhr – 18.30
Uhr: Präsentation und Diskussion
- Workshop für unterstützte ArbeitnehmerInnen II / uA
In diesem Workshop wird es auch dieses Jahr wieder ein
inhaltliches Schwerpunktthema geben, aber auch die
Möglichkeit, sich mit Unterstützung durch ModeratorInnen
nach Bedarf und Interesse mit den Themen der Tagung zu
beschäftigen. Zusätzliche Angebote sind ein zweitägiger
Film- und ein zweitägiger Theaterworkshop. Im Filmworkshop
soll mit den TeilnehmerInnen das Arbeitsfeld von
JournalistInnen erkundet und dann eine Nachrichtensendung
zur Tagung produziert werden. Der Theaterworkshop bietet die
Chance, spielerisch neue (Traum-)Rollen auszuprobieren.
Dabei wird ein Theaterstück gemeinsam erarbeitet, geprobt
und am Freitag im Abschlussforum präsentiert. Auch die
Ergebnisse der anderen Gruppen sollen hier eine Bühne
bekommen. Wie immer sind Fachkräfte und UnterstützerInnen
von Menschen mit Behinderung herzlich eingeladen.
Doris Haake und Andrea Junginger (People First, Hamburg),
Unterstützer/innen: Angelika Thielicke (spectrum e.V./ BAG
UB), Claus Sasse (BAG UB), Sabrina Friess, Robert Kruschel
(Universität Halle-Wittenberg), Christoph Kaiser
(Schauspieler u. Theaterpädagoge), Eleonore Frölich (Comeniusschule
Schwetzingen), Katharina Idasiak, Nancy Schmidt (ACCESS-Integrationsbegleitung)
- Peer Counseling – Menschen mit Behinderung beraten
Menschen mit Behinderung
Peer Counseling unterstützt behinderte Ratsuchende bei
der Entwicklung von eigenen Problemlösungen und stärkt so
ihr Selbstwertgefühl. In diesem Zusammenhang heißen Menschen
„Peer", die zu ihrer Behinderung stehen und die somit
bewusst auf eine gemeinsame Lebenserfahrung zurückgreifen
können. Auch beim Weg ins Arbeitsleben kann das Peer
Counseling eine wichtige Unterstützung für behinderte
Menschen sein. In diesem Workshop können die Teilnehmenden
die Methode und Arbeitsweise des Peer Counseling an Hand von
Beispielen kennen lernen. Es werden Möglichkeiten aufgezeigt
wie z. B. im Rahmen der Unterstützten Beschäftigung ein/e
Peer Counselor/in eingesetzt werden kann.
Barbara Vieweg (Peer Counselorin, Bildungs- und
Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter –
bifos e.V.),
Stefan Göthling (Peer Counselor, Mensch zuerst - Netzwerk
People First Deutschland e.V.)
- Persönliches Budget zur Teilhabe am Arbeitsleben –
Möglichkeiten und Grenzen
Vorgestellt werden die Rahmenbedingungen für eine
Leistungsausführung im Rahmen eines trägerbezogenen oder
trägerübergreifenden Persönliches Budgets. Im Vordergrund
stehen dabei insbesondere die konkreten Einsatz- und
Umsetzungsmöglichkeiten, speziell für Alternativen zu den
etablierten Angeboten wie Maßnahme „Unterstützte
Beschäftigung“, Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM),
betriebliche und außerbetriebliche Ausbildung. Außerdem soll
auch auf grundsätzliche Problemstellungen bei der Umsetzung
(z.B. Trägerzulassung, Sozialversicherung) eingegangen
werden.
Jens Hansen (Bundesagentur für Arbeit)
- IFD und die Kooperation mit Kammern und
Arbeitgeberverbänden - „Bremer Vereinbarung für Ausbildung
und Fachkräftesicherung 2011-2013“
Im Rahmen der „Bremer Vereinbarung“ ist der
Integrationsfachdienst (IFD) Bremen seit Sommer 2009 mit der
Schaffung einer zentralen wirtschaftsnahen Anlaufstelle zur
Beratung von Betrieben zur Beschäftigungsförderung von
schwerbehinderten Menschen beauftragt. Diese ist räumlich in
der Handwerkskammer angebunden, das Personal wird vom IFD
gestellt. Das Beratungsangebot wird von der Handelskammer
Bremen, der Handwerkskammer Bremen und den
Unternehmensverbänden im Lande Bremen e.V. unterstützt. Es
wird aus Mitteln der Ausgleichsabgabe durch das
Integrationsamt Bremen finanziert. In diesem Workshop
berichten Praktiker über Erfahrungen, Hürden und Erfolge der
Umsetzung.
Gerd Finger,
Karin Wiechard und
Stefan Höppner (IFD Bremen)
- „ZERA“ - Zusammenhang zwischen Erkrankung,
Rehabilitation und Arbeit. Ein Gruppentrainingsprogramm zur
Unterstützung der beruflichen Rehabilitation psychisch
erkrankter Menschen
Menschen mit psychischen Problemen haben oft große
Schwierigkeiten, beruflich wieder Fuß zu fassen. Häufig ist
das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten verloren gegangen,
fehlende berufliche Erfahrungen schwächen das
Selbstvertrauen, aber auch das Bewusstsein der eigenen
Belastungsgrenze. Professionellen und Betroffenen fällt es
oft schwer das richtige Maß an beruflicher Belastung zu
finden, sowohl Über- wie auch Unterforderung zu vermeiden
und sich realistische Ziele zu stecken. ZERA (Zusammenhang
von Erkrankung, Rehabilitation und Arbeit) ist in der
Zwischenzeit ein Standardverfahren in der beruflichen
Rehabilitation für psychisch kranke Menschen. ZERA ist ein
Trainingskonzept mit sieben Unterprogrammen, das sehr
differenziert und in kleinen Schritten die Teilnehmenden an
ihre Fähigkeiten heranführt und bei der beruflichen
Zielplanung unterstützt. Es umfasst 20 Sitzungen und nimmt
etwa drei Monate in Anspruch. Der Aufbau entspricht dem
Baukastenprinzip, ist also flexibel. Die Ergebnisse der
wissenschaftlichen Begleituntersuchung haben gezeigt, dass
durch das Programm bei den Teilnehmenden ein erheblicher
Zuwachs des Wissens über die psychische Erkrankung und über
Arbeits- und Unterstützungssysteme erreicht werden. Die
Teilnehmer setzten sich realistischere Ziele und übernehmen
mehr Verantwortung für ihre berufliche Zukunft. ZERA lässt
sich gut mit den gängigen Hilfeplanungsinstrumenten
kombinieren und sichert eine angemessene Beteiligung der
Nutzer. Der Workshop gibt einen Überblick über das
ZERA-Programm und die Einsatzmöglichkeiten und lässt Raum
für Fragen und Diskussion. Die Workshopleiterin ist Autorin
des Programms und hat jahrelange Erfahrung in der Umsetzung
von ZERA.
Dr. Irmgard Plößl (Werkstätten des Rudolf-Sophien-Stifts)
- Die Entwicklung passgenauer Arbeitsplätze im Betrieb
– Erfahrungen und Beispiele
Für Menschen mit Behinderungen, die ansonsten
überwiegend in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM)
arbeiten, müssen Arbeitsplätze in Betrieben des allgemeinen
Arbeitsmarktes oftmals an ihre individuellen Fähigkeiten
angepasst werden, damit sie dort möglichst dauerhaft
arbeiten können. Übliche Arbeitsplätze entstehen aus den
Anforderungen eines Betriebes heraus, umfassen einen
bestimmten Leistungs- und Stundenumfang und werden von
einem/r dafür geeigneten Arbeitnehmer/in besetzt. Passgenaue
Arbeitsplätze sind neue, meist zusätzlich eingerichtete
Arbeitsplätze, die auch Teile eines üblichen Arbeitsplatzes
umfassen können. Immer werden sie aber an den Fähigkeiten
und Fertigkeiten des behinderten Menschen ausgerichtet, der
dort arbeiten möchte. Die Leistungsanforderungen werden dem
Leistungsvermögen des behinderten Menschen angepasst.
Ausgangspunkt eines passgenauen Arbeitsplatzes ist der
behinderte Mensch mit seinen individuellen Fähigkeiten und
Neigungen, für den geeignete betrieblich notwendige Arbeiten
gesucht und manchmal neu erfunden werden. Da dies in der
betrieblichen Praxis nicht immer zu 100% gelingen kann, ist
es ebenso wichtig auch nach Abschluss eines Arbeitsvertrages
bestehende Qualifizierungsbedarfe zu erkennen und zu
vereinbaren. Beispiele aus der betrieblichen Praxis werden
vorgestellt und diskutiert.
Andrea Kampf (Integrationsfachdienst, Soziales Förderwerk
e.V., Geschäftsstelle Annaberg)
- „Man muss es einfach mal ausprobieren, denn alle
Menschen sollen ja auch ihre Chance bekommen“
Seit 2007 nimmt die Maximilian-Kolbe Schule in
Lichtenfels (Bayern) am Projekt Übergang Förderschule Beruf
teil. Das Projekt wird in Kooperation des Bayerischen
Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, sowie des
Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und
Frauen gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit,
Regionaldirektion Bayern, im Rahmen des
Bundesförderprogramms Job4000 durchgeführt. Schüler/innen
der Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung
sollen die Chance erhalten, in den ersten Arbeitsmarkt
einzumünden. Heftig diskutiert werden immer wieder die
Kriterien für die Auswahl der Projektschüler/innen.
Lehrer/innen und Integrationsfachdienst berichten über ihre
gemeinsamen Erfahrungen in diesem Prozess. Der Stellenwert
von klassischen, diagnostischen Methoden und die Bedeutung
von Praktika werden anhand von erlebten
Eingliederungsverläufen erläutert.
Gisela Ruschig (Integrationsfachdienst Oberfranken), Arno
Bauerschmidt und
Elvira Schwegler (Maximilian-Kolbe Schule Lichtenfels)
- Berechnungsschema des Fachleistungsstundensatzes für
Integrationsfachdienste am Beispiel Hessen
Im Januar und Februar 2009 wurde durch eine vom
Landeswohlfahrtsverband Hessen in Auftrag gegebene
Untersuchung in Integrationsfachdiensten („Bemessung und
Bewertung des Aufwandes der auftragsbezogenen Tätigkeiten in
Integrationsfachdiensten“) Erkenntnisse zur Bemessung der
Höhe der Fachleistungsstunde in Hessen gewonnen. Im Rahmen
der Prüfung des Landesrechnungshofes Hessen im Jahr
2011/2012 wurde die Höhe der Fachleistungsstunde bemängelt
und gefordert, diesen Satz zu verändern (abzusenken). Der
Verwaltungsausschuss des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen
hat mit Genehmigung des Hessischen Sozialministeriums
(Aufsichtsbehörde) nunmehr die Höhe des
Fachleistungsstundensatzes neu festgesetzt. Dabei wurden die
Berechnungsgrundlagen der Ligaverbände als Grundlagen zur
Ermittlung herangezogen. Ziel dieses Workshops ist es, die
Grundlagen der Hessischen Berechnungssystematik zu
erläutern, um auf der Grundlage dieser Ergebnisse
Ansatzpunkte für Verhandlungen in anderen Bundesländern zu
vermitteln.
Brigitte Roth (Paritätischer Landesverband Hessen),
Oliver Rodenhäuser (Paritätischer Landesverband Hessen,
Vorstand BAG UB)
- Der Mensch im Mittelpunkt – Persönliche
Zukunftsplanung / uA
Unsere Erfahrungen aus der Schweiz und in Deutschland
zeigen, dass der ressourcenorientierende Ansatz der
Persönlichen Zukunftsplanung immer mehr in der Arbeit vor
Ort in Integrationsfachdiensten, Unterstützter Beschäftigung
und Schulen eingesetzt wird. Deshalb wird es dieses Angebot
an allen drei Tagen der Fachtagung geben. So können alle
TeilnehmerInnen, die es wollen, die Chance wahrnehmen,
Persönliche Zukunftsplanung kennenzulernen. Dieser Workshop
ist sowohl für Fachkräfte aus der sozialen Arbeit als auch
für unterstützte Arbeitnehmer/innen geplant. Persönliche
Zukunftsplanung umfasst eine Reihe von Methoden, um mit
einer Person über sich, die eigene Lebenssituation und die
Zukunft nachzudenken. Es geht darum, eine Vorstellung von
einer guten Zukunft zu entwickeln, Ziele zu setzen und diese
mit anderen Menschen Schritt für Schritt umzusetzen. Sie
bietet sich besonders zur Planung von Veränderungen, z.B. im
Übergang von der Schule in den Beruf oder bei der Suche nach
einem passenden Arbeitsplatz an. Persönliche Zukunftsplanung
beruht auf einer wertschätzenden Grundhaltung. Die Person
steht im Mittelpunkt. Ausgangspunkt sind die Stärken,
Fähigkeiten und Möglichkeiten einer Person. Im Sinne des
Leitgedankens der Inklusion geht es im Kontext Persönlicher
Zukunftsplanung immer auch um die Schaffung von
Möglichkeiten zur Teilhabe im Gemeinwesen und um die Frage,
welche Rolle(n) eine Person einnehmen möchte.
Zeitstruktur und Inhalte der Workshops
Mittwoch: Intensiv-Workshop, Vermittlung der Inhalte,
Methoden u. Ideen zur praktischen Umsetzung in der
alltäglichen Praxis. Donnerstag / Freitag:
Einsteiger-Workshop, Vermittlung der Inhalte u. einiger
Methoden.
Ulla Sievers (Spectrum Arbeit und Leben Lüneburg,
Trainerin der Persönlichen Zukunftsplanung),
Tobias Zahn (Dozent bei der agogis FBB in der Schweiz,
Trainer der Persönlichen Zukunftsplanung)
ca. 19.30 Uhr: Abendessen ca. 22.00 Uhr:
„Unterhaltungsprogramm / Disco!“ Hauptkonferenz
Freitag
23.11.2012
09.00 – 11.00 Uhr: Präsentation und Diskussion
- Workshop für unterstützte ArbeitnehmerInnen III /
uA
In diesem Workshop wird es auch dieses Jahr wieder
ein inhaltliches Schwerpunktthema geben, aber auch die
Möglichkeit, sich mit Unterstützung durch ModeratorInnen
nach Bedarf und Interesse mit den Themen der Tagung zu
beschäftigen. Zusätzliche Angebote sind ein zweitägiger
Film- und ein zweitägiger Theaterworkshop. Im
Filmworkshop soll mit den TeilnehmerInnen das
Arbeitsfeld von JournalistInnen erkundet und dann eine
Nachrichtensendung zur Tagung produziert werden. Der
Theaterworkshop bietet die Chance, spielerisch neue (Traum-)Rollen
auszuprobieren. Dabei wird ein Theaterstück gemeinsam
erarbeitet, geprobt und am Freitag im Abschlussforum
präsentiert. Auch die Ergebnisse der anderen Gruppen
sollen hier eine Bühne bekommen. Wie immer sind
Fachkräfte und UnterstützerInnen von Menschen mit
Behinderung herzlich eingeladen.
Doris Haake und Andrea Junginger (People First,
Hamburg),
Unterstützer/innen: Angelika Thielicke (spectrum e.V./
BAG UB), Claus Sasse (BAG UB), Sabrina Friess, Robert
Kruschel (Universität Halle-Wittenberg), Christoph
Kaiser (Schauspieler u. Theaterpädagoge), Eleonore
Frölich (Comeniusschule Schwetzingen), Katharina Idasiak,
Nancy Schmidt (ACCESS-Integrationsbegleitung))
- Berufliche Teilhabe nach
Schädel-Hirn-Verletzungen: Arbeit im „neuen Leben“ –
zwischen Wunsch und Wirklichkeit
Eine erworbene Hirnschädigung trifft nicht nur den
erkrankten oder unfallverletzten Menschen – auch
Familie, das Umfeld, die Kollegen im Betrieb sind
betroffen. In einem veränderten Leben müssen berufliche
Optionen oft neu gedacht, Alternativen entwickelt und
veränderte Leistungen anerkannt werden. Unterschiedliche
Beteiligte mit ihren vielfältigen Zielen, Interessen,
persönlichen Erwartungen und Handlungsmöglichkeiten
müssen hier zusammenwirken, eine gemeinsame Richtung
verfolgen, um gute Entwicklungsmöglichkeiten zu
schaffen. Ein gezieltes Fallmanagement kann dabei
sinnvoll unterstützen. Im Workshop sollen – unter
Nutzung von (Best-)Practice Beispielen – Erfahrungen
ausgetauscht, Chancen und Risiken im Kontext beruflicher
Integration von Menschen mit einer
Schädel-Hirn-Verletzung erörtert und daraus Empfehlungen
für die Praxis abgeleitet werden.
Annett Reimann und
Hendrik Persson (InReha GmbH Hamburg)
- Initiative Inklusion – Die Umsetzung in Bayern
Die bayerische Ausgestaltung der Bundesinitiative
Inklusion trägt den Erfahrungen aus der Praxis für eine
erfolgreiche und nachhaltige Umsetzung der Anliegen
Rechnung, in dem das Integrationsamt zusätzliche
Leistungen zu den Handlungsfeldern aus dem Programm "
Chancen schaffen " ausreichen kann. Die
unterschiedlichen begleitenden Leistungen des
Integrationsfachdienstes (IFD) in Bayern sind dabei ein
wichtiger Faktor.
Karin Wirsching (Zentrum Bayern Familie und
Soziales),
Kerstin Altenbeck (Leiter/in des Integrationsamtes
Bayern)
- Übergang 500 plus – Förderung des Übergangs von
Beschäftigten einer WfbM auf den allgemeinen
Arbeitsmarkt
Im Rahmen der Inklusion ist es für den
Landschaftsverband Rheinland (LVR) ein wichtiges Ziel,
noch mehr Menschen mit Behinderung eine Beschäftigung
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Das
Programm „Übergang 500 plus – mit dem LVR-Kombilohn“
(Laufzeit: 2011-2016) ergänzt und führt den mit
verschiedenen anderen Instrumenten erprobten Weg fort.
Zur Zielgruppe gehören Schülerabgängerinnen und
Schulabgänger sowie WerkstattwechslerInnen aus dem
Berufsbildungs- sowie dem Arbeitsbereich mit anerkannter
Schwerbehinderung und anerkannter wesentlicher
Behinderung. Der Landschaftsverband Rheinland bietet
damit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einer WfbM mit
dem Wunsch einer Beschäftigung auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt eine gezielte Unterstützung bei der
Integration in ein sozialversicherungspflichtiges
Beschäftigungsverhältnis an. Nach den bisherigen
Erfahrungen ist eine Kombination aus finanziellen
Leistungen und fachdienstlicher Unterstützung in diesem
Sinne zielführend. In diesem Workshop werden sowohl das
Konzept anhand praktischer Beispiele als auch erste
Zwischenergebnisse vorgestellt.
Norbert Wosnitzka (Landschaftsverband Rheinland -
Integrationsamt)
- Nachhaltige Sicherung von Arbeitsplätzen – Die
Sichtweise der Betriebe
Die Sicherung von Arbeitsplätzen für Menschen mit
einer Behinderung ist die traditionelle Aufgabe der IFD.
Um dabei erfolgreich zu sein, ist es wichtig, die
Bedarfe der Betriebe / Arbeitgeber / Vorgesetzten /
KollegInnen zu kennen. Die langjährigen Erfahrungen der
IFD in diesem Tätigkeitsfeld mit unterschiedlichen
Arbeitgebern und betrieblichen Situationen werden zur
Diskussion gestellt. Was sind auf Seiten des/der
Arbeitnehmer/in und auf Seiten des Betriebes die
zentralen Voraussetzungen, um nachhaltig Arbeitsplätze
zu sichern? Im Workshop wird versucht diesen Bedarfen
auf den Grund zu gehen. Die Sichtweise der Betriebe
steht hierbei im Mittelpunkt.
Tatjana Mundhenk und
Anke Bajon (Integrationsfachdienst Köln),
Martina Will (Integrationsfachdienst Mittelfranken,
Nürnberg),
N.N. (Betriebsvertreter/in)
- ‚support‘: Dienstleistungsnetzwerk für sächsische
KMU – Unternehmenszentrierte Ansätze zur Verbesserung
der Beschäftigungssituation von Menschen mit
Behinderungen
Im Januar 2010 startete mit ‘support’ ein Projekt im
Rahmen des Aufrufs zu einer Allianz zur
Beschäftigungsförderung für Menschen mit Behinderungen
im Freistaat Sachsen. In Beauftragung und finanziert
durch den Kommunalen Sozialverband Sachsen –
Integrationsamt – sollen durch ‘support’ gezielt kleine
und mittlere Unternehmen (KMU) rund um die Themen
Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit
Behinderungen unterstützt werden. Das Projekt basiert
unter anderem auf Erfahrungen des Unternehmerverbandes
Sachsen bei der erfolgreichen Durchführung von
arbeitsmarktpolitischen Vorhaben der letzten Jahre. Es
soll dazu beitragen, die Beschäftigungschancen von
Menschen mit Behinderungen zu verbessern, indem
Unternehmen sensibilisiert und beraten werden und eine
professionelle externe Dienstleistung alle Schritte in
der Integrationsabfolge für das Unternehmen übernimmt.
Ziel des Projektes ist der Aufbau eines
Dienstleistungsnetzwerkes für sächsische KMU, das alle
Leistungen rund um die Beschäftigung und Ausbildung
schwerbehinderter, behinderter und von Behinderung
bedrohter Menschen aus einer Hand bietet. Das heißt: Der
Unternehmer hat im Idealfall nur einen Ansprechpartner
für alle damit verbundenen Belange. Damit werden
zugleich Argumente aus der Unternehmerschaft
aufgegriffen, die den Zuständigkeitsdschungel und
teilweise hohen formalen und zeitlichen Aufwand für
Unternehmen im Integrationsprozess beklagen. Stand und
Perspektiven des Ansatzes werden vorgestellt und
Probleme sowie Grenzen bei der Umsetzung diskutiert.
Dr. Wolfgang Degner (Soziales Förderwerk e.V.
Chemnitz)
- Wege in Ausbildung und Beruf - Ergebnisse und
Ausblicke aus dem Projekt „Beruf inklusiv“
Mit der UN-BRK sind Schulen verstärkt aufgefordert,
junge Menschen mit Behinderungen gemeinsam mit
nichtbehinderten Schülerinnen und Schülern zu
unterrichten. Steigende Zahlen integrativ unterrichteter
Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen
in Thüringen lassen in diesem Bereich Fortschritte
erkennen. Damit steigt auch die Zahl derjenigen
Jugendlichen, die eine Ausbildung auf dem inklusiven Weg
absolvieren oder eine Arbeit außerhalb der Werkstätten
für Menschen mit Behinderungen aufnehmen möchten. Diese
positive Entwicklung stellt auch berufsbildende Schulen,
ausbildende Unternehmen sowie alle weiteren Akteure am
Übergang von Schule in Beruf vor neue Herausforderungen.
Das Projekt BERUF inklusiv unterstützt junge Menschen
mit Behinderungen sowie die Akteure dabei, den Übergang
aus der Schule in die berufliche Bildung und damit in
den Arbeitsmarkt zu erreichen bzw. zu gestalten. Zu den
Aktivitäten des Projektes gehören die Durchführung einer
qualitativen Bedarfsanalyse, die Sensibilisierung zu
Themen der beruflichen Integration und Inklusion und die
Vernetzung der Akteure im Handlungsfeld Übergang Schule
– Beruf. Weiterhin werden Unternehmen modelhaft zu den
Themen Ausbildung und Beschäftigung von Jugendlichen mit
Behinderungen beraten. Ziel ist es, Wege zur beruflichen
Integration von jungen Menschen mit Beeinträchtigungen
aufzuzeigen. Ergebnisse werden in den Ende 2012
erscheinenden Ratgeber zum Übergang von Schule in Beruf
für Jugendliche, Eltern, Schulen sowie Unternehmen
zusammengefasst. Im Workshop wollen wir die Erfahrungen
und die Ergebnisse des Projektes vorstellen und über
weitere Bedarfe sowie Unterstützungsmöglichkeiten für
die Akteure am Übergang von Schule in Beruf diskutieren.
Kathleen Müller und
René Arnold (Projekt „Beruf inklusiv“, Institut f.
Berufsbildung u. Sozialmanagement Erfurt)
- Der Mensch im Mittelpunkt – Persönliche
Zukunftsplanung / uA
Unsere Erfahrungen aus der Schweiz und in
Deutschland zeigen, dass der ressourcenorientierende
Ansatz der Persönlichen Zukunftsplanung immer mehr in
der Arbeit vor Ort in Integrationsfachdiensten,
Unterstützter Beschäftigung und Schulen eingesetzt wird.
Deshalb wird es dieses Angebot an allen drei Tagen der
Fachtagung geben. So können alle TeilnehmerInnen, die es
wollen, die Chance wahrnehmen, Persönliche
Zukunftsplanung kennenzulernen. Dieser Workshop ist
sowohl für Fachkräfte aus der sozialen Arbeit als auch
für unterstützte Arbeitnehmer/innen geplant. Persönliche
Zukunftsplanung umfasst eine Reihe von Methoden, um mit
einer Person über sich, die eigene Lebenssituation und
die Zukunft nachzudenken. Es geht darum, eine
Vorstellung von einer guten Zukunft zu entwickeln, Ziele
zu setzen und diese mit anderen Menschen Schritt für
Schritt umzusetzen. Sie bietet sich besonders zur
Planung von Veränderungen, z.B. im Übergang von der
Schule in den Beruf oder bei der Suche nach einem
passenden Arbeitsplatz an. Persönliche Zukunftsplanung
beruht auf einer wertschätzenden Grundhaltung. Die
Person steht im Mittelpunkt. Ausgangspunkt sind die
Stärken, Fähigkeiten und Möglichkeiten einer Person. Im
Sinne des Leitgedankens der Inklusion geht es im Kontext
Persönlicher Zukunftsplanung immer auch um die Schaffung
von Möglichkeiten zur Teilhabe im Gemeinwesen und um die
Frage, welche Rolle(n) eine Person einnehmen möchte.
Zeitstruktur und Inhalte der Workshops
Mittwoch: Intensiv-Workshop, Vermittlung der Inhalte,
Methoden u. Ideen zur praktischen Umsetzung in der
alltäglichen Praxis. Donnerstag / Freitag:
Einsteiger-Workshop, Vermittlung der Inhalte u. einiger
Methoden.
Ulla Sievers (Spectrum Arbeit und Leben Lüneburg,
Trainerin der Persönlichen Zukunftsplanung),
Tobias Zahn (Dozent bei der agogis FBB in der Schweiz,
Trainer der Persönlichen Zukunftsplanung)
- Unterstützte Beschäftigung (UB) nach § 38a SGB IX
– Aktuelle Ergebnisse aus dem Projekt „Fachkompetenz
Unterstützte Beschäftigung“
Das Projekt „Fachkompetenz in Unterstützter
Beschäftigung“ startete im Januar 2011 und begleitet die
Durchführung der Maßnahme UB bis Mitte 2014. Es wird vom
Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert. Im
Internet werden im Fachinformationspool (FIP) eine
Vielzahl von Informationen bereitgestellt (www.bar-frankfurt.de/fip.html):
Fragen & Antworten, didaktisch-methodische Materialien
und Umfrageergebnisse zur Umsetzung von UB. Daneben
nimmt der Fachaustausch zwischen den Leistungserbringern
und den Leistungsträgern einen wichtigen Stellenwert ein
und die Anbieter werden bei der Öffentlichkeitsarbeit
mit Betrieben unterstützt. Ein Film zum Job Coaching im
Betrieb wurde erstellt. Im Projektbeirat werden Fragen
und Problemfelder angesprochen und Lösungen entwickelt.
Dies betrifft insbesondere die Schnittstelle
innerbetriebliche Qualifizierung und Berufsbegleitung.
Die bisherigen Ergebnisse, bewährte Praxis und noch
offene Fragen werden präsentiert und zur Diskussion
gestellt.
Sascha Köhne (Bundesministerium für Arbeit und
Soziales),
Jens Hansen (Bundesagentur für Arbeit),
Karl-Friedrich Ernst (Bundesarbeitsgemeinschaft der
Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen),
Birgit Nickel und
Jörg Bungart (BAG UB)
11.00 Uhr – 11.30 Uhr: Pause 11.30 Uhr –
12.00 Uhr: Abschlussforum
„Für eine Handvoll Euro!“
Eine Präsentation unterstützter
Arbeitnehmer/innen
Moderation: Claus Sasse (BAG UB)
12.00 Uhr – 13.00 Uhr: Mittagsimbiss
13.00 Uhr: Ende der Fachtagung
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