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Fachtagung 2017

„Zukunftsmodelle der Arbeit –
Welche Rolle spielt der Mensch?“

Gestaltungsräume - Handlungserfordernisse - Werte

ZEIT: 15. bis 17. November 2017 / ORT: Hotel Ringberg in Suhl

Informationen zur:
Patenschaft für unterstützte Arbeitnehmer_innen - Solidarische Teilhabe gefordert!

Veränderungen in der Arbeitswelt und ihre Auswirkungen auf die Chancen und Risiken für Arbeitsuchende und Arbeitende werden zunehmend diskutiert. Unter den Stichworten Arbeiten 4.0 und Digitalisierung wird thematisiert, dass viele Jobs verschwinden, aber auch neue geschaffen werden. Die Digitalisierung ist kein neues Phänomen, aber Breite, Tiefe und Geschwindigkeit nehmen deutlich zu. Dabei liegen die Zukunftsvorstellungen weit auseinander. Sie reichen von radikalem Wandel, der eher als Bedrohung wahrgenommen wird, bis hin zur aktiven Gestaltung und Nutzung der im Wandel liegenden Möglichkeiten. Herausforderungen sind u.a. Übernahme einfacher aber auch komplexerer Tätigkeiten durch Roboter, Fachkräftemangel, komplexere Arbeitsstrukturen, gesundheitliche Risiken, Abkoppelung von Menschen mit Beeinträchtigungen, regelmäßige Weiterbildung und Anpassungsdruck. Gelegenheiten sind z.B. steigende Arbeitsproduktivität, Flexibilisierung von Arbeitszeit und –ort, neue Beschäftigungsfelder sowie Integration von Arbeitskräften mit bislang geringeren Chancen.

Was heißt das nun konkret, insbesondere für Menschen mit Behinderung und Jobs mit unterschiedlichen Qualifikationsniveaus? Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat dazu ein „Weißbuch Arbeiten 4.0“ herausgegeben und eine Sammlung „guter Praxis“ veröffentlicht. Dort finden sich betriebliche Beispiele wie „Sicheres Arbeiten dank Reinigungsroboter“, „Abwechslungsreichere Tätigkeiten mit Assistenzroboter“ und „Kommissionieren mit Datenbrille“. Letzteres ist gute Praxis der Schmaus GmbH, die ihr Beispiel auf unserer Tagung in Kooperation mit der Technischen Universität München vorstellt. Die Interaktion von Mensch und Maschine ist bei den genannten Beispielen offensichtlich. Doch welche Rolle spielt der Mensch dabei? Wie flexibel muss, kann und soll der Mensch sein? Wie sind Beschäftigung und ein ausreichendes Einkommen zu sichern, wenn heute schon Personen aus dem Arbeitsmarkt - auch langfristig - ausgegrenzt sind? Wie lassen sich gesunde Arbeitsbedingungen gestalten und ausbauen? Welche Formen der Qualifizierung und Weiterbildung sind erforderlich? Wie können Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf betrieblich integriert werden? Wie müssen angesichts dieser Fragen Unternehmen und Arbeit in Zukunft organisiert sein? Was bedeutet es für eine Gesellschaft, wenn immer mehr Menschen aus dem Arbeitsmarkt ausgeschlossen werden? Bleibt eine inklusive Gesellschaft eine Illusion oder wie kann sie erreicht werden? „Der Mensch und seine Bedürfnisse müssen bei der Diskussion um die Zukunft der Arbeit im Mittelpunkt stehen“, formuliert Liz Mohn, stellvertretende Vorsitzende der Bertelsmann Stiftung. Das klingt nach den Grundprinzipien der Konzepte Unterstützte Beschäftigung und Persönliche Zukunftsplanung. Aber was bedeutet es wirklich? Zu diesen und weiteren Fragen wollen wir mit verschiedenen Akteuren diskutieren.

Chancen und Herausforderungen liegen auch in der aktuellen Gesetzesänderung, dem Bundesteilhabegesetz. Auch hier erscheint manches möglich und einiges wird befürchtet. Mit den neuen gesetzlichen Grundlagen wie „andere Leistungsanbieter“, „Budget für Arbeit“ und das neue „Teilhabeplanverfahren“ sollen Menschen mit Behinderung neue Wahlmöglichkeiten zur Teilhabe am Arbeitsleben an die Hand gegeben werden. Ziel des Gesetzgebers ist es, die Person statt der Institution in den Mittelpunkt der Teilhabeleistungen zu stellen und die Kosten der Eingliederungshilfe zu dämmen. Welches der Ziele steht im Fokus?

Zwar hat sich in den letzten 20 Jahren einiges im Sinne der UN-Behindertenrechts-konvention verbessert, aber noch steht der Mensch nicht im Mittelpunkt. Teilhabeleistungen sind noch stärker zu individualisieren, im allgemeinen Sozialraum zu verankern und sowohl Leistungsträger als auch Leistungsanbieter müssen sich als Dienstleister für Menschen mit Behinderung verstehen. Das geht nur im Dialog und auf Augenhöhe. Berufliche Wege sind offen und durchlässig zu gestalten, strukturelle Hürden und Barrieren in den Köpfen sind abzubauen. Zuverlässige Netzwerkstrukturen und Angebotsqualität sind personenzentriert und flächendeckend sicher zu stellen. Das wird weiterhin unsere Aufgabe der nächsten Jahre sein, daran wollen wir weiterarbeiten. Dazu bieten sich für Menschen mit und ohne Behinderung an allen drei Tagungstagen Gelegenheit, sich mit Themen und Fragen auseinanderzusetzen und im Gesprächen zu vertiefen.

Wir laden Sie herzlich ein zum Fachaustausch. Die Referent_innen und Vortragenden der Tagung präsentieren ihre Sichtweisen und Erfahrungen. Viele Beispiele „guter Praxis“ finden Sie im Programm unserer Jahrestagung.

Wir wünschen Ihnen inspirierende Begegnungen, Mut machende Anregungen und neuen Elan für Ihre Arbeit!

Team und Vorstand der BAG UB

Die Veranstaltung ist unterteilt in
Vorkonferenz (15.11.17, ab 14.00 Uhr) und
Hauptkonferenz (16.-17.11.17, ab 13.00 Uhr).

Am Vormittag des 16.11.17 wird die Mitgliederversammlung der BAG UB abgehalten.

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Vorkonferenz Mittwoch 15.11.2017

Ab 12.30 Uhr: Mittagsimbiss

14.00 Uhr – 18.30 Uhr: Methodische Workshops mit Pause

1. Gemeinsamer Auftakt der unterstützten ArbeitnehmerInnen

Hier treffen sich die unterstützten Arbeitnehmer_innen, die an der Tagung teilnehmen, zum Kennenlernen. Der Ablauf der Tagung und die inklusiven Workshops werden vorgestellt und es wird über das Tagungsthema diskutiert.

- Doris Haake (Mensch zuerst, Hamburg), Angelika Thielicke (spectrum e.V./ BAG UB)

Tagungsbegleitende Kreativ-Workshops I (inklusiv)

Es stehen vier tagungsbegleitende Workshops zur Auswahl: ein Film-Workshop, ein Theater-Workshop, ein Musik-Workshop und ein Kreativ-Workshop. Sie finden parallel zu den anderen Angeboten während der Tagung statt (Mittwoch bis Freitag). Am Freitag werden die Workshopergebnisse beim Abschlussforum präsentiert. Die Workshops sind für alle Tagungsteilnehmenden offen. Die Teilnahme am Film- bzw. Theater-Workshop nur während einer der drei Workshopphasen ist nicht möglich. Theater- und Filmworkshop arbeiten auch während der Plenumsveranstaltungen am Donnerstag.

- Julia Bayer und Cornelia Sturm (ACCESS Integrationsbegleitung Erlangen-Nürnberg-Bamberg), David Jahr und Max Haberstroh (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Christoph Kaiser (Schauspieler u. Theaterpädagoge) und Eleonore Frölich (Comeniusschule Schwetzingen), Josua Mette, Miriam Hering, Thilo Hahn (spectrum e.V.) und Doris Haake (Mensch zuerst, Hamburg)

2. Auf den Weg in Arbeit mit Unterstützung digitaler Medien – Einsatz digitaler Medien in der beruflichen Qualifizierung und Begleitung von Menschen mit Lernschwierigkeiten

Vielfach werden auch heute noch hauptsächlich Merkhefte, Abhaklisten und Piktogramme o.ä. als Hilfsmittel im Jobcoaching eingesetzt. Obwohl mehr als 75% der deutschen Bevölkerung Smartphones nutzen und mehr als 88% der Smartphone-Nutzer zwischen 14 und 64 Jahren und damit im erwerbsfähigen Alter sind (Statista 2012-2016; Statista 2016), spielt der Einsatz von Smartphones oder Tablets in der betrieblichen Orientierung und Qualifizierung sowie in unterstützten Arbeitsverhältnissen bisher kaum eine Rolle. In diesem Workshop stellen wir verschiedene Applikationen vor, die für die berufliche Orientierung und Qualifizierung sowie als Hilfsmittel in unterstützten Arbeitsverhältnissen eingesetzt werden können. Meist sind dies für andere Funktionen entwickelte Apps, die für die berufliche Qualifizierung umgenutzt werden können. Es wird im Rahmen dieses Workshops die Gelegenheit geben, vieles selbst auszuprobieren und sich zu Erfahrungen auszutauschen. Der Workshop richtet sich sowohl an unterstützte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer als auch an Qualifikanten der beruflichen Bildung und an Fachkräfte. Wer hat, bringe bitte Smartphone oder Tablet mit. Durch die vorhandene Anzahl von mobilen Endgeräten beschränkt sich die Teilnehmer_innenzahl in diesem Workshop auf 25 Personen.

- Delia Ramcke und Lars Winter (Hamburger Arbeitsassistenz)

3. Zukunft der Arbeit?!? – Was bedeutet das für die Praxis der Teilhabe am Arbeitsleben?

Unter dem Oberbegriff Arbeiten 4.0 verbergen sich Veränderungsprozesse in der Arbeitswelt, die mit einer massiv zunehmenden Digitalisierung und Technisierung verbunden sind. Diese haben Einflüsse auf Arbeitstätigkeiten und Berufe, auf Arbeitsabläufe, auf Formen der Zusammenarbeit, Hierarchien und Entscheidungsstrukturen, auf die Entwicklung von Hilfsmitteln für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen, auf Weiterbildungsbedarfe und -möglichkeiten, auf Kommunikationsstrukturen in Betrieben und die Flexibilisierung von Arbeitszeiten und -orten u.v.a.m. Was kommt da auf uns zu? Was hat uns bereits erreicht? Welche Gefahren und welche Chancen bieten diese Veränderungen für die Zielgruppe der Menschen mit Unterstützungsbedarf, die von unterschiedlichen Fachleuten begleitet werden (IFD, UB, WfbM, Tagesförderstätten etc.)? Wird es weniger in Frage kommende Arbeitsplätze für unterstützte Beschäftigte geben? Oder andere bzw. neue Arbeitsfelder? Welche Herausforderungen ergeben sich für die Unterstützung von Menschen mit Behinderung in der Vermittlung und Arbeitsplatzsicherung? Welche spezifischen Kompetenzen bringen unterstützte Beschäftigte mit, die vielleicht auch Lücken füllen, die die Digitalisierung und Technisierung hinterlassen? Im Workshop werfen wir einen Blick auf Einschätzungen und Prognosen von Expert_innen aus Wirtschaft, Forschung und Politik. Vor allem aber nutzen wir unsere eigenen Erfahrungen, Einschätzungen und Befürchtungen. Eingeladen sind alle, die Lust zum Mitdenken haben und ihre Ideen, Gedanken und Erfahrungen einbringen, um damit gemeinsam ein klareres Bild über die Gegenwart und Zukunft der Teilhabe am Arbeitsleben von Menschen mit Behinderung zu erhalten.

- Berit Blesinger und Kirsten Hohn (BAG UB), Dr. Wolfgang Degner (Soziales Förderwerk e.V., Chemnitz / BAG UB), Angelika Thielicke (spectrum e.V., Marburg / BAG UB), Thomas Wedel (Boxdorfer Werkstatt, Nürnberg / BAG UB)

4. Berufliche Weiterbildung durch Bildungscoaching

Berufliche Weiterbildung hat für alle Menschen eine große Bedeutung: Zum einen ist sie in einer sich schnell weiterentwickelnden Arbeitswelt eine wichtige Voraussetzung um die eigenen Teilhabemöglichkeiten zu erhalten oder zu vergrößern. Zum anderen dient sie aber auch der persönlichen Weiterentwicklung im Sinne eines lebenslangen Lernens. Vor allem Menschen mit Lernschwierigkeiten, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beschäftigt sind, nehmen bisher aber kaum an beruflicher Weiterbildung teil. Seit 2014 läuft das vom BMAS geförderte Projekt „Karriereplanung inklusive“. Ziel ist es, durch individuelles Bildungscoaching bestehende berufliche Weiterbildungsangebote auch für Menschen mit Behinderung zugänglich(er) zu machen. Im Workshop werden die unterschiedlichen Aufgaben des Bildungscoachs vorgestellt und unterstützte Arbeitnehmer_innen berichten von ihren Erfahrungen mit beruflicher Weiterbildung. Gemeinsam mit den Teilnehmer_innen im Workshop wollen wir uns über Möglichkeiten und Erfahrungen austauschen, Weiterbildungsangebote für Menschen mit Behinderung zu öffnen.

- Tina Schmidt, Andrea Kreißig und Philip Minut (SFW Chemnitz), Nadine Vennekohl, Achim Gösling und Maike Carlsen (Hamburger Arbeitsassistenz), Claudia Drechsel, Björn Ballbach und Manuel Reiter (ACCESS Integrationsbegleitung Nürnberg/Erlangen), Birgit Nickel und Claus Sasse (BAG UB)

5. Förder- und Qualifizierungsplanung in der Maßnahme „Unterstützte Beschäftigung“ – Individuelle betriebliche Qualifizierung nach § 38a SGB IX (InbeQ)

Im Workshop Förder- und Qualifizierungsplanung steht der Nutzen der Förderplanung als zentrales Gestaltungselement im Prozess am Beispiel der individuellen betrieblichen Qualifizierung nach § 38a SGB IX Abs. 2 (InbeQ) im Fokus. Der Phasenprozess der InbeQ wird beleuchtet und hilfreiche Handlungsschritte in der Förderplanung identifiziert. Die Frage nach einer teilnehmeradäquaten Formulierung der Zielvereinbarungen soll ebenso beantwortet werden wie die Frage nach einer sinnvollen Verzahnung mit der Qualifizierungsplanung für die betriebliche Qualifizierung. Insgesamt stehen folgende Inhalte im Mittelpunkt:

  • Phasen in der InbeQ: Inhalte und Ausrichtung / Ziele
  • In welcher Phase der InbeQ hat der Förderplan welchen Nutzen – welche Handlungsschritte brauche ich wann als Grundlage für mein pädagogisches Handeln?
  • Zielvereinbarungen: adressatengerechte Formulierung (Transparenz & Motivation, SMART-Kriterien, Einfache Sprache)
  • Übertrag von Förderzielen aus der Förderplanung in die Einarbeitungsplanung
  • Fortschreibung und zeitlicher Rahmen der Einarbeitungs- und Qualifizierungsplanung

Neben Fachkräften der InbeQ sind auch Fachkräfte aus anderen Leistungen der Teilhabe am Arbeitsleben eingeladen, sich über individuelle Förder- und Qualifizierungsplanungen auszutauschen und ihre Erfahrungen einzubringen.

- Xenia Rechner (FAW gGmbH, Fachbereich Rehabilitation, Aachen)

6. Chancen und Herausforderungen für die Teilhabe am Arbeitsleben im Rahmen des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) - Hinweis: Workshops zum BTHG werden auch Donnerstag und Freitag angeboten

Zentrale gesetzliche Regelungen des BTHG ab 2018 zur Verbesserung der Teilhabe am Arbeitsleben von Menschen mit Behinderung (hier explizit Personen mit Anspruch auf Beschäftigung in einer WfbM) sind das „Budget für Arbeit“ (§ 61 SGB IX -neu) und „Andere Leistungsanbieter“ (§ 60 SGB IX -neu). Insbesondere zur Leistung „Budget für Arbeit“ gibt es in Hamburg seit 2012 durch das „Hamburger Budget für Arbeit“ bereits Leistungsstrukturen und entsprechende Erfahrungen. Im Zusammenhang der bestehenden sogenannten „Sonstigen Beschäftigungsstätten“ stellt sich in Hamburg die Frage, wie die bisherigen Strukturen und Angebote ab 2018 mit Blick auf das BTHG rechtskonform und bedarfsgerecht gestaltet werden können. In dem Workshop soll über die Hamburger Vorerfahrungen berichtet werden. Die Teilnehmer_innen erhalten Gelegenheit zum fachlichen Austausch über die Herausforderungen, unter Berücksichtigung der ab 2018 durch das BTHG gültigen gesetzlichen Bestimmungen, Angebote und Strukturen konstruktiv und bedarfsgerecht zu gestalten. Stichworte für die Darstellung und Diskussion werden u.a. sein:

  • Vereinbarungen mit „Anderen Leistungsanbietern“,
  • Einbeziehung vorrangiger Leistungsträger (Bundesagentur für Arbeit, Deutsche Rentenversicherung, etc.),
  • Fachausschuss versus Teilhabeplanverfahren (§ 19ff. SGB IX –neu)
  • Durchlässigkeit in WfbM

- Dr. Dirk Mellies und Andrea Conrad (Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration / Eingliederungshilfe), Achim Ciolek (Hamburger Arbeitsassistenz)

7. Personenzentriertes Denken und Arbeiten – Menschen mit Behinderung in der beruflichen Teilhabe gut unterstützen

In diesem Workshop erfahren Sie anhand von vielen Erfahrungen und praktischen Methoden aus der Unterstützten Beschäftigung (UB) und dem Integrationsfachdienst (IFD), wie Sie eine Person personenzentriert unterstützen können. Die Person, um die es geht, steht im Mittelpunkt. Nicht andere entscheiden, was gut ist für die Person, sondern sie entscheidet für sich selbst. Wir berichten auch von einer Persönlichen Zukunftsplanung eines jungen Mannes aus der UB. Denn da wo die innere Flamme eines Menschen brennt, wo wir ihn wirklich hören und versuchen zu verstehen, ist Entwicklung möglich. Auf diese Weise wird die Tür zur Selbstbestimmung geöffnet. Die Kunst der personenzentrierten Begleitung ist sicherlich, die Wünsche und Interessen der von uns unterstützten Menschen in den beruflichen Kontext zu übersetzen. Unsere Erfahrung hat gezeigt: je personenzentrierter jemand begleitet wird, desto weniger Unterstützung ist langfristig nötig. Erst durch personenzentriertes Arbeiten wird Teilhabe wie die u.a. im Bundesteilhabegesetz (BTHG) geforderte Beteiligung und Selbstbestimmung ermöglicht. Wir zeigen Möglichkeiten auf, wir wollen Lust machen und neugierig machen, neue Wege zu probieren. Unser Workshop ist INKLUSIV.

- Karin Kremeike (spectrum arbeit Lüneburg), Ulla Sievers (spectrum arbeit Lüneburg, Trainerin in Persönlicher Zukunftsplanung)

8. Forum Qualitätsnetzwerk Jobcoaching

Gibt es gutes und schlechtes Jobcoaching? Lässt sich die Güte von Jobcoaching messen? Diese Veranstaltung ist ein Auftakt für die Gründung eines Forums Jobcoaching im Rahmen der BAG UB. Die Idee ist es, eine Entwicklungsplattform von Praktikerinnen und Praktikern für die Weiterentwicklung der Qualität von Jobcoaching ins Leben zu rufen. So entsteht gleichzeitig ein Qualitätsnetzwerk von Jobcoaches. Sie sind herzlich eingeladen, den Auftakt und den kreativen Austausch mitzugestalten: Wo soll die Reise hingehen? Welche Landkarten sind bereits für Sie vorhanden, welche können noch entwickelt werden? Eingeladen sind aktiv tätige Jobcoaches aus Integrationsfachdiensten, Berufsbildungswerken, Werkstätten oder in freiberuflicher Tätigkeit, sowie alle, die sich für dieses Thema interessieren und engagieren. Das Projekt wird unterstützt von: BAG UB, Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH), Hamburger Arbeitsassistenz, Forschungsprojekt JADE - Jobcoaching zur Arbeitsplatzsicherung definieren und evaluieren / HAWK - Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim, Weiterbildung zum Jobcoach UB (LWL/Landschaftsverband Westfalen-Lippe + Handwerkskammer Münster), IFB - Institut für berufliche Qualifizierung und Entwicklung, Job-Coaching-Weiterbildung (LVR/Landschaftsverband Rheinland und DVE/Deutscher Verband der Ergotherapeuten, Düsseldorf) sowie ACCESS Integrationsbegleitung Nürnberg/Erlangen.

- Reinhard Hötten (Forschungsprojekt JADE), Thorsten Hirsch (Jobcoach, Ergotherapeut Bc. of Health in OT, Systemischer Berater (SG), IFB - Institut für berufliche Qualifizierung und Entwicklung, Nottuln/Münsterland), Britta Leßmann (Jobcoach, Systemischer Coach und Prozessberaterin, Supervisorin SG, Osnabrück), Jörg Bungart (BAG UB)

9. ZUSATZANGEBOT: Landesarbeitsgemeinschaften der BAG UB – Austausch über Ziele, Strategien und Konzepte

Seit Jahren wird die Arbeit der BAG UB von Landesarbeitsgemeinschaften Unterstützte Beschäftigung (LAG UB; teilweise LAG Integrationsfachdienste oder LAG UB/IFD) in einzelnen Bundesländern unterstützt. Derzeit gibt es in Bayern, Berlin-Brandenburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und in Bremen / Niedersachsen (zuletzt im Mai 2017 gegründet) Landesarbeitsgemeinschaften der BAG UB. Landesarbeitsgemeinschaften sind von der BAG UB anerkannte Zusammenschlüsse von BAG UB-Mitgliedern, die in dem jeweiligen Bundesland durch regelmäßige Treffen und spezifische Ausrichtung Ihrer Arbeit helfen, das Konzept der Unterstützten Beschäftigung mit seinen unterschiedlichen Facetten weiterzutragen und regional zu verankern. Dabei agiert bislang jede LAG UB/IFD für sich, ein Austausch unter den LAGs über ihre Arbeit bzw. Konzeption, strategischen Ziele und Maßnahmen zur Erreichung, der Grad der Wahrnehmung/Anerkennung in der politischen Landschaft bzw. auf strategischer Ebene fand bis jetzt nicht statt. Dabei ist es gerade für die Mitglieder jüngerer LAGs wichtig, zu erfahren, wie es Mitgliedern gelungen ist, sich nach der Gründung einer LAG in ihrem Bundesland zu etablieren, welche Netzwerke sie aufgebaut bzw. welche Kooperationspartner sie „gefunden“ haben, welche Themen bearbeitet werden, wie die Öffentlichkeitsarbeit aufgestellt ist usw. Die BAG UB bietet den Mitgliedern unterschiedlicher LAG nun in einem Treffen auf der Tagung die Möglichkeit des Kennenlernens und des gemeinsamen Austauschs über Ziele, Strategien und Konzepte.

- Sabrina Keesen (BAG UB)

ca. 19.30 Uhr: Abendessen

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Hauptkonferenz Donnerstag 16.11.2017

9.00 – 12.00 Uhr: Mitgliederversammlung der BAG UB

ab 12.00 Uhr: Mittagsimbiss

 

13.00 Uhr: Tagungseröffnung

Begrüßung zur Fachtagung der BAG UB

- Angelika Thielicke (1. Vorsitzende der BAG UB)

13.10 Uhr: Fachvortrag

„Chancen und Risiken der Digitalisierung der Arbeit für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung"

- Dr. Dietrich Engels (Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik GmbH, Köln)

14.00 Uhr: Offenes Forum - Diskussion

„Zukunftsmodelle der Arbeit – Welche Rolle spielt der Mensch?“

Dr. Dietrich Engels (Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik GmbH)
Dr. Stefan Hardege (Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V.)
Sascha Köhne (Bundesministerium für Arbeit und Soziales)
Kirsten Vollmer (Bundesinstitut für Berufsbildung)
Adalbert Schmaus (Schmaus GmbH)
Dr. Alexandra Schmied (Bertelsmann Stiftung)

Moderation: Jörg Bungart (BAG UB)

15.30 Uhr – 16.30 Uhr: Pause

16.30 Uhr – 18.30 Uhr: Präsentation und Diskussion

1. Tagungsbegleitende Kreativ-Workshops II (inklusiv)

Es stehen vier tagungsbegleitende Workshops zur Auswahl: ein Film-Workshop, ein Theater-Workshop, ein Musik-Workshop und ein Kreativ-Workshop. Sie finden parallel zu den anderen Angeboten während der Tagung statt (Mittwoch bis Freitag). Am Freitag werden die Workshopergebnisse beim Abschlussforum präsentiert. Die Workshops sind für alle Tagungsteilnehmenden offen. Die Teilnahme am Film- bzw. Theater-Workshop nur während einer der drei Workshopphasen ist nicht möglich. Theater- und Filmworkshop arbeiten auch während der Plenumsveranstaltungen am Donnerstag.

- Julia Bayer und Cornelia Sturm (ACCESS Integrationsbegleitung Erlangen-Nürnberg-Bamberg), David Jahr und Max Haberstroh (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Christoph Kaiser (Schauspieler u. Theaterpädagoge) und Eleonore Frölich (Comeniusschule Schwetzingen), Josua Mette, Miriam Hering, Thilo Hahn (spectrum e.V.) und Doris Haake (Mensch zuerst, Hamburg)

2. Nachhaltigkeit in der Maßnahme „Unterstützte Beschäftigung“ – Wie gelingt es in der UB entstandene Arbeitsplätze langfristig zu sichern?

Im Rahmen des Projektes der BAG UB „Unterstützte Beschäftigung – Nachhaltigkeit und Qualitätssicherung der Teilhabe am Arbeitsleben“ (2015 – 2018) wird ein Fokus auf die Sicherung von Arbeitsverhältnissen gelegt, die für Teilnehmende der Maßnahme „Unterstützte Beschäftigung“ / Individuelle betriebliche Qualifizierung (InbeQ) nach § 38a SGB IX geschaffen wurden. Ein Teil des Projektes beschäftigt sich mit der Evaluation der 2. Phase der UB, der Arbeitsplatzsicherung. Es wurden Daten der Bundesagentur für Arbeit ausgewertet und eine Fragebogenerhebung bei den Leistungserbringern der Arbeitsplatzsicherung von ehemaligen InbeQ-Teilnehmenden durchgeführt. Hierbei gab es eine erfreulich hohe Beteiligung. Im Workshop werden erste Ergebnisse aus der Auswertung der BA-Daten und der Fragebogenerhebung vorgestellt und diskutiert. Im Mittelpunkt steht die Frage nach den Bedingungen und Kriterien für eine erfolgreiche, nachhaltige Arbeitsplatzsicherung für den Personenkreis. Ergänzt werden die Ergebnisse durch Einschätzungen von Vertreter_innen der Bundesagentur für Arbeit, eines Integrationsamtes und dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

- Kirsten Hohn und Jan Siefken (BAG UB), Yvonne Streit (Bundesagentur für Arbeit) Sascha Köhne (Bundesministerium für Arbeit und Soziales), Guido Kleb (Integrationsamt Baden-Württemberg)

3. Arbeit, Begegnung, soziale Vernetzung: Außengruppen im Sozialraum als neues Angebot von Tagesförderstätten

Im Rahmen des Aktion Mensch-Projekts „Zeit für Arbeit“ der BAG UB wurden verschiedene Modelle der Arbeitsangebote für Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf entwickelt und erprobt, die außerhalb der Räume der Tagesförderstätten stattfinden. Eines dieser Modelle ist die sozialräumlich ausgerichtete Außengruppe einer Tagesförderstätte. In diesem Workshop wollen wir zunächst ein Best Practice-Beispiel unseres Projektpartners Spastikerhilfe Berlin eG vorstellen. Zwischen den lebendigen Berliner Stadtteilen Pankow und Prenzlauer Berg nimmt eine feste Gruppe von Personen mit komplexem Unterstützungsbedarf arbeitsweltbezogene Teilhabeangebote in eigens dafür geschaffenen Räumlichkeiten sowie im Sozialraum wahr. Der Ort der Außengruppe ist als „Kiezladen“ konzipiert und damit zugleich so gewählt, dass gemeinsam mit den Teilnehmenden die Nachbarschaft erkundet und der soziale Raum als Ressource für Begegnungen und weitere externe Arbeitsmöglichkeiten erschlossen wird. Ein ähnliches Modell wurde unabhängig vom Projekt "Zeit für Arbeit" von der Boxdorfer Werkstatt entwickelt. Seit Mai 2017 betreibt hier eine Gruppe der Förderstätte mit vier Teilnehmer_innen mit komplexen Unterstützungsbedarf einen Laden im alten Ortskern, in dem Eigenprodukte der Werkstatt und mehr verkauft werden. Auch hier entstehen durch den Standort und die Kontakte mit der Nachbarschaft viele weitere Ideen, wie sich das Arbeitsangebot und die Kontaktmöglichkeiten erweitern lassen. In diesem Workshop werden wir das Modell „Außengruppe der Tagesförderstätten im Sozialraum“ anhand dieser beiden Beispiele präsentieren und zur Diskussion stellen. Abschließend wollen wir mit den Teilnehmenden diskutieren, inwieweit dieses Modell „Schule machen könnte“, also auf andere Regionen übertragbar ist bzw. wie es regional angepasst werden kann und müsste.

- Dr. Gabriele Niehörster (Spastikerhilfe Berlin eG), Thomas Wedel (BZB – Behindertenzentrum Boxdorf, Nürnberg)

4. „Work-by-Inclusion®“ – Forschung trifft Praxis: Entwicklung und Einsatz von visuellen Arbeitsmitteln für in Lagerprozessen tätige Gehörlose

Im Workshop möchten wir Sie im ersten Teil neugierig auf ein Beispiel in der freien Wirtschaft machen, wo Menschen mit Handicap in den unternehmerischen Wertschöpfungsprozess eingebunden sind. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderten überregionalen Forschungsprojektes www.work-by-inclusion.de ® stehen wir kurz vor dem erfolgreichen Projektabschluss im Dezember 2017. Die Schmaus GmbH arbeitet seit mehreren Jahren mit dem Integrationsfachdienst Soziales Förderwerk e. V. sowie dem KSV Sachsen (Integrationsamt) zur Einbindung schwerbehinderter Menschen in den Arbeitsprozess zusammen. Unterstützend ist mindestens ein/e Gebärdendolmetscher_in mit den Prozessen innerhalb der Schmaus GmbH vertraut. Gegenwärtig beschäftigt die Schmaus GmbH zwölf Mitarbeiter_innen mit Behinderung, wovon sieben eine Hörschädigung haben. Der überwiegende Teil dieser Mitarbeiter_innen arbeitet im logistischen Bereich. Das Ziel des Forschungsprojektes „Work-by-Inclusion®“ besteht in der vollständigen Einbindung gehörloser und gehörgeschädigter Menschen in den Arbeitsprozess. Dies erfolgt durch die Bereitstellung moderner Arbeitshilfen in Form einer Datenbrille zur visuellen Informationsbereitstellung. Dadurch wird im Praxisbeispiel der Schmaus GmbH der uneingeschränkte Einsatz von Schwerbehinderten für das beleglose Kommissionieren mit beiden freien Händen ermöglicht. Zudem wird eine kommunikative Schnittstelle zwischen hörbehinderten und nicht hörbehinderten Mitarbeitern geschaffen. „Work-by-Inclusion®“ gibt Unternehmen die Chance, hoch motivierte Mitarbeiter zu beschäftigen und den bestehenden Arbeitskräftemangel auszugleichen. Der Workshop bietet im zweiten Teil einen wissenschaftlichen Input zu den technischen Anwendungsmöglichkeiten einer Datenbrille. Das Spektrum des zweiten Projektpartners, der Technischen Universität München, Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik – fml durchgeführten Forschungsaufgaben erstreckt sich von der öffentlich geförderten Grundlagenforschung über die industrielle Gemeinschaftsforschung bis zu direkten Industrieaufträgen. Am Lehrstuhl wurde die Technologie Pick-by-Vision entwickelt, die eine Leistungs- und Qualitätssteigerung in der manuellen Kommissionierung ermöglicht. Als Konsortialführer im Projekt übernimmt der fml die wissenschaftlichen Arbeiten und ist verantwortlich für die Entwicklung der Szenarien und Konzepte. Darüber hinaus ist die Zusammenarbeit eng verknüpft mit dem dritten Projektpartner, der CIM GmbH in Fürstenfeldbruck, welche die Anpassung des Lagerverwaltungssystems und aller notwendigen Systemkomponenten sowie die Entwicklung der Datenbrillen-Software verantwortet. Im dritten Teil erfolgt ein Blick in die Praxis, um die ersten Erfahrungen im Rahmen des Forschungsprojektes auszuwerten. Im Rahmen des Workshops bekommt jede/r Teilnehmer_in die Chance, die neue Technologie selbst auszuprobieren. Anschließend bietet der Workshop breiten Raum für Fragen und Diskussionen.

- Adalbert Schmaus (Schmaus GmbH, Hartmannsdorf), Matthias vom Stein (Technische Universität München / fml - Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik)

5. Vermittlung von (schwer-) behinderten Menschen auf der Basis von Aktivierungs- und Vermittlungsgutscheinen durch den Integrationsfachdienst (IFD)

Die WIB - Weißenseer Integrationsbetriebe GmbH ist seit vielen Jahren Träger zweier Berliner Integrationsfachdienste (IFD Ost und IFD für hörbehinderte Menschen) im Auftrag des Integrationsamtes Berlin und in Einzelfällen der Träger der beruflichen Rehabilitation. Noch bis Ende 2012 konnten wir in Berlin im Rahmen der Beauftragung des Integrationsamtes, gefördert aus Mitteln der Ausgleichsabgabe und kofinanziert durch Vermittlungsgutscheine der Arbeitsagenturen, auch Vermittlung für (schwer-) behinderte Menschen anbieten. Nach Einstellung dieser Finanzierung und Wegfall der Vermittlungsdienste bestand dennoch weiterhin der Bedarf nach spezialisierten Vermittlungsangeboten für (schwer-) behinderte Menschen. Durch die Ausstellung von Aktivierungs- und Vermittlungsgutscheinen (kurz AVGS) nach § 45 SGB III können Arbeitsagenturen und JobCenter zertifizierte Maßnahmen für Arbeitssuchende zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung beauftragen und fördern. Auf dieser Grundlage haben wir Maßnahmen der Aktivierung und beruflichen Eingliederung für die speziellen Zielgruppen des IFD entwickelt. In diesem Workshop stellen wir Ihnen die Grundlagen sowie unseren Weg der Entwicklung und der Zertifizierung der AVGS-Maßnahmen vor und berichten Ihnen über unsere Zusammenarbeit mit den JobCentern und Arbeitsagenturen in Berlin. Über unsere Einschätzungen der Chancen und Risiken dieses Arbeitsmarktinstrumentes möchten wir uns mit Ihnen, den schon erfahrenen Kolleginnen und Kollegen sowie anderen Interessentinnen und Interessenten unter Ihnen, austauschen.

- Britta Kehr und Andreas Schimmer (WIB - Weißenseer Integrationsbetriebe, Berlin)

6. Bundesteilhabegesetz – neue Chancen der beruflichen Teilhabe!? - Hinweis: der Workshop wird auch Freitag angeboten

Das Budget für Arbeit (§ 61 SGB IX n.F.) und andere Leistungsanbieter (§ 60 SGB IX n.F.) von Werkstatt-Leistungen sollen die Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Behinderung ab 2018 bundesweit verbessern. Dadurch sollen Menschen mit Behinderung Alternativen zu einer Beschäftigung in einer WfbM, insbesondere in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes eröffnet werden. In manchen Bundesländern gibt es bereits seit mehreren Jahren Vorläufermodelle. Welche Modelle haben sich bewährt, was wäre zu verbessern, wie ist die Durchlässigkeit zwischen diesen und anderen Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben zu organisieren und was wird voraussichtlich ab 2018 neu zu gestalten sein? Hinzu kommen die neuen Instrumente Teilhabeplan (§ 19 SGB IX n.F.) und Teilhabekonferenz (§ 20 SGB IX n.F.), die für die Eingliederungshilfe Teil des Gesamtplanverfahrens (§ 117 SGB IX n.F.) sind. Wie sieht die Verwaltung hier die Einbindung der beruflichen Teilhabe? Der Workshop bietet dazu Informationen und Gelegenheit zum fachlichen Austausch.

- Sabine Krause (ProjektRouter, Köln), Thomas Fonck (Landschaftsverband Rheinland / Eingliederungshilfe, Köln), Manfred Becker (IFD / Kölner Verein, Köln)

7. Inklusive Ausbildung - Ein erfolgsversprechender Weg zur dauerhaften Integration von jungen Menschen mit Behinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt

Eine erfolgreich abgeschlossene betriebliche Ausbildung verbessert nachhaltig die beruflichen Perspektiven von jungen Menschen. Dies gilt in besonderem Maße für junge Menschen mit Lernschwierigkeiten und Behinderungen. Darum wurde in Trier im Sommer 2013 ein Modellprojekt im Rahmen des Bundesprogramms „Initiative Inklusion“ auf den Weg gebracht, das junge Menschen mit Behinderung und Betriebe dabei unterstützt, diesen Weg erfolgreich zu beschreiten. Da sich die ersten Erfolge schon nach kurzer Zeit einstellten, konnte das Angebot bereits ab Sommer 2014 verstetigt werden. Die Finanzierung erfolgt nun durch die Agentur für Arbeit über das Persönliche Budget. Nach nunmehr 4 Jahren liegen die Ergebnisse des ersten Jahrgangs vor und bestätigen, dass das Modell funktioniert. Im Workshop werden Ziele, Inhalte, Herausforderungen, wichtige Gelingensfaktoren und erste Ergebnisse aus der Projektphase vorgestellt. Ebenso wird ein Abgrenzungsversuch des Trierer Angebotes „Inklusive Ausbildung“ zu den beiden Regelmaßnahmen der Bundesagentur für Arbeit „begleitete betriebliche Ausbildung (bbA)“ und „Assistierte Ausbildung (AsA)“ vorgenommen. Abschließend wird auf die Besonderheiten der Finanzierung über das Persönliche Budget eingegangen, welches die Übertragung des Modells in andere Regionen deutlich erleichtert.

- Monika Berger und Teodora Raduncheva (Bürgerservice gGmbH, Trier)

8. Übergang Werkstatt – allgemeiner Arbeitsmarkt in Kooperation Integrationsfachdienste (IFD) und Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM)

Die Kooperation IFD und WfbM wird umgesetzt als Mitarbeitertandem und ist in dieser Form selbst ein Projekt in einem landesweiten bayerischen Projekt namens BÜWA (Begleiteter Übergang Werkstatt allgemeiner Arbeitsmarkt). Nur im Regierungsbezirk Oberbayern (einer von sieben) wird die Vermittlungstätigkeit von Mitarbeiter_innen der WfbM und des IFD als Tandem gemeinsam umgesetzt. Dieser Workshop beschäftigt sich mit der Darstellung der Anbahnung der Kooperationen, der Darstellung/Aufteilung der verschiedenen Arbeitsschwerpunkte wie Vorbereitung, Vermittlungsphasen, Beruflicher Sicherung etc. Des Weiteren mit der Frage, welche Rahmenbedingungen bestehen für Übergänge insbesondere durch BÜWA, welche Rahmenbedingungen unterstützen und welche behindern sie? Welche Zukunft hat die Fortsetzung von BÜWA, also die Integration aus der WfbM in reguläre Arbeitsverhältnisse z.B. vor dem Hintergrund des Budgets für Arbeit? Der fachliche Austausch und allgemeine Informationen runden den Workshop ab.

- Astrid Schlegel (IFD Oberbayern Südost), Gudrun Press (IFD Weilheim, WfbM Herzogsägmühl), Anton Gass (LAG IFD Bayern e.V.), Devrim Agostini (IFD München/Freising)

9. Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Autismus

Der Workshop umfasst drei Teile: In Teil 1 betrachten wir die Besonderheiten von Menschen mit Autismus und schauen dabei insbesondere auf individuelle Auswirkungen von Autismus auf die Teilhabe am Arbeitsleben. Dabei werden wir auch viel Vergleichbares zu anderen Behinderungsarten aufzeigen (z.B. Menschen mit Psychosen, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen, Sehbehinderung, Hörbehinderung). Wir stellen die Rolle des IFD vor und erläutern andere, komplementäre Unterstützungssysteme im Betrieb. In Teil 2 zeigen wir auf, welche Gestaltungsmöglichkeiten im Bereich Übergang Schule Beruf (Kompetenzinventar Modul Autismus), im Bereich betrieblicher Berufsausbildung im dualen System (Ausbildungscoaching und Förderprogramm Ausbildung Inklusiv) und zur langfristigen Sicherung von Arbeitsverhältnissen (Arbeit Inklusiv, ergänzende Lohkostenzuschüsse) bestehen. In Teil 3 geben wir einen Einblick in das Projekt Autism@Work bei SAP und laden dazu ein, konkret mit eigener Klientel einen möglichen Zugang zu SAP in den Blick zu nehmen. Zu den Rahmenbedingungen in Baden-Württemberg: Die Unterstützung der Teilhabe am Arbeitsleben von Menschen mit Autismus ist in allen Arbeitsfeldern Aufgabe der IFD in Baden-Württemberg. Im Bereich Übergang Schule Beruf, bilden junge Menschen mit Autismus bereits die drittgrößte Gruppe. Im letzten Jahr waren es 71 Klienten die wir beim Übergang von der Schule in ein Arbeits- bzw. Ausbildungsverhältnis begleiten konnten. In einer betrieblichen Berufsausbildung befinden sich derzeit 23 junge Menschen mit Autismus, die von IFD unterstützt und vom Integrationsamt aus dem Programm „Ausbildung Inklusiv“ gefördert werden. In einigen Fällen wurde zusätzlich noch ein Ausbildungscoaching auf Basis des § 33 Abs. 3 Nr. 6 SGB IX von der zuständigen Arbeitsagentur gefördert. Hierbei ist vor allem das reibungslose Zusammenwirken der Akteure eine Herausforderung. Im Rahmen der begleitenden Hilfe im Arbeitsleben werden derzeit 111 Menschen mit Autismus zur Sicherung bestehender Arbeitsverhältnisse und weitere 54 im Kontext der Nachhaltigkeit unterstützt. Wir wollen unseren Workshop dialogisch gestalten und die Teilnehmenden einladen, die jeweiligen Themen und Fragen unmittelbar zu behandeln.

- Berthold Deusch (Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg / KVJS – Integrationsamt), Géraldine Elspaß (Integrationsfachdienst, Heidelberg-Mosbach)

ca. 19.30 Uhr: Abendessen

ca. 22.00 Uhr: „Unterhaltungsprogramm / Disco!“

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Hauptkonferenz Freitag 17.11.2017 BAG UB

09.00 – 11.00 Uhr: Präsentation und Diskussion

1. Tagungsbegleitende Workshops III (inklusiv)

Es stehen vier tagungsbegleitende Workshops zur Auswahl: ein Film-Workshop, ein Theater-Workshop, ein Musik-Workshop und ein Kreativ-Workshop. Sie finden parallel zu den anderen Angeboten während der Tagung statt (Mittwoch bis Freitag). Am Freitag werden die Workshopergebnisse beim Abschlussforum präsentiert. Die Workshops sind für alle Tagungsteilnehmenden offen. Die Teilnahme am Film- bzw. Theater-Workshop nur während einer der drei Workshopphasen ist nicht möglich. Theater- und Filmworkshop arbeiten auch während der Plenumsveranstaltungen am Donnerstag.

- Julia Bayer und Cornelia Sturm (ACCESS Integrationsbegleitung Erlangen-Nürnberg-Bamberg), David Jahr und Max Haberstroh (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Christoph Kaiser (Schauspieler u. Theaterpädagoge) und Eleonore Frölich (Comeniusschule Schwetzingen), Josua Mette, Miriam Hering, Thilo Hahn (spectrum e.V.) und Doris Haake (Mensch zuerst, Hamburg)

2. DUOday und Projekt MitArbeit – zwei innovative Modelle zur Teilhabe am Arbeitsleben

Letztes Jahr hat Belgien den DUOday bei der Jahrestagung der BAG UB vorgestellt: An einem Tag gibt ein Betrieb / ein öffentlicher Dienst einer Person mit Behinderung die Gelegenheit, an den üblichen betrieblichen Aufgaben teilzunehmen. Dieses Jahr präsentieren wir unsere Erfahrungen mit dem DUOday in Bremen vom März 2017. Der DUOday ist ein optimaler Türöffner in die Betriebe und schafft zudem die gute Möglichkeit, dass unsere Ratsuchenden einen Tag Praktikum in einem Betrieb machen können. Von dieser Win/Win Situation profitieren beide Seiten und von diesem Ausgangspunkt kann sich weiteres entwickeln. Anhand von Filmen und anderen Materialien suchen wir weitere Begeisterte, die auch in Ihren Regionen den DUOday anbieten wollen. Zugleich stellen wir unsere Beratungsarbeit vom Projekt MitArbeit vor. Wir beraten Menschen mit psychischer Erkrankung, Autismus-Spektrum-Störung und geistiger Behinderung, die Ihre Arbeitskraft dem 1. Arbeitsmarkt stundenweise zur Verfügung stellen. Es sind Menschen, die keine Unterstützung durch Werkstätten für behinderte Menschen bekommen oder vom Integrationsfachdienst. Gern wollen wir unsere Erfahrungen teilen und uns mit anderen Beratungsstellen vernetzen, die sich auch auf diesen Personenkreis spezialisiert haben. Das Projekt wird von Aktion Mensch gefördert.

- Heike Dietzmann und Ulla Laacks (Verein für Innere Mission in Bremen / Bereich Psychosoziale Hilfen, Bremen)

3. Arbeitsweltbezogene Teilhabe in Betrieben und im Sozialraum - für alle Menschen mit Behinderung!

Arbeitsweltbezogene Teilhabe in Betrieben und im Sozialraum – auch für Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf! Ja, das ist möglich, es ist außerdem im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention unverzichtbar – und die beste Nachricht ist: Es ist praktisch umsetzbar. Dies hat das Aktion Mensch-Projekt „Zeit für Arbeit!“ der BAG UB gezeigt: Gemeinsam mit fünf Projektpartnern (Leben mit Behinderung Hamburg, Arbeiter-Samariter-Bund Bremen, Spastikerhilfe Berlin, Lebenshilfe Gießen und Lebenshilfe Worms) wurden im Laufe von drei Jahren verschiedene Angebotsmodelle und Best Practice-Beispiele erarbeitet, die einen guten Einblick in die Möglichkeiten, die Konzepte und Rahmenbedingungen solcher Teilhabeangebote geben. Im Rahmen des Projekts tauchten viele Fragen auf: Was bedeutet Arbeit für diese Zielgruppe? Wie kann die teilweise mit hohem Aufwand verbundene Unterstützung und ggf. Pflege außerhalb von Einrichtungen gewährleistet und organisiert werden? Welche Aufgaben und neuen Herausforderungen stellen sich für die Leistungsanbieter, für Leitungen, Mitarbeiter_innen und Teams? Und wie lassen sich Auftrag- oder Arbeitgeber gewinnen, wenn keine gewinnorientierte Tätigkeit im Zentrum des Teilhabeangebots steht? Mögliche Antworten auf diese und weitere Fragen möchten wir mit den Teilnehmenden des Workshops diskutieren und weitere Projektergebnisse vorstellen. Dabei wollen wir auch erste richtungsweisende Beispiele präsentieren und zur Diskussion stellen, bei denen Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf eine „individuelle Wochenstruktur“, d.h. über die Woche verteilte ambulante, betriebliche und personenzentrierte Teilhabeangebote ohne räumliche Anbindung an eine Einrichtung erhalten.

- Berit Blesinger (BAG UB), Wibke Juterczenka (Leben mit Behinderung Hamburg)

4. Aus der Praxis – Fragen zum Reha-Recht

Das Reha-Recht ist ein sehr komplexes Rechtsgebiet, das nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Praktiker vielfach ratlos zurücklässt. Im Rahmen des Workshops sollen Rechtsfragen behandelt werden, die in der praktischen Arbeit zu Problemen und Schwierigkeiten führen. Ziel dabei ist, nicht nur auf die rechtlichen Grundlagen einzugehen, sondern auch Lösungswege und Strategien im Rahmen des geltenden Rechts zu behandeln, sowie einen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen. Die Fragestellungen können sich sowohl auf die Leistungsanbieter als auch auf die Betroffenen beziehen. Sofern gewünscht, können Fragen, die im Workshop behandelt werden sollen, auch bereits vorab der Geschäftsstelle der BAG UB mitgeteilt werden (unter Betreff „Jahrestagung BAG UB - Fragen zum Reha-Recht“ an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

- Jens Hansen (vormals Zentrale der Bundesagentur für Arbeit)

5. Personenzentrierte berufliche Zukunftsplanung

Personenzentriert arbeiten ist in erster Linie eine Haltung. Das zeigen die Erfahrungen in der IFD Arbeit in Kooperation mit WfbM beim Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Denn eine Haltung darf nicht in schönen Worten steckenbleiben, sondern muss sich im täglichen Handeln verwirklichen. Die Rolle der Fachkraft ist begleitend und unterstützend, der/die arbeitssuchende Teilnehmer_in steht mit seinen/ihren Fähigkeiten und seinen/ihren Wünschen im Mittelpunkt. In diesem Kontext wird mit Beispielen aus der Praxis und dem Instrument „Life/Work Planning“ ein Einblick in die Vermittlungsarbeit von WfbM-Beschäftigten gegeben.

- Jörg Klingebiel (Integrationsfachdienst / Projekt Übergang Werkstatt allg. Arbeitsmarkt, Der Weg e.V. Braunschweig), John Webb (Trainer und Ausbilder für Life/Work Planning)

6. Bundesteilhabegesetz – neue Chancen der beruflichen Teilhabe!? - Hinweis: der Workshop wird auch Donnerstag angeboten

Das Budget für Arbeit (§ 61 SGB IX n.F.) und andere Leistungsanbieter (§ 60 SGB IX n.F.) von Werkstatt-Leistungen sollen die Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Behinderung ab 2018 bundesweit verbessern. Dadurch sollen Menschen mit Behinderung Alternativen zu einer Beschäftigung in einer WfbM, insbesondere in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes eröffnet werden. In manchen Bundesländern gibt es bereits seit mehreren Jahren Vorläufermodelle. Welche Modelle haben sich bewährt, was wäre zu verbessern, wie ist die Durchlässigkeit zwischen diesen und anderen Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben zu organisieren und was wird voraussichtlich ab 2018 neu zu gestalten sein? Hinzu kommen die neuen Instrumente Teilhabeplan (§ 19 SGB IX n.F.) und Teilhabekonferenz (§ 20 SGB IX n.F.), die für die Eingliederungshilfe Teil des Gesamtplanverfahrens (§ 117 SGB IX n.F.) sind. Wie sieht die Verwaltung hier die Einbindung der beruflichen Teilhabe? Der Workshop bietet dazu Informationen und Gelegenheit zum fachlichen Austausch.

- Sabine Krause (ProjektRouter, Köln), Thomas Fonck (Landschaftsverband Rheinland / Eingliederungshilfe, Köln), Manfred Becker (IFD / Kölner Verein, Köln)

7. Psychische Erkrankung und Teilhabe am Arbeitsleben / Unterstützte Beschäftigung

„Erst platzieren – dann qualifizieren“ so lautet der Grundsatz der individuellen betrieblichen Qualifizierung im Rahmen Unterstützter Beschäftigung. Für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen hat sich dieses rehabilitative Angebot aus unserer Sicht bewährt. Für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen ist der Zugang zur Arbeitswelt oftmals erschwert, wenn nicht sogar begrenzt. Für sie ist es häufig schwierig einzuschätzen, ob sie den Arbeitsanforderungen des allgemeinen Arbeitsmarktes (wieder) gewachsen sind. Fragen können u.a. sein: Was sind meine Stärken? Wie passe ich meine erlernten fachlichen Fähigkeiten an die Anforderungsprofile von Stellenangeboten an? Stehen mir frühere fachliche Fähigkeiten nach der psychischen Erkrankung noch zur Verfügung? Für Arbeitgeber steht die Wirtschaftlichkeit ihres Unternehmens oft an zentraler Stelle. Sie sind auf motivierte, leistungsbereite und zuverlässige Mitarbeiter*innen angewiesen. Aus Arbeitgeberperspektive können sich z.B. Fragen stellen: Kann der/die Mitarbeiter*in die erwartete Leistung erbringen? Braucht er/sie mehr Anleitung und Unterstützung als andere Mitarbeiter*innen? Was sollte in der Zusammenarbeit mit psychisch kranken Mitarbeiter*innen besonders beachtet werden? Wenn ich erkenne, dass jemand psychisch auffällig ist, wie spreche ich dies am besten an? Wenn ein/e schwerbehinderte/r Mitarbeiter*in die Arbeit nicht leistet, kann ich ihm/ihr kündigen? Im Workshop erhalten Sie einen Überblick über Zielentwicklung, Begleitung und der Nachbegleitung zum Erhalt des (wiedergefundenen) Arbeitsplatzes. Wir reflektieren die Rolle des / der JobCoach zwischen Rehabilitand*in und Arbeitgeber, beschäftigen uns mit Stolpersteinen im Jobcoaching-Prozess und mit gelungener Vermittlungsarbeit.

- Elke Titze (Abteilungsleiterin) und Sabrina Buglowski (JobCoach „Unterstützte Beschäftigung“), BTZ Berufliche Bildung Köln GmbH

8. Unterstützte Beschäftigung in Frankreich

Unterstützte Beschäftigung wurde gesetzlich im August 2016 in Frankreich anerkannt. Verbände und Fachpersonen wurden angenehm überrascht, dass, nur zwei Jahre nach der Gründung eines Nationalverbands für Unterstützte Beschäftigung, öffentliche Behörden diese neue Art und Weise Menschen mit Behinderungen zu begleiten, unmittelbar finanzieren. Ab September 2017 werden die ersten „offiziellen Fachdiensten“ mit staatlichen Geldern gesichert finanziert. Unterstützte Beschäftigung gab es in Frankreich modellhaft und mit unsicherer Finanzierung seit mehreren Jahren. Aufgabe des Nationalverbands ist es, alle diese lokalen Initiativen zusammenzubringen und eine planvolle Entwicklung der Unterstützten Beschäftigung zu fördern. Geschützte Arbeit in speziellen Werkstätten für Menschen mit Behinderung bleibt in Frankreich stark. Der Paradigmenwechsel in eine inklusive Gesellschaft ist relativ neu, aber Bedürfnisse von behinderten Menschen und Arbeitgebern, die Denkweise der Fachpersonen, die Vorstellung der betroffenen öffentlichen Behörden zeigen, dass die Lage sich langsam in die richtige Richtung ändert. Unterstützte Beschäftigung ist aber keine Wunderlösung. Es ist nur ein Mittel das Leben von einigen Menschen mit Behinderung durch eine stabile und sichere Beschäftigung zu verbessern. Es soll weiter geforscht und neue Methoden und Wege sollen erprobt werden, um den Bedürfnisse der behinderten Personen zu entsprechen. Das Collectif France Emploi Accompagné ist sich dieser Aufgabe bewusst. Partnerschaften und Zusammenarbeit mit Kollegen aus Nachbarländern sind ein Weg neue Lösungen zu finden und das Konzept „Supported Employment“ weiter zu entwickeln.

- Nicolas Päzold (Collectif France Emploi Accompagné), Kirsten Hohn (BAG UB)

9. Individuelle Berufswegeplanung mit dem Ziel „Teilhabe am Arbeitsleben“

In Deutschland wird der Zugang zum Arbeitsmarkt wesentlich über formale Qualifizierung strukturiert. Die berufsständisch vorgegebenen Bildungsstandards sind jedoch nicht immer von allen Menschen zu realisieren. Infolge heterogener Unterstützungsbedarfe resp. besonderer Lebenslagen bleibt ihnen dieser Weg verschlossen. Zudem führt die Ökonomisierung des Arbeitsmarktes durchaus zu Tendenzen der Exklusion. Um allen Menschen einen Zugang zur beruflichen Qualifizierung und anschließend zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen, müssen alternative, individualisierte Bildungswege gefunden und bereitgestellt werden. Im Workshop werden verschiedene Qualifizierungsmodelle zur Teilhabe am Arbeitsleben vorgestellt, die im Rahmen der Projektstelle „Inklusion & Berufliche Teilhabe“ an der Don Bosco Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung Würzburg analysiert und mit weiteren Bildungsträgern in der Praxis geplant und umgesetzt werden. Insbesondere das Modell der Qualifizierungsbausteine sowie die Perspektive eines dualen Berufsbildungsbereiches vor dem Hintergrund eines sich wandelnden Handlungsbereiches und -auftrags der WfbM wird dabei fokussiert und die Zusammenarbeit mit den Mainfränkischen Werkstätten dargestellt.

- Dr. Harald Ebert, Michael Wenzel, Ramona Eck (Projektstelle „Inklusion & Berufliche Teilhabe“ - Don Bosco Berufsschule, Würzburg)

11.00 Uhr – 11.30 Uhr: Pause

11.30 Uhr – 12.30 Uhr: Abschlussforum

„Wir. Schaffen. Zusammen!“

Unterstützte Arbeitnehmer_innen präsentieren Ergebnisse der tagungsbegleitenden Kreativ-Workshops

Moderation: Robert Gießelmann (spectrum e.V. Marburg)

12.30 Uhr – 13.30 Uhr: Mittagsimbiss

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