Patenschaft für unterstützte Arbeitnehmer_innen - Solidarische Teilhabe gefordert!

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe KollegInnen,

die BAG UB engagiert sich seit der Gründung 1994 für die berufliche Integration von Menschen mit Behinderung unter Berücksichtigung ihrer individuellen Interessen, besonderen Fähigkeiten und spezifischen Situation.

Fester Bestandteil der Jahrestagungen der BAG UB sind unterstützte Arbeitnehmer_innen. Wir halten es für wichtig und richtig, dass die Menschen, für die wir arbeiten, bei unseren Tagungen anwesend sind. Unterstützte Arbeitnehmer_innen sind Menschen, die aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) arbeiten (könnten), jedoch mit der notwendigen Unterstützung in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes beschäftigt sind. Aufgrund der von ihnen ausgeübten Tätigkeiten und der zumeist geringeren Arbeitszeit verfügen sie mit wenigen Ausnahmen über ein geringes Einkommen.

Durch die Teilnahme an der Jahrestagung können Menschen mit Behinderung ihre Interessen und Erfahrungen direkt einbringen. Inklusion, Selbstbestimmung und Teilhabe werden gelebt und prägen den Tagungsverlauf wesentlich.

Zur Finanzierung der Tagungskosten (Tagungsgebühr, Fahrt- und Übernachtungskosten) zahlen die unterstützten Arbeitnehmer_innen selbst 60,- €, einen Teil übernimmt die BAG UB, Fahrtkosten übernehmen die unterstützenden Organisationen bzw. in Einzelfällen ebenfalls die BAG UB. Der wichtigste Anteil wird über Zuschüsse der Aktion Mensch gedeckt. Wir danken an dieser Stelle Aktion Mensch ausdrücklich, dass sie die Teilnahme von unterstützten Arbeitnehmer_innen durch ihre Zuwendungen überhaupt erst möglich macht. Seit 2010 sind diese Zuschüsse jedoch pauschaliert und decken die Tagungskosten nicht mehr.

Hierfür benötigen wir IHRE UNTERSTÜTZUNG!

Wir bitten Sie daher um die Übernahme einer Patenschaft, damit unterstützte Arbeitnehmer_innen weiter an der Jahrestagung teilnehmen können. Die ungedeckten Kosten betragen ca. 150 € pro Person. Ihre Patenschaft ist als Spende oder als Sachleistung auf das unten angegebene Konto möglich. Sie erhalten eine Spendenquittung oder eine Rechnung von uns. Wie wichtig unterstützten Arbeitnehmer_innen die Teilnahme an unserer Tagung ist, veranschaulicht ein Kurzfilm von einer der letzten Jahrestagungen Anzusehen ist der Film über: www.bag-ub.de/veranstaltungen

Mit freundlichen Grüßen  
Angelika Thielicke
1. Vorsitzende BAG UB 

Konto der BAG UB:
Bank für Sozialwirtschaft AG Hannover
IBAN: DE05 2512 0510 0007 4806 00
BIC: BFSWDE33HAN

Stichwot: Patenschaft

Persönliche Zukunftsplanung

Inklusion

In den Diskussionen um die Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung sind sich alle einig über das Ziel: eine inklusive Gesellschaft. Alle Menschen sollen die Möglichkeit einer umfassenden und gleichberechtigten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben haben, um sich gemäß den eigenen Wünschen und Interessen entwickeln zu können. Mit ihrer Persönlichkeit, ihren individuellen Fähigkeiten und Träumen bereichern sie umgekehrt das gesellschaftliche Leben und sind willkommener Teil eines allgemeinen Entwicklungsprozesses. Persönliche Zukunftsplanung (PZP) bietet die Möglichkeit, im Sinne einer inklusiven Gesellschaft, sowohl über die ganz persönlichen Lebensfragen nachzudenken und die eigene Gegenwart, Zukunft und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu gestalten. Sie trägt aber auch dazu bei, dass Menschen zu aktiven, gestaltenden Mitgliedern der Gesellschaft werden. Die Konzepte und Methoden der Persönlichen Zukunftsplanung sind in der Behindertenbewegung entstanden und werden in der Praxis bisher auch hauptsächlich von und für Menschen mit Behinderung genutzt. PZP ist aber als Methode eine gute Möglichkeit für alle Menschen, ihre Zukunft selbstbestimmt zu gestalten.

Personen-zentriertes Denken

Persönliche Zukunftsplanung basiert konsequent auf personen-zentriertem Denken. Bei der PZP plant eine Person gemeinsam mit einem Kreis von Unterstützer/innen die eigene Zukunft, z.B. in Bezug auf den beruflichen Weg, Wohnen, Freizeit… Ausgehend von den Stärken und Fähigkeiten der planenden Person und orientiert an ihren ganz persönlichen Träumen für die eigene Zukunft, wird ein Planungs- und Gestaltungsprozess initiiert und von einem Unterstützungskreis begleitet. PZP verlangt die Freiwilligkeit aller Beteiligten, sowohl der planenden Person wie auch der UnterstützerInnen. und profitiert von deren Unterschiedlichkeit.

Persönliche Zukunftsplanung verändert Strukturen und Organisationen. Die Verwirklichung individueller Träume kann sehr schnell strukturelle und institutionelle Grenzen aufzeigen. In einzelnen Planungsprozessen stehen dann individuelle Lösungsmöglichkeiten im Vordergrund. Die Verbreitung der Methoden der Persönlichen Zukunftsplanung kann aber eine Dynamik entfalten, die Institutionen und gesellschaftliche Strukturen auf lange Sicht verändern. Je mehr sich Institutionen, Fachdienste und auch Leistungsträger den Prinzipien personen-zentrierten Denkens öffnen, umso offensichtlicher wird der konkrete Veränderungsbedarf hin zu personen-zentrierten Hilfeangeboten.

Im Bereich der beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderung und besonders im Konzept der Unterstützten Beschäftigung ist personen-zentriertes Denken eine wichtige Grundlage. Die Methoden der Persönlichen Zukunftsplanung bekommen hier seit einigen Jahren in der Praxis immer größere Bedeutung. Die BAG UB unterstützt diese Entwicklung nachdrücklich und sieht hier einen wichtigen Ansatz, Teilhabe am Arbeitsleben im Sinne der UN-Konvention und des Konzepts Unterstützter Beschäftigung zu gestalten. Die BAG UB ist deshalb Mitglied des 2012 gegründeten deutschsprachigen Netzwerks Persönliche Zukunftsplanung.

Links:

Internetseite des deutschsprachigen Netzwerks Persönliche Zukunftsplanung
www.persoenliche-zukunftsplanung.eu

Facebook-Seite des deutschsprachigen Netzwerks Persönliche Zukunftsplanung:
www.facebook.com/persoenlichezukunftsplanung

Internetseite des Schweizer Netzwerks Persönliche Zukunftsplanung
www.persoenliche-zukunftsplanung.ch

Internetseite des europäischen New Paths to InclUsion Networks. Hier finden Sie auch Arbeitsmaterialien für Persönliche Zukunftsplanung:
www.personcentredplanning.eu
trainingpack.personcentredplanning.eu/index.php/de

Internetseite des Deutschen Instituts für Menschenrechte mit Material zum Thema Personenzentriertes Denken und Persönliche Zukunftsplanung (nicht nur) für Kinder und Familien:
www.inklusion-als-menschenrecht.de/gegenwart/materialien/persoenliche-zukunftsplanung-inklusion-als-menschenrecht

Internetseite zum das Thema inklusive Pädagogik und Persönlicher Zukunftsplanung:
www.inklusionspaedagogik.de

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Fachtagung 2017

„Zukunftsmodelle der Arbeit –
Welche Rolle spielt der Mensch?“

Gestaltungsräume - Handlungserfordernisse - Werte

ZEIT: 15. bis 17. November 2017 / ORT: Hotel Ringberg in Suhl

Informationen zur:
Patenschaft für unterstützte Arbeitnehmer_innen - Solidarische Teilhabe gefordert!

Veränderungen in der Arbeitswelt und ihre Auswirkungen auf die Chancen und Risiken für Arbeitsuchende und Arbeitende werden zunehmend diskutiert. Unter den Stichworten Arbeiten 4.0 und Digitalisierung wird thematisiert, dass viele Jobs verschwinden, aber auch neue geschaffen werden. Die Digitalisierung ist kein neues Phänomen, aber Breite, Tiefe und Geschwindigkeit nehmen deutlich zu. Dabei liegen die Zukunftsvorstellungen weit auseinander. Sie reichen von radikalem Wandel, der eher als Bedrohung wahrgenommen wird, bis hin zur aktiven Gestaltung und Nutzung der im Wandel liegenden Möglichkeiten. Herausforderungen sind u.a. Übernahme einfacher aber auch komplexerer Tätigkeiten durch Roboter, Fachkräftemangel, komplexere Arbeitsstrukturen, gesundheitliche Risiken, Abkoppelung von Menschen mit Beeinträchtigungen, regelmäßige Weiterbildung und Anpassungsdruck. Gelegenheiten sind z.B. steigende Arbeitsproduktivität, Flexibilisierung von Arbeitszeit und –ort, neue Beschäftigungsfelder sowie Integration von Arbeitskräften mit bislang geringeren Chancen.

Was heißt das nun konkret, insbesondere für Menschen mit Behinderung und Jobs mit unterschiedlichen Qualifikationsniveaus? Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat dazu ein „Weißbuch Arbeiten 4.0“ herausgegeben und eine Sammlung „guter Praxis“ veröffentlicht. Dort finden sich betriebliche Beispiele wie „Sicheres Arbeiten dank Reinigungsroboter“, „Abwechslungsreichere Tätigkeiten mit Assistenzroboter“ und „Kommissionieren mit Datenbrille“. Letzteres ist gute Praxis der Schmaus GmbH, die ihr Beispiel auf unserer Tagung in Kooperation mit der Technischen Universität München vorstellt. Die Interaktion von Mensch und Maschine ist bei den genannten Beispielen offensichtlich. Doch welche Rolle spielt der Mensch dabei? Wie flexibel muss, kann und soll der Mensch sein? Wie sind Beschäftigung und ein ausreichendes Einkommen zu sichern, wenn heute schon Personen aus dem Arbeitsmarkt - auch langfristig - ausgegrenzt sind? Wie lassen sich gesunde Arbeitsbedingungen gestalten und ausbauen? Welche Formen der Qualifizierung und Weiterbildung sind erforderlich? Wie können Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf betrieblich integriert werden? Wie müssen angesichts dieser Fragen Unternehmen und Arbeit in Zukunft organisiert sein? Was bedeutet es für eine Gesellschaft, wenn immer mehr Menschen aus dem Arbeitsmarkt ausgeschlossen werden? Bleibt eine inklusive Gesellschaft eine Illusion oder wie kann sie erreicht werden? „Der Mensch und seine Bedürfnisse müssen bei der Diskussion um die Zukunft der Arbeit im Mittelpunkt stehen“, formuliert Liz Mohn, stellvertretende Vorsitzende der Bertelsmann Stiftung. Das klingt nach den Grundprinzipien der Konzepte Unterstützte Beschäftigung und Persönliche Zukunftsplanung. Aber was bedeutet es wirklich? Zu diesen und weiteren Fragen wollen wir mit verschiedenen Akteuren diskutieren.

Chancen und Herausforderungen liegen auch in der aktuellen Gesetzesänderung, dem Bundesteilhabegesetz. Auch hier erscheint manches möglich und einiges wird befürchtet. Mit den neuen gesetzlichen Grundlagen wie „andere Leistungsanbieter“, „Budget für Arbeit“ und das neue „Teilhabeplanverfahren“ sollen Menschen mit Behinderung neue Wahlmöglichkeiten zur Teilhabe am Arbeitsleben an die Hand gegeben werden. Ziel des Gesetzgebers ist es, die Person statt der Institution in den Mittelpunkt der Teilhabeleistungen zu stellen und die Kosten der Eingliederungshilfe zu dämmen. Welches der Ziele steht im Fokus?

Zwar hat sich in den letzten 20 Jahren einiges im Sinne der UN-Behindertenrechts-konvention verbessert, aber noch steht der Mensch nicht im Mittelpunkt. Teilhabeleistungen sind noch stärker zu individualisieren, im allgemeinen Sozialraum zu verankern und sowohl Leistungsträger als auch Leistungsanbieter müssen sich als Dienstleister für Menschen mit Behinderung verstehen. Das geht nur im Dialog und auf Augenhöhe. Berufliche Wege sind offen und durchlässig zu gestalten, strukturelle Hürden und Barrieren in den Köpfen sind abzubauen. Zuverlässige Netzwerkstrukturen und Angebotsqualität sind personenzentriert und flächendeckend sicher zu stellen. Das wird weiterhin unsere Aufgabe der nächsten Jahre sein, daran wollen wir weiterarbeiten. Dazu bieten sich für Menschen mit und ohne Behinderung an allen drei Tagungstagen Gelegenheit, sich mit Themen und Fragen auseinanderzusetzen und im Gesprächen zu vertiefen.

Wir laden Sie herzlich ein zum Fachaustausch. Die Referent_innen und Vortragenden der Tagung präsentieren ihre Sichtweisen und Erfahrungen. Viele Beispiele „guter Praxis“ finden Sie im Programm unserer Jahrestagung.

Wir wünschen Ihnen inspirierende Begegnungen, Mut machende Anregungen und neuen Elan für Ihre Arbeit!

Team und Vorstand der BAG UB

Die Veranstaltung ist unterteilt in
Vorkonferenz (15.11.17, ab 14.00 Uhr) und
Hauptkonferenz (16.-17.11.17, ab 13.00 Uhr).

Am Vormittag des 16.11.17 wird die Mitgliederversammlung der BAG UB abgehalten.

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Vorkonferenz Mittwoch 15.11.2017

Ab 12.30 Uhr: Mittagsimbiss

14.00 Uhr – 18.30 Uhr: Methodische Workshops mit Pause

1. Gemeinsamer Auftakt der unterstützten ArbeitnehmerInnen

Hier treffen sich die unterstützten Arbeitnehmer_innen, die an der Tagung teilnehmen, zum Kennenlernen. Der Ablauf der Tagung und die inklusiven Workshops werden vorgestellt und es wird über das Tagungsthema diskutiert.

- Doris Haake (Mensch zuerst, Hamburg), Angelika Thielicke (spectrum e.V./ BAG UB)

Tagungsbegleitende Kreativ-Workshops I (inklusiv)

Es stehen vier tagungsbegleitende Workshops zur Auswahl: ein Film-Workshop, ein Theater-Workshop, ein Musik-Workshop und ein Kreativ-Workshop. Sie finden parallel zu den anderen Angeboten während der Tagung statt (Mittwoch bis Freitag). Am Freitag werden die Workshopergebnisse beim Abschlussforum präsentiert. Die Workshops sind für alle Tagungsteilnehmenden offen. Die Teilnahme am Film- bzw. Theater-Workshop nur während einer der drei Workshopphasen ist nicht möglich. Theater- und Filmworkshop arbeiten auch während der Plenumsveranstaltungen am Donnerstag.

- Julia Bayer und Cornelia Sturm (ACCESS Integrationsbegleitung Erlangen-Nürnberg-Bamberg), David Jahr und Max Haberstroh (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Christoph Kaiser (Schauspieler u. Theaterpädagoge) und Eleonore Frölich (Comeniusschule Schwetzingen), Josua Mette, Miriam Hering, Thilo Hahn (spectrum e.V.) und Doris Haake (Mensch zuerst, Hamburg)

2. Auf den Weg in Arbeit mit Unterstützung digitaler Medien – Einsatz digitaler Medien in der beruflichen Qualifizierung und Begleitung von Menschen mit Lernschwierigkeiten

Vielfach werden auch heute noch hauptsächlich Merkhefte, Abhaklisten und Piktogramme o.ä. als Hilfsmittel im Jobcoaching eingesetzt. Obwohl mehr als 75% der deutschen Bevölkerung Smartphones nutzen und mehr als 88% der Smartphone-Nutzer zwischen 14 und 64 Jahren und damit im erwerbsfähigen Alter sind (Statista 2012-2016; Statista 2016), spielt der Einsatz von Smartphones oder Tablets in der betrieblichen Orientierung und Qualifizierung sowie in unterstützten Arbeitsverhältnissen bisher kaum eine Rolle. In diesem Workshop stellen wir verschiedene Applikationen vor, die für die berufliche Orientierung und Qualifizierung sowie als Hilfsmittel in unterstützten Arbeitsverhältnissen eingesetzt werden können. Meist sind dies für andere Funktionen entwickelte Apps, die für die berufliche Qualifizierung umgenutzt werden können. Es wird im Rahmen dieses Workshops die Gelegenheit geben, vieles selbst auszuprobieren und sich zu Erfahrungen auszutauschen. Der Workshop richtet sich sowohl an unterstützte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer als auch an Qualifikanten der beruflichen Bildung und an Fachkräfte. Wer hat, bringe bitte Smartphone oder Tablet mit. Durch die vorhandene Anzahl von mobilen Endgeräten beschränkt sich die Teilnehmer_innenzahl in diesem Workshop auf 25 Personen.

- Delia Ramcke und Lars Winter (Hamburger Arbeitsassistenz)

3. Zukunft der Arbeit?!? – Was bedeutet das für die Praxis der Teilhabe am Arbeitsleben?

Unter dem Oberbegriff Arbeiten 4.0 verbergen sich Veränderungsprozesse in der Arbeitswelt, die mit einer massiv zunehmenden Digitalisierung und Technisierung verbunden sind. Diese haben Einflüsse auf Arbeitstätigkeiten und Berufe, auf Arbeitsabläufe, auf Formen der Zusammenarbeit, Hierarchien und Entscheidungsstrukturen, auf die Entwicklung von Hilfsmitteln für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen, auf Weiterbildungsbedarfe und -möglichkeiten, auf Kommunikationsstrukturen in Betrieben und die Flexibilisierung von Arbeitszeiten und -orten u.v.a.m. Was kommt da auf uns zu? Was hat uns bereits erreicht? Welche Gefahren und welche Chancen bieten diese Veränderungen für die Zielgruppe der Menschen mit Unterstützungsbedarf, die von unterschiedlichen Fachleuten begleitet werden (IFD, UB, WfbM, Tagesförderstätten etc.)? Wird es weniger in Frage kommende Arbeitsplätze für unterstützte Beschäftigte geben? Oder andere bzw. neue Arbeitsfelder? Welche Herausforderungen ergeben sich für die Unterstützung von Menschen mit Behinderung in der Vermittlung und Arbeitsplatzsicherung? Welche spezifischen Kompetenzen bringen unterstützte Beschäftigte mit, die vielleicht auch Lücken füllen, die die Digitalisierung und Technisierung hinterlassen? Im Workshop werfen wir einen Blick auf Einschätzungen und Prognosen von Expert_innen aus Wirtschaft, Forschung und Politik. Vor allem aber nutzen wir unsere eigenen Erfahrungen, Einschätzungen und Befürchtungen. Eingeladen sind alle, die Lust zum Mitdenken haben und ihre Ideen, Gedanken und Erfahrungen einbringen, um damit gemeinsam ein klareres Bild über die Gegenwart und Zukunft der Teilhabe am Arbeitsleben von Menschen mit Behinderung zu erhalten.

- Berit Blesinger und Kirsten Hohn (BAG UB), Dr. Wolfgang Degner (Soziales Förderwerk e.V., Chemnitz / BAG UB), Angelika Thielicke (spectrum e.V., Marburg / BAG UB), Thomas Wedel (Boxdorfer Werkstatt, Nürnberg / BAG UB)

4. Berufliche Weiterbildung durch Bildungscoaching

Berufliche Weiterbildung hat für alle Menschen eine große Bedeutung: Zum einen ist sie in einer sich schnell weiterentwickelnden Arbeitswelt eine wichtige Voraussetzung um die eigenen Teilhabemöglichkeiten zu erhalten oder zu vergrößern. Zum anderen dient sie aber auch der persönlichen Weiterentwicklung im Sinne eines lebenslangen Lernens. Vor allem Menschen mit Lernschwierigkeiten, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beschäftigt sind, nehmen bisher aber kaum an beruflicher Weiterbildung teil. Seit 2014 läuft das vom BMAS geförderte Projekt „Karriereplanung inklusive“. Ziel ist es, durch individuelles Bildungscoaching bestehende berufliche Weiterbildungsangebote auch für Menschen mit Behinderung zugänglich(er) zu machen. Im Workshop werden die unterschiedlichen Aufgaben des Bildungscoachs vorgestellt und unterstützte Arbeitnehmer_innen berichten von ihren Erfahrungen mit beruflicher Weiterbildung. Gemeinsam mit den Teilnehmer_innen im Workshop wollen wir uns über Möglichkeiten und Erfahrungen austauschen, Weiterbildungsangebote für Menschen mit Behinderung zu öffnen.

- Tina Schmidt, Andrea Kreißig und Philip Minut (SFW Chemnitz), Nadine Vennekohl, Achim Gösling und Maike Carlsen (Hamburger Arbeitsassistenz), Claudia Drechsel, Björn Ballbach und Manuel Reiter (ACCESS Integrationsbegleitung Nürnberg/Erlangen), Birgit Nickel und Claus Sasse (BAG UB)

5. Förder- und Qualifizierungsplanung in der Maßnahme „Unterstützte Beschäftigung“ – Individuelle betriebliche Qualifizierung nach § 38a SGB IX (InbeQ)

Im Workshop Förder- und Qualifizierungsplanung steht der Nutzen der Förderplanung als zentrales Gestaltungselement im Prozess am Beispiel der individuellen betrieblichen Qualifizierung nach § 38a SGB IX Abs. 2 (InbeQ) im Fokus. Der Phasenprozess der InbeQ wird beleuchtet und hilfreiche Handlungsschritte in der Förderplanung identifiziert. Die Frage nach einer teilnehmeradäquaten Formulierung der Zielvereinbarungen soll ebenso beantwortet werden wie die Frage nach einer sinnvollen Verzahnung mit der Qualifizierungsplanung für die betriebliche Qualifizierung. Insgesamt stehen folgende Inhalte im Mittelpunkt:

  • Phasen in der InbeQ: Inhalte und Ausrichtung / Ziele
  • In welcher Phase der InbeQ hat der Förderplan welchen Nutzen – welche Handlungsschritte brauche ich wann als Grundlage für mein pädagogisches Handeln?
  • Zielvereinbarungen: adressatengerechte Formulierung (Transparenz & Motivation, SMART-Kriterien, Einfache Sprache)
  • Übertrag von Förderzielen aus der Förderplanung in die Einarbeitungsplanung
  • Fortschreibung und zeitlicher Rahmen der Einarbeitungs- und Qualifizierungsplanung

Neben Fachkräften der InbeQ sind auch Fachkräfte aus anderen Leistungen der Teilhabe am Arbeitsleben eingeladen, sich über individuelle Förder- und Qualifizierungsplanungen auszutauschen und ihre Erfahrungen einzubringen.

- Xenia Rechner (FAW gGmbH, Fachbereich Rehabilitation, Aachen)

6. Chancen und Herausforderungen für die Teilhabe am Arbeitsleben im Rahmen des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) - Hinweis: Workshops zum BTHG werden auch Donnerstag und Freitag angeboten

Zentrale gesetzliche Regelungen des BTHG ab 2018 zur Verbesserung der Teilhabe am Arbeitsleben von Menschen mit Behinderung (hier explizit Personen mit Anspruch auf Beschäftigung in einer WfbM) sind das „Budget für Arbeit“ (§ 61 SGB IX -neu) und „Andere Leistungsanbieter“ (§ 60 SGB IX -neu). Insbesondere zur Leistung „Budget für Arbeit“ gibt es in Hamburg seit 2012 durch das „Hamburger Budget für Arbeit“ bereits Leistungsstrukturen und entsprechende Erfahrungen. Im Zusammenhang der bestehenden sogenannten „Sonstigen Beschäftigungsstätten“ stellt sich in Hamburg die Frage, wie die bisherigen Strukturen und Angebote ab 2018 mit Blick auf das BTHG rechtskonform und bedarfsgerecht gestaltet werden können. In dem Workshop soll über die Hamburger Vorerfahrungen berichtet werden. Die Teilnehmer_innen erhalten Gelegenheit zum fachlichen Austausch über die Herausforderungen, unter Berücksichtigung der ab 2018 durch das BTHG gültigen gesetzlichen Bestimmungen, Angebote und Strukturen konstruktiv und bedarfsgerecht zu gestalten. Stichworte für die Darstellung und Diskussion werden u.a. sein:

  • Vereinbarungen mit „Anderen Leistungsanbietern“,
  • Einbeziehung vorrangiger Leistungsträger (Bundesagentur für Arbeit, Deutsche Rentenversicherung, etc.),
  • Fachausschuss versus Teilhabeplanverfahren (§ 19ff. SGB IX –neu)
  • Durchlässigkeit in WfbM

- Dr. Dirk Mellies und Andrea Conrad (Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration / Eingliederungshilfe), Achim Ciolek (Hamburger Arbeitsassistenz)

7. Personenzentriertes Denken und Arbeiten – Menschen mit Behinderung in der beruflichen Teilhabe gut unterstützen

In diesem Workshop erfahren Sie anhand von vielen Erfahrungen und praktischen Methoden aus der Unterstützten Beschäftigung (UB) und dem Integrationsfachdienst (IFD), wie Sie eine Person personenzentriert unterstützen können. Die Person, um die es geht, steht im Mittelpunkt. Nicht andere entscheiden, was gut ist für die Person, sondern sie entscheidet für sich selbst. Wir berichten auch von einer Persönlichen Zukunftsplanung eines jungen Mannes aus der UB. Denn da wo die innere Flamme eines Menschen brennt, wo wir ihn wirklich hören und versuchen zu verstehen, ist Entwicklung möglich. Auf diese Weise wird die Tür zur Selbstbestimmung geöffnet. Die Kunst der personenzentrierten Begleitung ist sicherlich, die Wünsche und Interessen der von uns unterstützten Menschen in den beruflichen Kontext zu übersetzen. Unsere Erfahrung hat gezeigt: je personenzentrierter jemand begleitet wird, desto weniger Unterstützung ist langfristig nötig. Erst durch personenzentriertes Arbeiten wird Teilhabe wie die u.a. im Bundesteilhabegesetz (BTHG) geforderte Beteiligung und Selbstbestimmung ermöglicht. Wir zeigen Möglichkeiten auf, wir wollen Lust machen und neugierig machen, neue Wege zu probieren. Unser Workshop ist INKLUSIV.

- Karin Kremeike (spectrum arbeit Lüneburg), Ulla Sievers (spectrum arbeit Lüneburg, Trainerin in Persönlicher Zukunftsplanung)

8. Forum Qualitätsnetzwerk Jobcoaching

Gibt es gutes und schlechtes Jobcoaching? Lässt sich die Güte von Jobcoaching messen? Diese Veranstaltung ist ein Auftakt für die Gründung eines Forums Jobcoaching im Rahmen der BAG UB. Die Idee ist es, eine Entwicklungsplattform von Praktikerinnen und Praktikern für die Weiterentwicklung der Qualität von Jobcoaching ins Leben zu rufen. So entsteht gleichzeitig ein Qualitätsnetzwerk von Jobcoaches. Sie sind herzlich eingeladen, den Auftakt und den kreativen Austausch mitzugestalten: Wo soll die Reise hingehen? Welche Landkarten sind bereits für Sie vorhanden, welche können noch entwickelt werden? Eingeladen sind aktiv tätige Jobcoaches aus Integrationsfachdiensten, Berufsbildungswerken, Werkstätten oder in freiberuflicher Tätigkeit, sowie alle, die sich für dieses Thema interessieren und engagieren. Das Projekt wird unterstützt von: BAG UB, Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH), Hamburger Arbeitsassistenz, Forschungsprojekt JADE - Jobcoaching zur Arbeitsplatzsicherung definieren und evaluieren / HAWK - Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim, Weiterbildung zum Jobcoach UB (LWL/Landschaftsverband Westfalen-Lippe + Handwerkskammer Münster), IFB - Institut für berufliche Qualifizierung und Entwicklung, Job-Coaching-Weiterbildung (LVR/Landschaftsverband Rheinland und DVE/Deutscher Verband der Ergotherapeuten, Düsseldorf) sowie ACCESS Integrationsbegleitung Nürnberg/Erlangen.

- Reinhard Hötten (Forschungsprojekt JADE), Thorsten Hirsch (Jobcoach, Ergotherapeut Bc. of Health in OT, Systemischer Berater (SG), IFB - Institut für berufliche Qualifizierung und Entwicklung, Nottuln/Münsterland), Britta Leßmann (Jobcoach, Systemischer Coach und Prozessberaterin, Supervisorin SG, Osnabrück), Jörg Bungart (BAG UB)

9. ZUSATZANGEBOT: Landesarbeitsgemeinschaften der BAG UB – Austausch über Ziele, Strategien und Konzepte

Seit Jahren wird die Arbeit der BAG UB von Landesarbeitsgemeinschaften Unterstützte Beschäftigung (LAG UB; teilweise LAG Integrationsfachdienste oder LAG UB/IFD) in einzelnen Bundesländern unterstützt. Derzeit gibt es in Bayern, Berlin-Brandenburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und in Bremen / Niedersachsen (zuletzt im Mai 2017 gegründet) Landesarbeitsgemeinschaften der BAG UB. Landesarbeitsgemeinschaften sind von der BAG UB anerkannte Zusammenschlüsse von BAG UB-Mitgliedern, die in dem jeweiligen Bundesland durch regelmäßige Treffen und spezifische Ausrichtung Ihrer Arbeit helfen, das Konzept der Unterstützten Beschäftigung mit seinen unterschiedlichen Facetten weiterzutragen und regional zu verankern. Dabei agiert bislang jede LAG UB/IFD für sich, ein Austausch unter den LAGs über ihre Arbeit bzw. Konzeption, strategischen Ziele und Maßnahmen zur Erreichung, der Grad der Wahrnehmung/Anerkennung in der politischen Landschaft bzw. auf strategischer Ebene fand bis jetzt nicht statt. Dabei ist es gerade für die Mitglieder jüngerer LAGs wichtig, zu erfahren, wie es Mitgliedern gelungen ist, sich nach der Gründung einer LAG in ihrem Bundesland zu etablieren, welche Netzwerke sie aufgebaut bzw. welche Kooperationspartner sie „gefunden“ haben, welche Themen bearbeitet werden, wie die Öffentlichkeitsarbeit aufgestellt ist usw. Die BAG UB bietet den Mitgliedern unterschiedlicher LAG nun in einem Treffen auf der Tagung die Möglichkeit des Kennenlernens und des gemeinsamen Austauschs über Ziele, Strategien und Konzepte.

- Sabrina Keesen (BAG UB)

ca. 19.30 Uhr: Abendessen

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Hauptkonferenz Donnerstag 16.11.2017

9.00 – 12.00 Uhr: Mitgliederversammlung der BAG UB

ab 12.00 Uhr: Mittagsimbiss

 

13.00 Uhr: Tagungseröffnung

Begrüßung zur Fachtagung der BAG UB

- Angelika Thielicke (1. Vorsitzende der BAG UB)

13.10 Uhr: Fachvortrag

„Chancen und Risiken der Digitalisierung der Arbeit für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung"

- Dr. Dietrich Engels (Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik GmbH, Köln)

14.00 Uhr: Offenes Forum - Diskussion

„Zukunftsmodelle der Arbeit – Welche Rolle spielt der Mensch?“

Dr. Dietrich Engels (Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik GmbH)
Dr. Stefan Hardege (Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V.)
Sascha Köhne (Bundesministerium für Arbeit und Soziales)
Kirsten Vollmer (Bundesinstitut für Berufsbildung)
Adalbert Schmaus (Schmaus GmbH)
Dr. Alexandra Schmied (Bertelsmann Stiftung)

Moderation: Jörg Bungart (BAG UB)

15.30 Uhr – 16.30 Uhr: Pause

16.30 Uhr – 18.30 Uhr: Präsentation und Diskussion

1. Tagungsbegleitende Kreativ-Workshops II (inklusiv)

Es stehen vier tagungsbegleitende Workshops zur Auswahl: ein Film-Workshop, ein Theater-Workshop, ein Musik-Workshop und ein Kreativ-Workshop. Sie finden parallel zu den anderen Angeboten während der Tagung statt (Mittwoch bis Freitag). Am Freitag werden die Workshopergebnisse beim Abschlussforum präsentiert. Die Workshops sind für alle Tagungsteilnehmenden offen. Die Teilnahme am Film- bzw. Theater-Workshop nur während einer der drei Workshopphasen ist nicht möglich. Theater- und Filmworkshop arbeiten auch während der Plenumsveranstaltungen am Donnerstag.

- Julia Bayer und Cornelia Sturm (ACCESS Integrationsbegleitung Erlangen-Nürnberg-Bamberg), David Jahr und Max Haberstroh (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Christoph Kaiser (Schauspieler u. Theaterpädagoge) und Eleonore Frölich (Comeniusschule Schwetzingen), Josua Mette, Miriam Hering, Thilo Hahn (spectrum e.V.) und Doris Haake (Mensch zuerst, Hamburg)

2. Nachhaltigkeit in der Maßnahme „Unterstützte Beschäftigung“ – Wie gelingt es in der UB entstandene Arbeitsplätze langfristig zu sichern?

Im Rahmen des Projektes der BAG UB „Unterstützte Beschäftigung – Nachhaltigkeit und Qualitätssicherung der Teilhabe am Arbeitsleben“ (2015 – 2018) wird ein Fokus auf die Sicherung von Arbeitsverhältnissen gelegt, die für Teilnehmende der Maßnahme „Unterstützte Beschäftigung“ / Individuelle betriebliche Qualifizierung (InbeQ) nach § 38a SGB IX geschaffen wurden. Ein Teil des Projektes beschäftigt sich mit der Evaluation der 2. Phase der UB, der Arbeitsplatzsicherung. Es wurden Daten der Bundesagentur für Arbeit ausgewertet und eine Fragebogenerhebung bei den Leistungserbringern der Arbeitsplatzsicherung von ehemaligen InbeQ-Teilnehmenden durchgeführt. Hierbei gab es eine erfreulich hohe Beteiligung. Im Workshop werden erste Ergebnisse aus der Auswertung der BA-Daten und der Fragebogenerhebung vorgestellt und diskutiert. Im Mittelpunkt steht die Frage nach den Bedingungen und Kriterien für eine erfolgreiche, nachhaltige Arbeitsplatzsicherung für den Personenkreis. Ergänzt werden die Ergebnisse durch Einschätzungen von Vertreter_innen der Bundesagentur für Arbeit, eines Integrationsamtes und dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

- Kirsten Hohn und Jan Siefken (BAG UB), Yvonne Streit (Bundesagentur für Arbeit) Sascha Köhne (Bundesministerium für Arbeit und Soziales), Guido Kleb (Integrationsamt Baden-Württemberg)

3. Arbeit, Begegnung, soziale Vernetzung: Außengruppen im Sozialraum als neues Angebot von Tagesförderstätten

Im Rahmen des Aktion Mensch-Projekts „Zeit für Arbeit“ der BAG UB wurden verschiedene Modelle der Arbeitsangebote für Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf entwickelt und erprobt, die außerhalb der Räume der Tagesförderstätten stattfinden. Eines dieser Modelle ist die sozialräumlich ausgerichtete Außengruppe einer Tagesförderstätte. In diesem Workshop wollen wir zunächst ein Best Practice-Beispiel unseres Projektpartners Spastikerhilfe Berlin eG vorstellen. Zwischen den lebendigen Berliner Stadtteilen Pankow und Prenzlauer Berg nimmt eine feste Gruppe von Personen mit komplexem Unterstützungsbedarf arbeitsweltbezogene Teilhabeangebote in eigens dafür geschaffenen Räumlichkeiten sowie im Sozialraum wahr. Der Ort der Außengruppe ist als „Kiezladen“ konzipiert und damit zugleich so gewählt, dass gemeinsam mit den Teilnehmenden die Nachbarschaft erkundet und der soziale Raum als Ressource für Begegnungen und weitere externe Arbeitsmöglichkeiten erschlossen wird. Ein ähnliches Modell wurde unabhängig vom Projekt "Zeit für Arbeit" von der Boxdorfer Werkstatt entwickelt. Seit Mai 2017 betreibt hier eine Gruppe der Förderstätte mit vier Teilnehmer_innen mit komplexen Unterstützungsbedarf einen Laden im alten Ortskern, in dem Eigenprodukte der Werkstatt und mehr verkauft werden. Auch hier entstehen durch den Standort und die Kontakte mit der Nachbarschaft viele weitere Ideen, wie sich das Arbeitsangebot und die Kontaktmöglichkeiten erweitern lassen. In diesem Workshop werden wir das Modell „Außengruppe der Tagesförderstätten im Sozialraum“ anhand dieser beiden Beispiele präsentieren und zur Diskussion stellen. Abschließend wollen wir mit den Teilnehmenden diskutieren, inwieweit dieses Modell „Schule machen könnte“, also auf andere Regionen übertragbar ist bzw. wie es regional angepasst werden kann und müsste.

- Dr. Gabriele Niehörster (Spastikerhilfe Berlin eG), Thomas Wedel (BZB – Behindertenzentrum Boxdorf, Nürnberg)

4. „Work-by-Inclusion®“ – Forschung trifft Praxis: Entwicklung und Einsatz von visuellen Arbeitsmitteln für in Lagerprozessen tätige Gehörlose

Im Workshop möchten wir Sie im ersten Teil neugierig auf ein Beispiel in der freien Wirtschaft machen, wo Menschen mit Handicap in den unternehmerischen Wertschöpfungsprozess eingebunden sind. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderten überregionalen Forschungsprojektes www.work-by-inclusion.de ® stehen wir kurz vor dem erfolgreichen Projektabschluss im Dezember 2017. Die Schmaus GmbH arbeitet seit mehreren Jahren mit dem Integrationsfachdienst Soziales Förderwerk e. V. sowie dem KSV Sachsen (Integrationsamt) zur Einbindung schwerbehinderter Menschen in den Arbeitsprozess zusammen. Unterstützend ist mindestens ein/e Gebärdendolmetscher_in mit den Prozessen innerhalb der Schmaus GmbH vertraut. Gegenwärtig beschäftigt die Schmaus GmbH zwölf Mitarbeiter_innen mit Behinderung, wovon sieben eine Hörschädigung haben. Der überwiegende Teil dieser Mitarbeiter_innen arbeitet im logistischen Bereich. Das Ziel des Forschungsprojektes „Work-by-Inclusion®“ besteht in der vollständigen Einbindung gehörloser und gehörgeschädigter Menschen in den Arbeitsprozess. Dies erfolgt durch die Bereitstellung moderner Arbeitshilfen in Form einer Datenbrille zur visuellen Informationsbereitstellung. Dadurch wird im Praxisbeispiel der Schmaus GmbH der uneingeschränkte Einsatz von Schwerbehinderten für das beleglose Kommissionieren mit beiden freien Händen ermöglicht. Zudem wird eine kommunikative Schnittstelle zwischen hörbehinderten und nicht hörbehinderten Mitarbeitern geschaffen. „Work-by-Inclusion®“ gibt Unternehmen die Chance, hoch motivierte Mitarbeiter zu beschäftigen und den bestehenden Arbeitskräftemangel auszugleichen. Der Workshop bietet im zweiten Teil einen wissenschaftlichen Input zu den technischen Anwendungsmöglichkeiten einer Datenbrille. Das Spektrum des zweiten Projektpartners, der Technischen Universität München, Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik – fml durchgeführten Forschungsaufgaben erstreckt sich von der öffentlich geförderten Grundlagenforschung über die industrielle Gemeinschaftsforschung bis zu direkten Industrieaufträgen. Am Lehrstuhl wurde die Technologie Pick-by-Vision entwickelt, die eine Leistungs- und Qualitätssteigerung in der manuellen Kommissionierung ermöglicht. Als Konsortialführer im Projekt übernimmt der fml die wissenschaftlichen Arbeiten und ist verantwortlich für die Entwicklung der Szenarien und Konzepte. Darüber hinaus ist die Zusammenarbeit eng verknüpft mit dem dritten Projektpartner, der CIM GmbH in Fürstenfeldbruck, welche die Anpassung des Lagerverwaltungssystems und aller notwendigen Systemkomponenten sowie die Entwicklung der Datenbrillen-Software verantwortet. Im dritten Teil erfolgt ein Blick in die Praxis, um die ersten Erfahrungen im Rahmen des Forschungsprojektes auszuwerten. Im Rahmen des Workshops bekommt jede/r Teilnehmer_in die Chance, die neue Technologie selbst auszuprobieren. Anschließend bietet der Workshop breiten Raum für Fragen und Diskussionen.

- Adalbert Schmaus (Schmaus GmbH, Hartmannsdorf), Matthias vom Stein (Technische Universität München / fml - Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik)

5. Vermittlung von (schwer-) behinderten Menschen auf der Basis von Aktivierungs- und Vermittlungsgutscheinen durch den Integrationsfachdienst (IFD)

Die WIB - Weißenseer Integrationsbetriebe GmbH ist seit vielen Jahren Träger zweier Berliner Integrationsfachdienste (IFD Ost und IFD für hörbehinderte Menschen) im Auftrag des Integrationsamtes Berlin und in Einzelfällen der Träger der beruflichen Rehabilitation. Noch bis Ende 2012 konnten wir in Berlin im Rahmen der Beauftragung des Integrationsamtes, gefördert aus Mitteln der Ausgleichsabgabe und kofinanziert durch Vermittlungsgutscheine der Arbeitsagenturen, auch Vermittlung für (schwer-) behinderte Menschen anbieten. Nach Einstellung dieser Finanzierung und Wegfall der Vermittlungsdienste bestand dennoch weiterhin der Bedarf nach spezialisierten Vermittlungsangeboten für (schwer-) behinderte Menschen. Durch die Ausstellung von Aktivierungs- und Vermittlungsgutscheinen (kurz AVGS) nach § 45 SGB III können Arbeitsagenturen und JobCenter zertifizierte Maßnahmen für Arbeitssuchende zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung beauftragen und fördern. Auf dieser Grundlage haben wir Maßnahmen der Aktivierung und beruflichen Eingliederung für die speziellen Zielgruppen des IFD entwickelt. In diesem Workshop stellen wir Ihnen die Grundlagen sowie unseren Weg der Entwicklung und der Zertifizierung der AVGS-Maßnahmen vor und berichten Ihnen über unsere Zusammenarbeit mit den JobCentern und Arbeitsagenturen in Berlin. Über unsere Einschätzungen der Chancen und Risiken dieses Arbeitsmarktinstrumentes möchten wir uns mit Ihnen, den schon erfahrenen Kolleginnen und Kollegen sowie anderen Interessentinnen und Interessenten unter Ihnen, austauschen.

- Britta Kehr und Andreas Schimmer (WIB - Weißenseer Integrationsbetriebe, Berlin)

6. Bundesteilhabegesetz – neue Chancen der beruflichen Teilhabe!? - Hinweis: der Workshop wird auch Freitag angeboten

Das Budget für Arbeit (§ 61 SGB IX n.F.) und andere Leistungsanbieter (§ 60 SGB IX n.F.) von Werkstatt-Leistungen sollen die Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Behinderung ab 2018 bundesweit verbessern. Dadurch sollen Menschen mit Behinderung Alternativen zu einer Beschäftigung in einer WfbM, insbesondere in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes eröffnet werden. In manchen Bundesländern gibt es bereits seit mehreren Jahren Vorläufermodelle. Welche Modelle haben sich bewährt, was wäre zu verbessern, wie ist die Durchlässigkeit zwischen diesen und anderen Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben zu organisieren und was wird voraussichtlich ab 2018 neu zu gestalten sein? Hinzu kommen die neuen Instrumente Teilhabeplan (§ 19 SGB IX n.F.) und Teilhabekonferenz (§ 20 SGB IX n.F.), die für die Eingliederungshilfe Teil des Gesamtplanverfahrens (§ 117 SGB IX n.F.) sind. Wie sieht die Verwaltung hier die Einbindung der beruflichen Teilhabe? Der Workshop bietet dazu Informationen und Gelegenheit zum fachlichen Austausch.

- Sabine Krause (ProjektRouter, Köln), Thomas Fonck (Landschaftsverband Rheinland / Eingliederungshilfe, Köln), Manfred Becker (IFD / Kölner Verein, Köln)

7. Inklusive Ausbildung - Ein erfolgsversprechender Weg zur dauerhaften Integration von jungen Menschen mit Behinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt

Eine erfolgreich abgeschlossene betriebliche Ausbildung verbessert nachhaltig die beruflichen Perspektiven von jungen Menschen. Dies gilt in besonderem Maße für junge Menschen mit Lernschwierigkeiten und Behinderungen. Darum wurde in Trier im Sommer 2013 ein Modellprojekt im Rahmen des Bundesprogramms „Initiative Inklusion“ auf den Weg gebracht, das junge Menschen mit Behinderung und Betriebe dabei unterstützt, diesen Weg erfolgreich zu beschreiten. Da sich die ersten Erfolge schon nach kurzer Zeit einstellten, konnte das Angebot bereits ab Sommer 2014 verstetigt werden. Die Finanzierung erfolgt nun durch die Agentur für Arbeit über das Persönliche Budget. Nach nunmehr 4 Jahren liegen die Ergebnisse des ersten Jahrgangs vor und bestätigen, dass das Modell funktioniert. Im Workshop werden Ziele, Inhalte, Herausforderungen, wichtige Gelingensfaktoren und erste Ergebnisse aus der Projektphase vorgestellt. Ebenso wird ein Abgrenzungsversuch des Trierer Angebotes „Inklusive Ausbildung“ zu den beiden Regelmaßnahmen der Bundesagentur für Arbeit „begleitete betriebliche Ausbildung (bbA)“ und „Assistierte Ausbildung (AsA)“ vorgenommen. Abschließend wird auf die Besonderheiten der Finanzierung über das Persönliche Budget eingegangen, welches die Übertragung des Modells in andere Regionen deutlich erleichtert.

- Monika Berger und Teodora Raduncheva (Bürgerservice gGmbH, Trier)

8. Übergang Werkstatt – allgemeiner Arbeitsmarkt in Kooperation Integrationsfachdienste (IFD) und Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM)

Die Kooperation IFD und WfbM wird umgesetzt als Mitarbeitertandem und ist in dieser Form selbst ein Projekt in einem landesweiten bayerischen Projekt namens BÜWA (Begleiteter Übergang Werkstatt allgemeiner Arbeitsmarkt). Nur im Regierungsbezirk Oberbayern (einer von sieben) wird die Vermittlungstätigkeit von Mitarbeiter_innen der WfbM und des IFD als Tandem gemeinsam umgesetzt. Dieser Workshop beschäftigt sich mit der Darstellung der Anbahnung der Kooperationen, der Darstellung/Aufteilung der verschiedenen Arbeitsschwerpunkte wie Vorbereitung, Vermittlungsphasen, Beruflicher Sicherung etc. Des Weiteren mit der Frage, welche Rahmenbedingungen bestehen für Übergänge insbesondere durch BÜWA, welche Rahmenbedingungen unterstützen und welche behindern sie? Welche Zukunft hat die Fortsetzung von BÜWA, also die Integration aus der WfbM in reguläre Arbeitsverhältnisse z.B. vor dem Hintergrund des Budgets für Arbeit? Der fachliche Austausch und allgemeine Informationen runden den Workshop ab.

- Astrid Schlegel (IFD Oberbayern Südost), Gudrun Press (IFD Weilheim, WfbM Herzogsägmühl), Anton Gass (LAG IFD Bayern e.V.), Devrim Agostini (IFD München/Freising)

9. Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Autismus

Der Workshop umfasst drei Teile: In Teil 1 betrachten wir die Besonderheiten von Menschen mit Autismus und schauen dabei insbesondere auf individuelle Auswirkungen von Autismus auf die Teilhabe am Arbeitsleben. Dabei werden wir auch viel Vergleichbares zu anderen Behinderungsarten aufzeigen (z.B. Menschen mit Psychosen, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen, Sehbehinderung, Hörbehinderung). Wir stellen die Rolle des IFD vor und erläutern andere, komplementäre Unterstützungssysteme im Betrieb. In Teil 2 zeigen wir auf, welche Gestaltungsmöglichkeiten im Bereich Übergang Schule Beruf (Kompetenzinventar Modul Autismus), im Bereich betrieblicher Berufsausbildung im dualen System (Ausbildungscoaching und Förderprogramm Ausbildung Inklusiv) und zur langfristigen Sicherung von Arbeitsverhältnissen (Arbeit Inklusiv, ergänzende Lohkostenzuschüsse) bestehen. In Teil 3 geben wir einen Einblick in das Projekt Autism@Work bei SAP und laden dazu ein, konkret mit eigener Klientel einen möglichen Zugang zu SAP in den Blick zu nehmen. Zu den Rahmenbedingungen in Baden-Württemberg: Die Unterstützung der Teilhabe am Arbeitsleben von Menschen mit Autismus ist in allen Arbeitsfeldern Aufgabe der IFD in Baden-Württemberg. Im Bereich Übergang Schule Beruf, bilden junge Menschen mit Autismus bereits die drittgrößte Gruppe. Im letzten Jahr waren es 71 Klienten die wir beim Übergang von der Schule in ein Arbeits- bzw. Ausbildungsverhältnis begleiten konnten. In einer betrieblichen Berufsausbildung befinden sich derzeit 23 junge Menschen mit Autismus, die von IFD unterstützt und vom Integrationsamt aus dem Programm „Ausbildung Inklusiv“ gefördert werden. In einigen Fällen wurde zusätzlich noch ein Ausbildungscoaching auf Basis des § 33 Abs. 3 Nr. 6 SGB IX von der zuständigen Arbeitsagentur gefördert. Hierbei ist vor allem das reibungslose Zusammenwirken der Akteure eine Herausforderung. Im Rahmen der begleitenden Hilfe im Arbeitsleben werden derzeit 111 Menschen mit Autismus zur Sicherung bestehender Arbeitsverhältnisse und weitere 54 im Kontext der Nachhaltigkeit unterstützt. Wir wollen unseren Workshop dialogisch gestalten und die Teilnehmenden einladen, die jeweiligen Themen und Fragen unmittelbar zu behandeln.

- Berthold Deusch (Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg / KVJS – Integrationsamt), Géraldine Elspaß (Integrationsfachdienst, Heidelberg-Mosbach)

ca. 19.30 Uhr: Abendessen

ca. 22.00 Uhr: „Unterhaltungsprogramm / Disco!“

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Hauptkonferenz Freitag 17.11.2017 BAG UB

09.00 – 11.00 Uhr: Präsentation und Diskussion

1. Tagungsbegleitende Workshops III (inklusiv)

Es stehen vier tagungsbegleitende Workshops zur Auswahl: ein Film-Workshop, ein Theater-Workshop, ein Musik-Workshop und ein Kreativ-Workshop. Sie finden parallel zu den anderen Angeboten während der Tagung statt (Mittwoch bis Freitag). Am Freitag werden die Workshopergebnisse beim Abschlussforum präsentiert. Die Workshops sind für alle Tagungsteilnehmenden offen. Die Teilnahme am Film- bzw. Theater-Workshop nur während einer der drei Workshopphasen ist nicht möglich. Theater- und Filmworkshop arbeiten auch während der Plenumsveranstaltungen am Donnerstag.

- Julia Bayer und Cornelia Sturm (ACCESS Integrationsbegleitung Erlangen-Nürnberg-Bamberg), David Jahr und Max Haberstroh (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Christoph Kaiser (Schauspieler u. Theaterpädagoge) und Eleonore Frölich (Comeniusschule Schwetzingen), Josua Mette, Miriam Hering, Thilo Hahn (spectrum e.V.) und Doris Haake (Mensch zuerst, Hamburg)

2. DUOday und Projekt MitArbeit – zwei innovative Modelle zur Teilhabe am Arbeitsleben

Letztes Jahr hat Belgien den DUOday bei der Jahrestagung der BAG UB vorgestellt: An einem Tag gibt ein Betrieb / ein öffentlicher Dienst einer Person mit Behinderung die Gelegenheit, an den üblichen betrieblichen Aufgaben teilzunehmen. Dieses Jahr präsentieren wir unsere Erfahrungen mit dem DUOday in Bremen vom März 2017. Der DUOday ist ein optimaler Türöffner in die Betriebe und schafft zudem die gute Möglichkeit, dass unsere Ratsuchenden einen Tag Praktikum in einem Betrieb machen können. Von dieser Win/Win Situation profitieren beide Seiten und von diesem Ausgangspunkt kann sich weiteres entwickeln. Anhand von Filmen und anderen Materialien suchen wir weitere Begeisterte, die auch in Ihren Regionen den DUOday anbieten wollen. Zugleich stellen wir unsere Beratungsarbeit vom Projekt MitArbeit vor. Wir beraten Menschen mit psychischer Erkrankung, Autismus-Spektrum-Störung und geistiger Behinderung, die Ihre Arbeitskraft dem 1. Arbeitsmarkt stundenweise zur Verfügung stellen. Es sind Menschen, die keine Unterstützung durch Werkstätten für behinderte Menschen bekommen oder vom Integrationsfachdienst. Gern wollen wir unsere Erfahrungen teilen und uns mit anderen Beratungsstellen vernetzen, die sich auch auf diesen Personenkreis spezialisiert haben. Das Projekt wird von Aktion Mensch gefördert.

- Heike Dietzmann und Ulla Laacks (Verein für Innere Mission in Bremen / Bereich Psychosoziale Hilfen, Bremen)

3. Arbeitsweltbezogene Teilhabe in Betrieben und im Sozialraum - für alle Menschen mit Behinderung!

Arbeitsweltbezogene Teilhabe in Betrieben und im Sozialraum – auch für Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf! Ja, das ist möglich, es ist außerdem im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention unverzichtbar – und die beste Nachricht ist: Es ist praktisch umsetzbar. Dies hat das Aktion Mensch-Projekt „Zeit für Arbeit!“ der BAG UB gezeigt: Gemeinsam mit fünf Projektpartnern (Leben mit Behinderung Hamburg, Arbeiter-Samariter-Bund Bremen, Spastikerhilfe Berlin, Lebenshilfe Gießen und Lebenshilfe Worms) wurden im Laufe von drei Jahren verschiedene Angebotsmodelle und Best Practice-Beispiele erarbeitet, die einen guten Einblick in die Möglichkeiten, die Konzepte und Rahmenbedingungen solcher Teilhabeangebote geben. Im Rahmen des Projekts tauchten viele Fragen auf: Was bedeutet Arbeit für diese Zielgruppe? Wie kann die teilweise mit hohem Aufwand verbundene Unterstützung und ggf. Pflege außerhalb von Einrichtungen gewährleistet und organisiert werden? Welche Aufgaben und neuen Herausforderungen stellen sich für die Leistungsanbieter, für Leitungen, Mitarbeiter_innen und Teams? Und wie lassen sich Auftrag- oder Arbeitgeber gewinnen, wenn keine gewinnorientierte Tätigkeit im Zentrum des Teilhabeangebots steht? Mögliche Antworten auf diese und weitere Fragen möchten wir mit den Teilnehmenden des Workshops diskutieren und weitere Projektergebnisse vorstellen. Dabei wollen wir auch erste richtungsweisende Beispiele präsentieren und zur Diskussion stellen, bei denen Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf eine „individuelle Wochenstruktur“, d.h. über die Woche verteilte ambulante, betriebliche und personenzentrierte Teilhabeangebote ohne räumliche Anbindung an eine Einrichtung erhalten.

- Berit Blesinger (BAG UB), Wibke Juterczenka (Leben mit Behinderung Hamburg)

4. Aus der Praxis – Fragen zum Reha-Recht

Das Reha-Recht ist ein sehr komplexes Rechtsgebiet, das nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Praktiker vielfach ratlos zurücklässt. Im Rahmen des Workshops sollen Rechtsfragen behandelt werden, die in der praktischen Arbeit zu Problemen und Schwierigkeiten führen. Ziel dabei ist, nicht nur auf die rechtlichen Grundlagen einzugehen, sondern auch Lösungswege und Strategien im Rahmen des geltenden Rechts zu behandeln, sowie einen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen. Die Fragestellungen können sich sowohl auf die Leistungsanbieter als auch auf die Betroffenen beziehen. Sofern gewünscht, können Fragen, die im Workshop behandelt werden sollen, auch bereits vorab der Geschäftsstelle der BAG UB mitgeteilt werden (unter Betreff „Jahrestagung BAG UB - Fragen zum Reha-Recht“ an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

- Jens Hansen (vormals Zentrale der Bundesagentur für Arbeit)

5. Personenzentrierte berufliche Zukunftsplanung

Personenzentriert arbeiten ist in erster Linie eine Haltung. Das zeigen die Erfahrungen in der IFD Arbeit in Kooperation mit WfbM beim Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Denn eine Haltung darf nicht in schönen Worten steckenbleiben, sondern muss sich im täglichen Handeln verwirklichen. Die Rolle der Fachkraft ist begleitend und unterstützend, der/die arbeitssuchende Teilnehmer_in steht mit seinen/ihren Fähigkeiten und seinen/ihren Wünschen im Mittelpunkt. In diesem Kontext wird mit Beispielen aus der Praxis und dem Instrument „Life/Work Planning“ ein Einblick in die Vermittlungsarbeit von WfbM-Beschäftigten gegeben.

- Jörg Klingebiel (Integrationsfachdienst / Projekt Übergang Werkstatt allg. Arbeitsmarkt, Der Weg e.V. Braunschweig), John Webb (Trainer und Ausbilder für Life/Work Planning)

6. Bundesteilhabegesetz – neue Chancen der beruflichen Teilhabe!? - Hinweis: der Workshop wird auch Donnerstag angeboten

Das Budget für Arbeit (§ 61 SGB IX n.F.) und andere Leistungsanbieter (§ 60 SGB IX n.F.) von Werkstatt-Leistungen sollen die Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Behinderung ab 2018 bundesweit verbessern. Dadurch sollen Menschen mit Behinderung Alternativen zu einer Beschäftigung in einer WfbM, insbesondere in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes eröffnet werden. In manchen Bundesländern gibt es bereits seit mehreren Jahren Vorläufermodelle. Welche Modelle haben sich bewährt, was wäre zu verbessern, wie ist die Durchlässigkeit zwischen diesen und anderen Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben zu organisieren und was wird voraussichtlich ab 2018 neu zu gestalten sein? Hinzu kommen die neuen Instrumente Teilhabeplan (§ 19 SGB IX n.F.) und Teilhabekonferenz (§ 20 SGB IX n.F.), die für die Eingliederungshilfe Teil des Gesamtplanverfahrens (§ 117 SGB IX n.F.) sind. Wie sieht die Verwaltung hier die Einbindung der beruflichen Teilhabe? Der Workshop bietet dazu Informationen und Gelegenheit zum fachlichen Austausch.

- Sabine Krause (ProjektRouter, Köln), Thomas Fonck (Landschaftsverband Rheinland / Eingliederungshilfe, Köln), Manfred Becker (IFD / Kölner Verein, Köln)

7. Psychische Erkrankung und Teilhabe am Arbeitsleben / Unterstützte Beschäftigung

„Erst platzieren – dann qualifizieren“ so lautet der Grundsatz der individuellen betrieblichen Qualifizierung im Rahmen Unterstützter Beschäftigung. Für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen hat sich dieses rehabilitative Angebot aus unserer Sicht bewährt. Für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen ist der Zugang zur Arbeitswelt oftmals erschwert, wenn nicht sogar begrenzt. Für sie ist es häufig schwierig einzuschätzen, ob sie den Arbeitsanforderungen des allgemeinen Arbeitsmarktes (wieder) gewachsen sind. Fragen können u.a. sein: Was sind meine Stärken? Wie passe ich meine erlernten fachlichen Fähigkeiten an die Anforderungsprofile von Stellenangeboten an? Stehen mir frühere fachliche Fähigkeiten nach der psychischen Erkrankung noch zur Verfügung? Für Arbeitgeber steht die Wirtschaftlichkeit ihres Unternehmens oft an zentraler Stelle. Sie sind auf motivierte, leistungsbereite und zuverlässige Mitarbeiter*innen angewiesen. Aus Arbeitgeberperspektive können sich z.B. Fragen stellen: Kann der/die Mitarbeiter*in die erwartete Leistung erbringen? Braucht er/sie mehr Anleitung und Unterstützung als andere Mitarbeiter*innen? Was sollte in der Zusammenarbeit mit psychisch kranken Mitarbeiter*innen besonders beachtet werden? Wenn ich erkenne, dass jemand psychisch auffällig ist, wie spreche ich dies am besten an? Wenn ein/e schwerbehinderte/r Mitarbeiter*in die Arbeit nicht leistet, kann ich ihm/ihr kündigen? Im Workshop erhalten Sie einen Überblick über Zielentwicklung, Begleitung und der Nachbegleitung zum Erhalt des (wiedergefundenen) Arbeitsplatzes. Wir reflektieren die Rolle des / der JobCoach zwischen Rehabilitand*in und Arbeitgeber, beschäftigen uns mit Stolpersteinen im Jobcoaching-Prozess und mit gelungener Vermittlungsarbeit.

- Elke Titze (Abteilungsleiterin) und Sabrina Buglowski (JobCoach „Unterstützte Beschäftigung“), BTZ Berufliche Bildung Köln GmbH

8. Unterstützte Beschäftigung in Frankreich

Unterstützte Beschäftigung wurde gesetzlich im August 2016 in Frankreich anerkannt. Verbände und Fachpersonen wurden angenehm überrascht, dass, nur zwei Jahre nach der Gründung eines Nationalverbands für Unterstützte Beschäftigung, öffentliche Behörden diese neue Art und Weise Menschen mit Behinderungen zu begleiten, unmittelbar finanzieren. Ab September 2017 werden die ersten „offiziellen Fachdiensten“ mit staatlichen Geldern gesichert finanziert. Unterstützte Beschäftigung gab es in Frankreich modellhaft und mit unsicherer Finanzierung seit mehreren Jahren. Aufgabe des Nationalverbands ist es, alle diese lokalen Initiativen zusammenzubringen und eine planvolle Entwicklung der Unterstützten Beschäftigung zu fördern. Geschützte Arbeit in speziellen Werkstätten für Menschen mit Behinderung bleibt in Frankreich stark. Der Paradigmenwechsel in eine inklusive Gesellschaft ist relativ neu, aber Bedürfnisse von behinderten Menschen und Arbeitgebern, die Denkweise der Fachpersonen, die Vorstellung der betroffenen öffentlichen Behörden zeigen, dass die Lage sich langsam in die richtige Richtung ändert. Unterstützte Beschäftigung ist aber keine Wunderlösung. Es ist nur ein Mittel das Leben von einigen Menschen mit Behinderung durch eine stabile und sichere Beschäftigung zu verbessern. Es soll weiter geforscht und neue Methoden und Wege sollen erprobt werden, um den Bedürfnisse der behinderten Personen zu entsprechen. Das Collectif France Emploi Accompagné ist sich dieser Aufgabe bewusst. Partnerschaften und Zusammenarbeit mit Kollegen aus Nachbarländern sind ein Weg neue Lösungen zu finden und das Konzept „Supported Employment“ weiter zu entwickeln.

- Nicolas Päzold (Collectif France Emploi Accompagné), Kirsten Hohn (BAG UB)

9. Individuelle Berufswegeplanung mit dem Ziel „Teilhabe am Arbeitsleben“

In Deutschland wird der Zugang zum Arbeitsmarkt wesentlich über formale Qualifizierung strukturiert. Die berufsständisch vorgegebenen Bildungsstandards sind jedoch nicht immer von allen Menschen zu realisieren. Infolge heterogener Unterstützungsbedarfe resp. besonderer Lebenslagen bleibt ihnen dieser Weg verschlossen. Zudem führt die Ökonomisierung des Arbeitsmarktes durchaus zu Tendenzen der Exklusion. Um allen Menschen einen Zugang zur beruflichen Qualifizierung und anschließend zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen, müssen alternative, individualisierte Bildungswege gefunden und bereitgestellt werden. Im Workshop werden verschiedene Qualifizierungsmodelle zur Teilhabe am Arbeitsleben vorgestellt, die im Rahmen der Projektstelle „Inklusion & Berufliche Teilhabe“ an der Don Bosco Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung Würzburg analysiert und mit weiteren Bildungsträgern in der Praxis geplant und umgesetzt werden. Insbesondere das Modell der Qualifizierungsbausteine sowie die Perspektive eines dualen Berufsbildungsbereiches vor dem Hintergrund eines sich wandelnden Handlungsbereiches und -auftrags der WfbM wird dabei fokussiert und die Zusammenarbeit mit den Mainfränkischen Werkstätten dargestellt.

- Dr. Harald Ebert, Michael Wenzel, Ramona Eck (Projektstelle „Inklusion & Berufliche Teilhabe“ - Don Bosco Berufsschule, Würzburg)

11.00 Uhr – 11.30 Uhr: Pause

11.30 Uhr – 12.30 Uhr: Abschlussforum

„Wir. Schaffen. Zusammen!“

Unterstützte Arbeitnehmer_innen präsentieren Ergebnisse der tagungsbegleitenden Kreativ-Workshops

Moderation: Robert Gießelmann (spectrum e.V. Marburg)

12.30 Uhr – 13.30 Uhr: Mittagsimbiss

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Übersicht:

  1. Veranstaltungen für und mit Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern

  2. Evaluationsbericht, Produkte und Instrumente des Projektes JobBudget

  3. Der Weg in den Beruf
    Qualifizierungs- und Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Lernschwierigkeiten

  4. Ich habe meinen Arbeitsplatz gefunden

  5. Job Coaching: Qualifizieren und Lernen im Betrieb

  6. Arbeitshilfe "Beratung zum Persönlichen Budget mit dem Schwerpunkt Teilhabe am Arbeitsleben"

  7. Persönliches Budget für berufliche Teilhabe – Dokumentation und Handlungsempfehlungen, Hamburg 2009

  8. Modul Berufsvorbereitung und Netzwerkarbeit

  9. Qualitätskriterien für die Vorbereitung, Begleitung und Auswertung von Betriebspraktika

  10. Konzept eines betrieblichen ausgerichteten Eingangsverfahrens und Berufsbildungsbereiches mit Persönlichem Budget

  11. „Working Towards Diversity“
    Ergebnisbroschüre der transnationalen EQUAL Partnerschaft (2005-2007)

  12. Psychische Erkrankungen am Arbeitsplatz und die Möglichkeiten von Unterstützungssystemen zur Sicherung der Teilhabe am Arbeitsleben

  13. Evaluationsbericht zur EQUAL-Entwicklungspartnerschaft
    „Keine Behinderungen trotz Behinderung“

  14. „Qualitätssicherung und Casemanagement“ ein Modul der EQUAL-Entwicklungspartnerschaft „Keine Behinderungen trotz Behinderung“

  15. „Qualitätsstandards für einen guten Übergang Schule-Beruf“

  16. Handbuch Arbeitsassistenz

  17. Entwicklung der Zugangszahlen zu Werkstätten für behinderte Menschen


     

Veranstaltungen für und mit Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern

Dokumentation der Präsentation von Beispielen betrieblicher Arbeits- und Qualifizierungsmöglichkeiten im Rahmen der Umsetzung des Bundesarbeitsmarktprogramms Job4000 (2007 – 2013)

Im Rahmen der Umsetzung des Bundesarbeitsmarktprogramms Job4000 wurden in allen Bundesländern Veranstaltungen für und mit Arbeitgeber/innen umgesetzt. Ziel war insbesondere die Information und Sensibilisierung von Arbeitgeber/innen für die Qualifizierung und Einstellung behinderter Menschen.
Ein Kernstück der Arbeitgeberveranstaltungen war jeweils die Vorstellung von betrieblichen Beispielen. In moderierten Podiumsgesprächen wurden hierbei die Erfahrungen der verschiedenen Beteiligten (Arbeitgeber/innen, durch Integrationsfachdienste (IFD) unterstützte Arbeitnehmer/innen und Fachkräften aus IFD) in den Mittelpunkt gerückt. Es gibt viel allgemeines Fachwissen über die hemmenden und fördernden Faktoren bei der Inklusion im Bereich der Teilhabe am Arbeitsleben. Und doch sind es immer wieder die individuellen – oft unterschiedlichen – Erfahrungen, die bewegen, überzeugen und dazu anregen, es als Arbeitgeber/in selbst auszuprobieren und Menschen mit Behinderung und besonderem Unterstützungsbedarf im eigenen Betrieb zu qualifizieren und einzustellen.

  • Durch die Präsentation betrieblicher Beispiele war es bei den Job4000-Veranstaltungen für die anwesenden Arbeitgeber/innen möglich, eine Idee davon zu bekommen,

  • wie eigentlich die Unterstützung durch den IFD und die Qualifizierung am Arbeitsplatz konkret aussehen,

  • welche spezifischen Fähigkeiten Menschen mit Behinderungen jeweils in den Betriebsalltag einbringen,

  • wie sich die Anwesenheit und Mitarbeit behinderter Arbeitnehmer/innen auf das soziale Klima im Betrieb auswirkt,

  • welche Lösungsmöglichkeiten in Betrieben gefunden werden, wenn es Probleme gibt,

  • welche Bedenken Arbeitgeber/innen haben oder hatten und wie sie damit umgegangen sind etc.

Download Veranstaltungen für und mit Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern - Dokumentation der Präsentation von Beispielen betrieblicher Arbeits- und Qualifizierungsmöglichkeiten


Evaluationsbericht, Produkte und Instrumente des Projektes JobBudget

JobBudget war ein bundesweites Modellprojekt, in dem verschiedene Anbieter von Leistungen im Übergang von der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) auf den allgemeinen Arbeitsmarkt die inhaltliche Ausgestaltung der Übergangsprozesse beschrieben und erprobt haben. In insgesamt acht Modulen von der Klärung bis zur Berufsbegleitung nach Abschluss eines Arbeitsvertrages wurden die Leistungen beschrieben, die für Werkstattbeschäftigte notwendig sind oder sein können, um die erforderliche Unterstützung beim Wechsel von der WfbM auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu erhalten.

Download Evaluationsbericht zum Bundesmodellprojekt JobBudget

Instrumente zur Dokumentation und Preiskalkulation von modularen Leistungsangeboten im Übergang WfbM – allgemeiner Arbeitsmarkt

Ein zentrales Ziel des Projekts JobBudget war es auch, eine Grundlage zu schaffen, mit der es möglich ist, die Kosten für diese modularisierten Leistungen – also für die einzelnen Module – zu berechnen. Hierfür wurden folgende Instrumente entwickelt, die von Interessierten nutzbar sind:

Weitere Produkte und Informationen, wie die Leistungsmodule und Materialien zum Übergangsprozess von der WfbM auf den allgemeinen Arbeitsmarkt, finden Sie hier:

JobBudget - Archiv


 

Der Weg in den Beruf
Qualifizierungs- und Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Lernschwierigkeiten

Dieser Text ist eine Aktualisierung des 2009 in impulse 49 (2009) erschienenen Beitrags (Stand: September 2011).

Download Der Weg in den Beruf


Ich habe meinen Arbeitsplatz gefunden

Die Broschüre "Ich habe meinen Arbeitsplatz gefunden" mit 67 Beispielen von Menschen, die es geschafft haben, ihren Platz in der betrieblichen Arbeitswelt zu finden.

Kostenlose Bestellung unter: www.bmas.de


Job Coaching: Qualifizieren und Lernen im Betrieb
Schwerpunkt: Betriebliche Teilhabe von Menschen mit psychischer Erkrankung

Die Weiterbildungsunterlagen wurden Rahmen des bundesweiten Modellprojekts „JobBudget“ (2008-2011) entwickelt. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert.

Download Job Coaching: Qualifizieren und Lernen im Betrieb


Arbeitshilfe "Beratung zum Persönlichen Budget mit dem Schwerpunkt Teilhabe am Arbeitsleben"

Mit der Arbeitshilfe "Beratung zum Persönlichen Budget mit dem Schwerpunkt Teilhabe am Arbeitsleben" sollen Einrichtungen der Behinderten(selbst)hilfe unterstützt werden, Beratungsangebote mit dem Schwerpunkt Persönliches Budget für berufliche Teilhabeleistungen auf- und auszubauen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Informationen aus der Praxis, mit denen die Mitarbeiter/innen von Beratungsstellen sich auf die Budgetberatung im Bereich berufliche Teilhabe möglichst umfassend vorbereiten können. Die Broschüre wurde im Rahmen des zweijährigen Projekts Förderung von Beratungskompetenzen zum Persönlichen Budget für berufliche Teilhabe der BAG UB erarbeitet. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert.

Download Arbeitshilfe Beratung zum PersB


Persönliches Budget für berufliche Teilhabe –
Dokumentation und Handlungsempfehlungen, Hamburg 2009

Der Praxisbericht enthält die Ergebnisse Projektes „Weiterentwicklung, Erprobung und Evaluation integrativer Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung unter Berücksichtigung der Chancen und Grenzen des Persönlichen Budgets“. Das Projekt wurde von der Aktion Mensch im Zeitraum von 2005 bis 2008 gefördert.

Download Persönliches Budget für berufliche Teilhabe


Modul Berufsvorbereitung und Netzwerkarbeit

In der EQUAL-Entwicklungspartnerschaft „Talente – Entwicklung von Selbstbestimmung und
Wahlmöglichkeiten“ (gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds) arbeiteten zwischen Juli 2005 bis Dezember 2007 insgesamt neun Partnerorganisationen, die im Bereich Übergang Schule – Beruf und in verschiedenen Bundesländern aktiv sind, zusammen.
Als ein Ergebnis der zweieinhalbjährigen bundesweiten Kooperation wurde das Modul „Berufsvorbereitung und Netzwerkarbeit“ anhand regelmäßiger Netzwerktreffen bei verschiedenen EQUAL-Partnern entwickelt.

Download Modul Berufsvorbereitung und Netzwerkarbeit (PDF, ca. 2 MB)


Qualitätskriterien für die Vorbereitung, Begleitung und Auswertung von Betriebspraktika

Auf der Basis einer empirischen Untersuchung in Betrieben und mit zentralen AkteurInnen der betrieblichen Integration wurden die vorliegenden Qualitätskriterien entwickelt. Als Handlungsleitfaden für Fachkräfte der beruflichen Integrationsarbeit konzipiert, bieten die Kriterien Impulse für die Reflexion und Veränderung der eigenen professionellen Praxis und für die Konzeptentwicklung in der beruflichen Integrationsarbeit in Schule, IFD, bei Bildungsträgern etc. Der Handlungsleitfaden ist im Rahmen der EQUAL-Entwicklungspartnerschaft ’Talente – Entwicklung von Selbstbestimmung und Wahlmöglichkeiten’ von 2005-2007 in Kooperation mit den beteiligten Teilprojekten entstanden.

Download Qualitätskriterien für die Vorbereitung, Begleitung und Auswertung von Betriebspraktika (PDF, 829 KB)


Konzept eines betrieblichen ausgerichteten Eingangsverfahrens und Berufsbildungsbereiches mit Persönlichem Budget  

Das Konzept für die Durchführung eines betrieblich ausgerichteten Eingangsverfahrens und Berufsbildungsbereichs wurde beispielhaft für Hamburg von verschiedenen Anbietern entwickelt und versteht sich als bundesweit nutzbares Rahmenkonzept für entsprechende Ange-bote verschiedener Organisationen der beruflichen Rehabilitation. Der Bezug auf die betrieblichen Anforderungen des allgemeinen Arbeitsmarkts bestimmt den konzeptionellen Ansatz und das individuelle Förderangebot.

Das Konzept richtet sich an alle, die ein betrieblich ausgerichtetes Eingangsverfahren und /oder einen betrieblichen Berufsbildungsbereich durchführen bzw. beabsichtigen dies zu tun und nach Anregungen und Hinweisen zur konzeptionellen Gestaltung suchen.

Download Konzept betrieblichen ausgerichteten Eingangsverfahrens und Berufsbildungsbereiches (PDF)  


„Working Towards Diversity“
Ergebnisbroschüre der transnationalen EQUAL Partnerschaft (2005-2007)

Unter der Fragestellung nach der Umsetzung von Empowermentkonzepten in Schulen und nachschulischen Projekten werden Projektkonzepte und Einzelfallbeispiele vorgestellt. Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der Darstellung guter Praxisbeispiele und -ideen für die Sensibilisierung und Zusammenarbeit mit ArbeitgeberInnen und Betrieben.

Die Broschüre ist in der transnationalen Zusammenarbeit im Rahmen der mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderten EQUAL-Entwicklungspartnerschaft „Talente - Entwicklung von Selbstbestimmung und Wahlmöglichkeiten“ (2005-2007) entstanden, an der die BAG UB u.a. für die transnationale Koordination zuständig war. An der Erstellung waren Menschen aus Deutschland, Österreich, England und den Niederlanden beteiligt.“

Download „Working Towards Diversity“ - Broschüre in deutscher Sprache (PDF, 1.4 MB
Download „Working Towards Diversity“ - Broschüre in englischer Sprache (PDF, 4.4 MB)


Psychische Erkrankungen am Arbeitsplatz und die Möglichkeiten von Unterstützungssystemen zur Sicherung der Teilhabe am Arbeitsleben

Nach einer Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) stellen psychische Belastungen am Arbeitsplatz für viele Beschäftigte ein erhebliches Problem dar. Belastungen, die als solche nicht erkannt bzw. „bearbeitet“ werden führen immer häufiger zur Ausgliederung aus dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Belegt wird diese Entwicklung auch durch die Zunahme von Personen mit psychischen Erkrankungen in Werkstätten für behinderte Menschen.

In Unternehmen stellen Fehlzeiten aus betriebswirtschaftlicher Sicht einen bedeutenden Kostenfaktor dar. Menschen mit psychischen Erkrankungen begegnen Vorurteilen und oftmals fällt allen Beteiligten ein offener Umgang mit den Problemen schwer. Verständnis, Unvoreingenommenheit und konkrete Unterstützungen können jedoch einen wichtigen Beitrag zum Verbleib im Arbeitsleben darstellen.

Dabei ist von Bedeutung, welche Stressfaktoren von den Beschäftigten und Betrieben selbst benannt werden. Aufeinander abgestimmte Angebote – auch zwischen den Kostenträgern - wie betriebliches Gesundheits- und Eingliederungsmanagement, professionelle Unterstützung durch externe Fachdienste (Stichworte: Information, Coaching und Passung) sowie Maßnahmen zur Gesundung und Stabilisierung im privaten Umfeld können gezielt dazu beitragen, die Teilhabe am Arbeitsleben wieder herzustellen und zu sichern. Dies nützt sowohl den ArbeitnehmerInnen als auch den Betrieben.

Download Psychische Erkrankungen am Arbeitsplatz ... (PDF)


Evaluationsbericht zur EQUAL-Entwicklungspartnerschaft
„Keine Behinderungen trotz Behinderung“

Im Rahmen der mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds geförderten EQUAL-Entwicklungspartnerschaft „Keine Behinderungen trotz Behinderung“ (2002-2005) war die BAG UB u.a. für die Evaluation zuständig.

Kernstück des Evaluationsberichtes ist die Darstellung einzelner (nicht nur beruflicher) Integrationsprozesse. Hierbei werden die in zahlreichen Interviews beschriebenen Erfahrungen und Sichtweisen von jungen Menschen mit Behinderung, deren Eltern, ProjektmitarbeiterInnen und ArbeitgeberInnen aus Praktikumsbetrieben einbezogen und daraus Konsequenzen für (pädagogische) Handlungsfelder im Übergang Schule-Beruf benannt.

Download Evaluationsbericht (PDF, 1.550 KB)


„Qualitätssicherung und Casemanagement“ ein Modul
der EQUAL-Entwicklungspartnerschaft
„Keine Behinderungen trotz Behinderung“

Das Modul „Qualitätssicherung und Casemanagement“ der EQUAL-Entwicklungspartnerschaft „Keine Behinderungen trotz Behinderung“ (Förderung durch den Europäischen Sozialfond von Juli 2002 bis Juni 2005) wurde von den MitarbeiterInnen der Teilprojekte in Aurich (Institut für Erwachsenenbildung - IEB), Erlangen (Integrationsbegleitung ACCESS), Merseburg (Föbis-Institut) und in Hamburg (Bundesarbeitsgemeinschaft für Unterstützte Beschäftigung - BAG UB) entwickelt.

Die BAG UB übernahm hierbei die teilprojektübergreifende Aufgaben der fachlichen Begleitung und Beratung sowie der Moderation und Weiterbildungsorganisation. Abschließend stellte die BAG UB die entwickelten Standards zu dem vorliegenden Modul zusammen.

Die Beratung und Qualifizierung der Entwicklungspartner sowie die Entwicklung der Inhalte fand sowohl mittels gemeinsamer Seminare und Fortbildungen als auch durch In-House-Veranstaltungen vor Ort statt. Dadurch sollte die Vernetzung und Einbindung der einzelnen Maßnahmen der EP und die Übertragung auf die regionalen Anforderungen sichergestellt werden. Zur regionalen Verankerung und zur Sicherung der Nachhaltigkeit wurden die Ergebnisse schließlich in die jeweilige Netzwerkarbeit im Tätigkeitsfeld Übergang Schule – Beruf eingebunden.

Download Qualitätssicherung und Casemanagement (PDF, 1.670 KB)


„Qualitätsstandards für einen guten Übergang Schule-Beruf“

Unter dem Hauptziel „Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung“ werden Qualitätsstandards für einen guten Übergang von der Schule in den Beruf vorgestellt. Hierbei werden die Erfahrungen und Sichtweisen von jungen Menschen mit Behinderungen, von „Professionellen“ sowie von Eltern einbezogen. Gefragt wird bei den einzelnen Standards jeweils danach, was das für die drei Personengruppen bedeutet. Die Texte können als Anregung oder als Maßstab für die Überprüfung von Angeboten genutzt werden.

Die Qualitätsstandards sind in der transnationalen Zusammenarbeit im Rahmen der mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds geförderten EQUAL-Entwicklungspartnerschaft „Keine Behinderungen trotz Behinderung“ (2002-2005) entstanden, an der die BAG UB u.a. für die transnationale Koordination zuständig war. An der Erstellung waren Menschen aus Deutschland, Österreich, Tschechien und den Niederlanden beteiligt.

Download Qualitätsstandards Übergang Schule-Beruf (PDF, 706 KB)


Handbuch Arbeitsassistenz

In diesem Handbuch werden daher alle wichtigen Informationen über Arbeitsassistenz zusammengefasst. Vorrangiges Ziel ist es, Menschen mit Behinderungen im Sinne des SGB IX zur Beantragung und Nutzung von Arbeitsassistenz zu ermutigen und dabei zu unterstützen, mit Assistenz selbstbestimmt zu arbeiten. Darüber hinaus wollen wir aber auch Informationen für AssistentInnen und ArbeitgeberInnen, für BeraterInnen und Angehörige von behinderten Menschen bieten. Dieses Handbuch bietet Informationen sowohl für EinsteigerInnen als auch für Menschen, die bereits einige Erfahrungen mit dem Thema Arbeitsassistenz haben.

Das Handbuch ist aus dem zweijährigen Aktion Mensch-Projekt „Arbeitsassistenz: Qualifizierung und Netzwerkbildung“ entstanden, das die Bundesarbeitsgemeinschaft für Unterstützte Beschäftigung (BAG UB) zwischen 2003 und 2005 durchgeführt hat.

Download Handbuch Arbeitsassistenz (PDF, 270 KB)
Download Handbuch Arbeitsassistenz (RTF, 908 KB)


Entwicklung der Zugangszahlen zu Werkstätten für behinderte Menschen

Den Bericht „Entwicklung der Zugangszahlen zu Werkstätten für behinderte Menschen“ (Oktober 2008) der ISB Gesellschaft für Integration, Sozialforschung und Betriebspädagogik gGmbH in Berlin - erstellt im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales - finden Sie hier:

Download Bericht „Entwicklung der Zugangszahlen zu Werkstätten für behinderte Menschen“

BEISPIELE ZU BEST-PRACTICE „ÜBERGANG SCHULE-BERUF“

Im „Forum Übergang Schule-Beruf“ treffen sich seit 2003 Vertreter und Vertreterinnen aus den Bereichen Schule, Werkstatt für behinderte Menschen, Integrationsfachdienst, Bildungsträger (z.B. Berufsbildungswerke), Leistungsträger, Verbände und Selbsthilfeorganisation, zur Präsentation und Diskussion von Best-Practice-Beispielen. Die Treffen finden zentral in Kassel und i.d.R. zweimal pro Jahr statt. Mit Hilfe dieses Fachaustausches sollen erfolgreiche Beispiele für einen guten Übergang von der Schule in den Beruf dargestellt und verbreitet werden. Bei der möglichen Übertragung von Konzepten und Modellen sind unbedingt die jeweils regionalen Besonderheiten zu berücksichtigen.

Die Informationen und Beispiele zu "Best-Practice" stellen wir Ihnen als PDF-Dokumente zum Download zur Verfügung. 


„Weiterführung der beruflichen Orientierung nach Auslaufen der Initiative Inklusion“
- Forumsveranstaltung vom 19.9.16

Im Handlungsfeld 1 der Initiative Inklusion wird die Berufsorientierung schwerbehinderter Schülerinnen und Schüler, insbesondere mit sonderpädagogischem Förderbedarf, durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) seit mehreren Jahren aus Mitteln des Ausgleichsfonds gefördert. Die Förderung erstreckte sich ursprünglich auf Berufsorientierungsmaßnahmen, die in den Schuljahren 2011/12 und 2012/13 beginnen. Durch eine Verlängerung der Laufzeit im Jahr 2013 können durch das Handlungsfeld 1 der Initiative Inklusion auch Ma߬nahmen zur beruflichen Orientierung gefördert werden, die in den Schuljahren 2014/15 und 2015/16 beginnen. Im März 2016 wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales zudem eine kostenneutrale Verlängerung der Laufzeit der Initiative Inklusion im Handlungsfeld 1 Berufliche Orientierung beschlossen. Dadurch können grundsätzlich BO-Maßnahmen durch Mittel der Initiative Inklusion finanziert werden, die im Schuljahr 2016/17 beginnen. Dadurch befindet sich das Programm aktuell in der letzten Förderphase durch den Bund.

Aufgrund der oben beschriebenen Situation (Auslaufen der Förderung durch den Bund und zukünftige gemeinsame Finanzierung durch Bund/BA und Länder), hat die BAG UB im Februar 2016 eine Länderabfrage zum „Handlungsfeld 1 der Initiative Inklusion/ Berufsorientierung und zur Weiterführung berufsorientierender Maßnahmen“ gestartet.

Insgesamt haben elf Bundesländer geantwortet. Die Antworten haben wir in einer Übersicht zusammengefasst. Die Antworten zeigen, dass in den Ländern Verhandlungen zur Weiterführung der BO-Maßnahmen stattfinden, jedoch vieles noch offen ist. Mittlerweile liegt die Beantwortung in der Regel mehrere Monate zurück und die kostenneutrale Verlängerung der Laufzeit der Initiative Inklusion Handlungsfeld 1 Berufliche Orientierung wurde vom BMAS im März 2016 beschlossen. Dadurch können grundsätzlich BO-Maßnahmen finanziert werden, die im Schuljahr 2016/17 starten.

In diesem Zusammenhang soll insbesondere auch die zukünftige Verknüpfung der BO-Maßnahmen für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf und der Initiative Bildungsketten (Bundesministerium für Bildung und Forschung / BMBF) angesprochen werden. Dazu hat das BMBF folgende Informationen bereitgestellt:

- Präsentation BMBF Bildungsketten

- Erläuterung Präsentation BMBF Bildungsketten

Kurzinformation zur Initiative Bildungsketten: Initiatoren der Initiative Bildungsketten sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und die Bundesagentur für Arbeit (BA). Gemeinsam mit den Ländern setzen sie sich dafür ein, erfolgreiche Förderinstrumente zu einem ganzheitlichen, bundesweit gültigen und in sich stimmigen Fördersystem zur Berufsorientierung und im Übergangsbereich zu verzahnen.


Mitteilung der Bundesagentur für Arbeit zur Gleichstellung im Zusammenhang mit § 68 SGB IX (Neufassung ab 1.8.16) zum Forum Übergang Schule-Beruf der BAG UB vom 19.9.16:

Veränderungen des § 68 SGB IX

Mit dem „Neuntes Gesetz zur Änderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch – Rechtsvereinfachung –sowie zur vorübergehenden Aussetzung der Insolvenzantragspflicht“ wurde der §68 Abs. 4 SGB IX wie folgt geändert:

Schwerbehinderten Menschen gleichgestellt sind auch behinderte Jugendliche und junge Erwachsene (§ 2 Absatz 1) während der Zeit einer Berufsausbildung in Betrieben und Dienststellen oder einer beruflichen Orientierung, auch wenn der Grad der Behinderung weniger als 30 beträgt oder ein Grad der Behinderung nicht festgestellt ist. Der Nachweis der Behinderung wird durch eine Stellungnahme der Agentur für Arbeit oder durch einen Bescheid über Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben erbracht. Die Gleichstellung gilt nur für Leistungen des Integrationsamtes im Rahmen der beruflichen Orientierung und der Berufsausbildung im Sinne des § 102 Absatz 3 Nummer 2 Buchstabe c.

Die Änderungen erfolgten am 26.07.2016 und traten ab 01.08.2016 in Kraft.

Am 20.09.2016 hat die Bundesagentur für Arbeit eine Weisung zur Umsetzung § 68 SGB IX erlassen. Hierin sind folgende Regelungen zu finden:

Die Gleichstellung nach § 68 Abs. 4 SGB IX erfolgt ohne eigenes förmliches Verfahren und tritt bei Vorliegen der Voraussetzungen, kraft Gesetz ein.

Die Gleichstellung setzt eine Behinderung i. S. d. § 2 Abs. 1 SGB IX voraus. Soweit die Behinderung oder die drohende Behinderung nicht durch vorliegende Gutachten ausreichend nachgewiesen oder nicht offenkundig ist, sind zu deren Feststellung die Fachdienste der BA (Ärztlicher Dienst und/oder Berufspsychologischer Service) einzuschalten. Die Behinderung wird von der Beratungsfachkraft Reha/SB formlos bestätigt.

Handelt es sich um einen „anerkannten Rehabilitanden“, ist bereits im Rahmen § 19 SGB III - einer spezialgesetzlichen Regelung zu § 2 Abs. 1 SGB IX - eine Behinderung festgestellt. Es bedarf somit keinen weiteren Feststellungen. Der Nachweis der Behinderung kann unmittelbar durch den Bescheid über Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben erbracht werden.

Somit besteht ab 01.08.2016 mit der Rechtsänderung §68 Abs. 4 SGB IX und der Fachlichen Weisung der Bundesagentur für Arbeit ab 20.09.2016 (heute!) die Möglichkeit auch junge Menschen mit Behinderungen, jedoch ohne GdB, gleichstellen zulassen um Ihnen eine Teilnahme an Berufsorientierungen durch Leistungen des Integrationsamtes zu ermöglichen.


Übergangsmanagement in der Ida Ehre Stadtteilschule (Hamburg)

Informationen zu unseren TransFerklassen unter besonderer Berücksichtigung behinderter Jugendlicher

Download Folien-Präsentation Übergangsmanagement in der Ida Ehre Stadtteilschule Hamburg (PDF)


Aktuelle Entwicklungen im Übergang Förderschule – Beruf in Bayern

Download Artikel Aktuelle Entwicklungen im Übergang Förderschule – Beruf in Bayern (PDF)


Integrative Unterstützte Berufsausbildung - Eine Alternative zur Werkstatt für Menschen mit Behinderung

Download Artikel Integrative Unterstützte Berufsausbildung (PDF)
Download Folien-Präsentation Integrative Unterstützte Berufsausbildung (PDF)

  • Esther Jost, Antje Kühndahl, Regina Meier
    Projektträger Pro Mobil e.V., Velbert / Wuppertal
  • Internet: www.pmobil.de

Berufliche Qualifizierung von Menschen mit Autismus im Berufsbildungswerk St. Franziskus Abensberg

Download Artikel Berufliche Qualifizierung von Menschen mit Autismus (PDF, 175 kb)
Download Folien-Präsentation Berufliche Qualifizierung von Menschen mit Autismus (PDF, ca. 6.000 kb)


Die Rolle der Integrationsfachdienste (IFD) bei der beruflichen Eingliederung
von Menschen mit Autismus

Download Artikel Rolle der IFD bei der beruflichen Eingliederung von Menschen mit Autismus (PDF, 155 kb)
Download Abfrage Rolle der IFD bei der beruflichen Eingliederung von Menschen mit Autismus (PDF, 37 kb)

  • Andreas Backhaus, Claudia Homrighausen; IFD gGmbH Mittelfranken (Hauptsitz Nürnberg)
  • Internet: www.ifd-ggmbh.de

Projektübergreifende Systematik in der beruflichen Orientierung, Vorbereitung und Qualifizierung von Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf
Kommentierte Folien zum Vortrag am 25.10.2007 in Kassel

Download Projektübergreifende Systematik in der beruflichen Orientierung, Vorbereitung und Qualifizierung (PDF, 185 kb)

  • Charlotte Petri, Joachim Radatz; ISB Gesellschaft für Integration, Sozialforschung und Betriebspädagogik gGmbH
  • Internet: www.isb-berlin.de

„Die Farm“
- eine Beschäftigungsmöglichkeit von Menschen mit herausforderndem Verhalten in den Schwarzacher Werkstätten der Johannes Anstalten Mosbach

Download Die Farm (PDF, 3.555 kb)


... und es geht doch!
Die Boxdorfer Werkstatt als Sprungbrett auf den allgemeinen Arbeitsmarkt

Download ... und es geht doch! (PDF, 644 kb)


„Von der Werkstufe über die Eingliederungswerkstufe zur Berufsvorbereitenden Einrichtung des Enzkreises (BVE)“

Download Von der Werkstufe über die Eingliederungswerkstufe zur Berufsvorbereitenden Einrichtung des Enzkreises(PDF, 118 kb)


„Das Ambulante Arbeitstraining - Integrative berufliche Eingliederungsmaßnahme der Hamburger Arbeitsassistenz für junge Erwachsene mit Behinderung im Übergang von der Schule in den Beruf“

Download Das Ambulante Arbeitstraining (PDF, 35 kb)


„Das Arbeitsvorbereitungsjahr – Gedanken zu einem neuen Modell der beruflichen Integration junger Menschen mit einer Behinderung“

Download Das Arbeitsvorbereitungsjahr (PDF, 128 kb)


„Erwachsenwerden und Leben gestalten - Berufliche Eingliederung und Vorbereitung auf das Erwachsenenleben (Werkstufenkonzept der Graf-von-Galen-Schule)“

Download Erwachsenwerden und Leben gestalten (PDF, 128 kb)
Download Erwachsenwerden und Leben gestalten - Zweiter Zwischenbericht 2002 – 2007 (PDF, 177 kb)


„Berufswahlorientierung lern- und geistigbehinderter Schüler als Unterrichtsprinzip in den oberen Klassen der Sekundarstufe I – Ein Bericht aus dem Gemeinsamen Unterricht an der Gesamtschule Köln-Holweide“

Download Berufswahlorientierung lern- und geistigbehinderter Schüler als Unterrichtsprinzip (PDF, 67 kb)

  • Annette Kellinghaus-Klingberg und Michael Schwager; Gesamtschule Holweide Köln
  • Internet: www.igs-holweide.de

„Arbeiten im Verbund: Ein Angebot der Werkstatt für behinderte Menschen – Arbeitsmodelle für leistungsgeminderte Menschen in Betrieben des ersten Arbeitsmarktes“

Download Arbeiten im Verbund (PDF, 356 kb)


„Vorbereitung des Übergangs Schule-Beruf durch behinderte Experten“ an der kooperativ-integrativen Gesamtschule Birkenwerder“

Download Vorbereitung des Übergangs Schule-Beruf durch behinderte Experten (PDF, 16 kb)

  • Ulrike Pohl; Berliner Zentrum für Selbstbestimmtes Leben
  • Internet: www.bzsl.de/bzsl

Sonderprogamme der Länder zur Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben

In der Regel fördern die Bundesländer durch Sonderprogramme die Teilhabe am Arbeitsleben. Informationen dazu finden Sie meistens bei den Integrationsämtern.

Die Liste der Integrationsämter finden Sie auf der Homepage der BIH.

Im Rahmen der EQUAL-Partnerschaft haben beispielhaft die Integrationsämter aus Nordrhein-Westfalen ihre Sonderprogramme und die damit geförderten Aktivitäten vorgestellt. Die Sonderprogamme gelten in der Regel für einen begrenzten Zeitraum. Im Folgenden finden Sie die links zu dem aktuellen Förderprogramm aktion 5 in NRW, welches von den Landschaftsverbänden Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL) gemeinsam seit dem 1.1.2008 über einen Zeitraum von fünf Jahren durchgeführt wird:

Landschaftsverband Rheinland (LVR) / Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL):

www.aktion5.de


bEO- berufliche Erfahrung und Orientierung für SchülerInnen aus Sonderschulen und Integrationsklassen

Download bEO- berufliche Erfahrung und Orientierung (PDF, 1.431 kb)


Integrationsassistenz - ein erfolgreiches Modell in Brandenburg

Download Integrationsassistenz (PDF, 435 kb)

  • Christine Giga; NIAB - Netzwerk Integrationsassistenz in Brandenburg und
    Frank Hühner; KOWA - Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt
  • Internet: www.isb-berlin.de
  • Internet: www.kowa-ffo.de

Ein neuer Lehrplan für die Berufsschulstufe in Bayern - Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

Download Ein neuer Lehrplan für die Berufsschulstufe in Bayern (PDF, 113 kb)