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Verbesserung der Teilhabe von behinderten Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf am Arbeitsleben durch Qualifizierung und Beratung der beteiligten Fachkräfte und ihrer Dienste

Das seit Mai 2004 bundesweit durchgeführte und von Aktion Mensch geförderte Weiterbildungsprojekt „Verbesserung der Teilhabe von behinderten Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf am Arbeitsleben durch Qualifizierung und Beratung der beteiligten Fachkräfte und ihrer Dienste“ endet im April 2006.

Während des Berichtzeitraumes war die Durchführung von sechs Seminaren vorgesehen. Jeweils zwei Seminare zum Thema „Berufliche Integration von Menschen mit psychischer Erkrankung“ sowie zum Thema „Professionelle Akquisition geeigneter Arbeitsplätze für Menschen mit psychischen Erkrankungen und starken Lernschwierigkeiten“ wurden erfolgreich durchgeführt. Außerdem fand ein Seminar zum Themenschwerpunkt „Berufliche Integration von Menschen mit starken Lernschwierigkeiten“: „Lernen angemessen gestalten - Neue Ansätze zur Erweiterung sozialer, kommunikativer und fachlicher Kompetenzen am Arbeitsplatz“ statt. Ausgefallen ist hingegen das Seminar: „Ein Weg (zurück) ins Arbeitsleben – aber wie? Strategien für eine berufliche Integration von Menschen mit erworbener Hirnschädigung“.

Im Rahmen der Kooperation mit InReha (Kompetenznetzwerk für Integration; Hamburg), wurde ergänzend zum allgemeinen Seminarprogramm ein zweites Tagesseminar durchgeführt: „Case Management zur Optimierung der Integrations- und Rehabilitationsbegleitung“.

Eine zweite Kooperation ermöglichte es der BAG UB, das bestehende Seminarangebot um ein zusätzliches Angebot zu erweitern: Auf Anfrage des Beruflichen Trainingszentrums in Köln (BTZ) fand eine Schulung von GruppenleiterInnen statt, die eine Qualifizierung zur geprüften Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung in Werkstätten für (psychisch) behinderte Menschen absolvierten. Zudem wurde ein Schulungstag zum Thema „Grundlagen zu Lern- und geistiger Behinderung“ durchgeführt.

Ein weiteres Projektziel bestand darin, Integrationsfachdienste (IFD) durch Beratung bei der Qualitätssicherung ihrer Angebote zu unterstützen. Die BAG UB erhielt im Sommer 2005 eine entsprechende IFD-Anfrage. Sie erfolgte durch einen Träger aus Schleswig-Holstein. Dort hatten die Mitarbeiter/innen i.d. Regel sowohl begleitende wie vermittelnde Tätigkeiten zu erfüllen. Eine Anhebung der Betreuungszahlen im begleitenden Bereich wurde zum Anlass genommen, Maßnahmen zu planen, um trotz gestiegener Fallzahlen weiterhin qualitativ hochwertige Arbeit leisten zu können. Das Seminar „Veränderter Betreuungsschlüssel – Veränderungen in der Arbeit gestalten“ fand im Dezember 2005 statt.

Rückmeldungen von Fachkräften, Trägern, Leistungsträgern und Kooperationspartnern zu der Präsentation der Angebote und der inhaltlichen Schwerpunktsetzung der Seminare waren insgesamt sehr positiv. Auch die Auswahl der Referent/innen, die hohe Praxisorientierung in den Seminaren die Möglichkeit von Fallbearbeitungen und die Begleitung der überwiegenden Zahl der Seminare durch die Projektleiterin vor Ort wurden sehr positiv bewertet. Insgesamt wurden in diesem Projekt qualitativ hochwertige Seminare angeboten, die zu einer Sensibilisierung bei der Unterstützung von besonders betroffenen behinderten Menschen beigetragen haben. Als besonders innovativ wurden die Seminarreihen zur beruflichen Integration von Menschen mit psychischer Erkrankung und von Menschen mit starken Lernschwierigkeiten beschrieben. Dennoch konnten nicht immer die erwarteten Anmeldezahlen erreicht werden. Folgende Begründungen wurden mehrfach gegeben:

  • der gesamte Bereich der beruflichen Rehabilitation war im gesamten Projektzeitraum durch große Verunsicherung geprägt. Kostendruck, weg brechende Maßnahmen bzw. stark reduzierte Teilnehmerzahlen, Entlassungen, steigende Betreuungsschlüssel und gestiegene Vermittlungserwartungen führten dazu, dass das Thema Weiterbildung keine hohe Priorität bei Mitarbeiter/innen und Trägern hatte. Dies wurde in 2005 auch durch die Reha-Akademie in Bonn bestätigt (bundesweite Koordinations- und Organisationsstelle von Weiterbildungsangeboten im Bereich der Rehabilitation und Integration), deren Anmeldezahlen ebenfalls weit hinter denen vergangener Jahre zurückblieben.
  • In vielen Bundesländern ist die Finanzierung der IFD nicht langfristig gesichert. Sie stehen vielerorts unter enormen Druck, Vereinbarungen mit Leistungsträgern zu akquirieren, um Aufträge zur Vermittlung schwer behinderter Arbeit suchender Menschen zu erhalten. Zusätzlich ist die Finanzierung der IFD durch Vermittlungsgutscheine bei Beauftragung durch die Agenturen für Arbeit nicht kostendeckend.

Ein weiteres Projektziel bestand in einem Seminarangebot zum Thema „Unterstützungsmöglichkeiten der Agenturen für Arbeit durch IFD bei der Beratung von Schüler/innen im Übergang Schule-Beruf“. Es gab während des gesamten Projektzeitraums keine positiven Berichte von IFD, dass Kooperationen mit den Agenturen für Arbeit entstanden sind, um den Übergang Schule-Beruf für Schüler/innen mit Rehabilitationsanspruch frühzeitig gemeinsam zu gestalten. Im Gegenteil, die Bundesagentur für Arbeit beansprucht nach eigener Aussage in einem „IFD-Standortgespräch“ diesen Aufgabenbereich für sich allein. Die Idee, im Rahmen dieses Projektes ein Seminar mit best-practice-Beispielen zu diesem Thema zu gestalten, war damit nicht umsetzbar.

Im Rahmen dieses Projektes wird die Nachhaltigkeit in folgender Form gewährleistet: Die berufsbegleitende Qualifizierung für Integrationsberater/innen, die die BAG UB seit 1998 anbietet, wurde neu konzipiert. In einer neu eingeführten mittleren Ausbildungsphase mit 6 Wahlmodulen konnten einige der im Projekt angebotenen Seminare integriert werden.

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